Bienenwachs – Verwendung, Studien und DIY Anleitungen

Bienenwachs

Von der komplexen Wabenbau-Konstruktion der Bienen zum vielseitigen Mittel für den Menschen: Bienenwachs ist ein natürlicher Rohstoff aus der Bienenproduktion, der in der Hautpflege, im Haushalt, für Textilien, zur Herstellung von Kerzen und Naturkosmetik und als extrahierter Bestandteil in Arznemitteln eingesetzt wird. Seine antibakteriellen, wasserabweisenden und schützenden Eigenschaften spielen in vielen Bereichen der Kosmetik, Pharmazie und Industrie eine Rolle.

Bienenwachs Info Grafik Vorschau
Schaue dir jetzt unsere Bienenwachs Info Grafik an.

Was ist Bienenwachs?

Bienenwachs wird von den Honigbienen (Apis mellifera) aus deren Ausscheidungssekret hergestellt. Mit ihren Wachsdrüsen und Speichel produzieren sie das Material, um die Waben für die übrige Bienenpopulation zu bauen. Die Fähigkeit, Wachs zu produzieren, haben im Bienenvolk nur die Arbeiterinnen. Die charakteristische Gelbfärbung erhält das Wachs erst, wenn die fertigen Wachswaben mit Nektar und Pollen gefüllt werden.

Neugierig? Erfahre woher die Bezeichnung Bienenwachs kommt!
Bienenwachs heißt im Fachbegriff ‚Cera‘. Die Bezeichnung kommt aus dem Lateinischen. Der deutsche Name ist dem Althochdeutschen ‚wahs‘ (Wabe) entlehnt, bis er zum ‚Wachs‘ wurde. Mit Cera, bzw. Wachs wird die Reinsubstanz benannt. Man unterscheidet noch weitere Formen nach der Verarbeitung.

Klassifizierung und Arten von Bienenwachs

Reines Bienenwachs (Cera) ist ein wasserunlösliches Naturprodukt. Oft sieht man die Bezeichnung Beeswax oder E901 auf Lebensmittel-Erzeugnissen. Bienenwachs wird als Zusatz- und Hilfsstoff in der Lebensmittelindustrie, der Pharmazie und Kosmetikindustrie verwendet, als Hauptsubstanz für die Kerzenherstellung, in der Holzverarbeitung und als Politurmittel. Und wir alle kennen die berühmten Wachsfiguren von Madame Tussauds.

Cera Flava und Cera Alba

Nach der Verarbeitung (Gewinnung, Reinigung, Filterung) entsteht das Gelbe Wachs (Cera flava) und das gebleichte Wachs (Cera alba). Die zwei Arten sind durch das europäische Arzneibuch definiert. Sie sehen für Laien relativ ähnlich aus:

Cera flava: Das Gelbe Wachs wird als ursprüngliches Naturprodukt der Bienen klassifiziert. Das Gelbe Bienenwachs ist durch Wasser ausgeschmolzenes und von Verunreinigungen gesäubertes Wachs. Cera flava lässt sich händisch kneten. Sein Geruch ist intensiv nach Honig, ist aber geschmacklos und nicht in Wasser löslich.

Cera alba: Das Wachs der Bienen wird in einem Bleichprozess gereinigt und aufgehellt. Cera alba riecht nicht ganz so intensiv nach Honig, hat ansonsten die gleichen Eigenschaften.

Das gereinigte und gegebenenfalls gebleichte Bienenwachs wird in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff verwendet: einerseits als Trennmittel, es verhindert ein Verkleben der einzelnen Stücke. Andererseits werden mit Wachs Lebensmittel überzogen, um ihnen Glanz zu geben. Als Überzugsmittel erfüllt das das Wachs eine Schutzfunktion. Mit Bienenwachs behandeltes Obst schützt die Frucht, ihren Feuchtigkeitsgehalt und ihre Inhaltsstoffe. Durch die europäische Zulassungsnummer ist Bienenwachs in der Lebensmittelindustrie als E901 klassifiziert.

Bienenwachs in der Kosmetik und Pharmazie stellt einen Hilfsstoff dar, der eine gute emulgierende Eigenschaften hat. In Lippenprodukten, Salben, Seifen und Körperpflege-Produkten hat das Wachs einen fettähnlichen Charakter. Es schützt die Haut, indem es einen Film auf die Hautoberfläche legt. In der Hautpflege hat Bienenwachs antiseptische und entzündungshemmende Funktion.

Über 300 Substanzen, die allesamt in äußerst geringen Anteilen vorliegen, wurden als Inhaltsstoffe im Bienenwachs gezählt. Bislang sind noch nicht alle analysiert.

Chemische Eigenschaften von Bienenwachs

Als Stoffwechselprodukt aus den Drüsen der Biene ist Bienenwachs zwar essbar, wird aber vom menschlichen Körper nahezu nicht absorbiert, es ist größtenteils unverdaulich und wird wieder ausgeschieden.

Bienenwachs in Rohform nach der Ernte ist fest und plättchenförmig. Es wird bei 20 Grad Celsius knetbar, kann am besten bei 32 Grad geformt werden, ab 60 beginnt es zu schmelzen und zwischen 62-65 Grad Celsius wird es flüssig. Bienenwachs riecht nach Honig, ist aber geschmacklos.

Das Wachs ist nicht wasserlöslich. Es löst sich in Chloroform, Diethylether, Benzol, Terpentinöl, erhitztem Alkohol, Fetten, ätherischen Ölen.

Neugierig? Erfahre welche Wachsarten es noch gibt
Zu differenzieren ist Bienenwachs als Inhaltsstoff in Produkten von anderen Wachsarten. Es gibt weitere tierische, pflanzliche, halbsynthetische und synthetische Wachse. Die bekanntesten sind die folgenden:

Wollwachs (Lanolin, Cera Lanae, E913) ist ein häufig verwendetes tierisches Wachs in der Kosmetik. Es stammt aus der Talgdrüse der Schafe. In der Pharmazie wird Wollwachs gerne für Salben, zur Wundheilung und für die Schleimhautpflege verwendet. Es besitzt bis zu einem gewissen Grad eine natürliche Eigenschaft zur Selbstkonservierung. Wollwachs nimmt ein Vielfaches seines eigenen Gewichtes an Wasser auf, es ist für Emulsionen eine geeignete Basis.

Carnaubawachs (Cera Carnaubae, E903): Carnaubawachs stammt aus pflanzlicher Quelle, aus der in Brasilien beheimateten Carnaubapalme. Der Verwendungszweck ist derselbe wie beim Bienenwachs. Durch den höheren Schmelzpunkt ist Carnaubawachs beliebt als Überzugsmittel von Lebensmitteln, speziell Süßigkeiten.

Candelillawachs (Candelilla Cera, E902): Aus einer weiteren pflanzlichen Ressource, den Blättern der Candelillapflanze in den Ländern Amerikas, wird Candelillawachs gewonnen. Da es günstiger in der Herstellung ist als Bienenwachs oder Carnaubawachs, findet man es in den mittelpreisigen Produkten der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

Als Zusatzstoff in Kosmetika wird häufig künstlich hergestelltes Kunstwachs verwendet. Es ist kostengünstiger Ersatz für natürliche Wachse, manchmal auch dezidiert als „Wachsersatz“ angeführt. Es beinhaltet mehrere Komponenten, darunter solche mineralischen Ursprungs wie Paraffin und Petroleum, Stearin. Talg, Schellack, Pech, Farbstoffe sind gängige Bestandteile im Kunstwachs. Um künstlichem Wachs den charakteristischen Honigduft zu verleihen, werden synthetische Duftstoffe oder Propolis-Extrakte beigemengt.

Aussehen und Größe von Bienenwachs

Bienenwachs, das direkt aus den Wachsdrüsen der Bienen „ausgeschwitzt“ wird, ist weiß und gerade noch mit freiem Auge sichtbar.

Ausgeschwitztes Bienenwachs
Streichholz große frisch ausgeschwitzte weiße Wachsplättchen.

Durch die Einspeichelung und Anreicherung mit Pollen formt sich das Wachsplättchen. Nach der Einlagerung des Wachses in den Waben, wo sie mit Nektar und Blütenpollen gefüllt werden, erhalten die Waben und damit das Wachs ihre gelbe Färbung.

Bienenwabenzelle
Eine Bienenwabenzelle die mit Nektar und Blütenpollen gefüllt wird.

Verantwortlich dafür ist das Carotin aus den Blütenpollen. Je intensiver und dunkler das Wachs ist, umso länger war es in der Wabe. Die Farbe variiert von weiß-durchsichtig bis dunkelbraun. In der Reinform sind die Wachsplättchen der Bienen als weißlich-gelbe Bienenwachs-Perlen oder Bienenwachs-Pastillen erhältlich. Dieses Wachsplättchen, das in der Bienenpopulation zur Deckelung einer Wabenzelle dient, ist einige Millimeter groß. Für ein Kilogramm Bienenwachs sind mehr als 1 Million Wachsplättchen und 150.000 Bienen notwendig, die rund 10 Kilogramm Honig zu sich nehmen müssen.

Entstehung von Bienenwachs und Wabenbau

Nicht jede Biene hat Wachsdrüsen und kann Bienenwachs produzieren. Bienen durchlaufen eine differenzierte Entwicklung. Abhängig von ihrer Funktion (Arbeiterin, Drohne, Königin) dauern die Entwicklungsstadien unterschiedlich lang. Danach ist ihre Funktion definiert.

Bienenkönigin, Drohne und Arbeiterin
Die drei unterschiedlichen Morphen der Honigbiene.

Bienen haben einen ausgeprägten Bautrieb. Nach dem Schlüpfen der Arbeitsbienen beginnt für sie schon 12 Tage später der Wabenbau. Die Wachsdrüsen sind nur bei den 12 bis 18 Tage alten Arbeiterinnen aktiv, die die Waben herstellen, man bezeichnet sie als „Baubienen“. In 4 Paaren befinden sich die Wachsdrüsen an den Bauchschuppen am Hinterleib, aus denen sie das Wachs in Plättchen herauspressen. Man nennt den Vorgang „ausschwitzen“ und das frische Wachs „Jungfernwachs“.

Für den Wabenbau benötigen die Baubienen jede Menge Energie, die sie über den Honig bekommen. Der Honig und die Nahrung der Bienen enthält allerdings fast keine Fette. Die Wachsdrüsen hängen mit dem Fettkörper zusammen, einem lappenförmigen Organ im Hinterleib, das wertvolle Stoffe speichert und verstoffwechselt. Je mehr Nährstoffe die Biene mit dem Futter aufnimmt, umso größer wird der Fettkörper. Die Kohlenhydrate aus der Nahrung, überwiegend Zucker aus dem Honig, werden im Fettkörper synthetisiert, damit die Biene den Bedarf an Fetten decken kann. Fettsäuren und Alkohole werden im Fettkörper hergestellt. Der Organismus erhöht den Fettstoffwechsel, die Tiere können mehr Nahrung aufnehmen und dadurch den Energiepegel erhöhen, den sie für den Bau der Waben brauchen.

Die Wachsproduktion beginnt bereits im Fettkörper, wo all die Nährstoffe gespeichert sind. Die ausgepressten Wachsstücke sind noch weich und erhärten allmählich bei Kontakt mit der Luft. Die Biene formt die Klümpchen mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Mandibeln) und vermischt sie mit Speichelsekret. Dadurch gelangen wichtige Eiweiße in das Wachs.

Bienen beim Wabenbau
Ein Schwarm Bienen beim Wabenbau.

Der Wabenbau wird immer von einer Bienengruppe vorgenommen, das heißt, die Gruppen organisieren sich traubenförmig und bauen nur in einem bestimmten Zeitraum pro Jahr. Von April bis Juli werden die Waben gemacht, wenn ausreichend Nektar für die Nahrung vorhanden ist. Der Bau nimmt viele Arbeiterinnen und die Nahrungsreserven der Bienenpopulation in Anspruch. Die Funktion der Baubienen verwandelt sich nach getaner Arbeit und sie werden zu Sammelbienen, die Pollen von den Pflanzenblüten holen.

Die Produktion von Wachs hängt von der Aktivität der Bienen ab und welche Ressourcen und Bedingungen vorhanden sind. Je mehr Nektar Bienen in den Bienenstock bringen, umso mehr Waben müssen angelegt werden. Das Ausmaß der Brut bestimmt wiederum, wieviele Wabenzellen benötigt werden. Bienenpopulationen, in denen keine Königin vorhanden ist, haben keinen Bautrieb. Die Temperatur hat Einfluss auf den Instinkt der Tiere: je wärmer, umso höher der Bautrieb.

Funktion – Wozu dient Bienenwachs dem Bienenvolk

Der Bau der Bienenwaben ist ein faszinierender Vorgang, den die Honigbienen im Laufe der Evolution „gelernt“ haben. Sie produzieren sozusagen ihr eigenes Baumaterial und schaffen eine Behausung, die durchdachter nicht sein könnte. Einen Einblick in Form und Funktion gibt die folgende Kurzübersicht.

Für den Wabenbau holen Bienen Holzstücke, aus denen sie eine Art Rahmen konstruieren und auf denen die Waben zustande kommen. Bestimmte Bienenschwärme stellen Waben auch ohne diese Holzteilchen her, man nennt diese Wabenform Wildbau, bzw. Naturbau.

Die Wabenzellen haben eine sechseckige Form und dienen den Larven zur Entwicklung. Andererseits sind die Waben Aufbewahrungsstätte für Pollen, Honig und Nektar. Man unterteilt sie in Brutwaben, Honig- und Pollenwaben. Die Intelligenz der Bienen wird bei der Organisierung ihres Wabenbaus sichtbar. Die Honig- und Pollenwaben befinden sich an einer besonders geschützten Stelle, die Brutwaben sind in der Nähe des Fluglochs.

Die Brutzellen unterteilen sich in Arbeiter-, Drohnen- und Weiselzellen. Die Weiselzellen sind für die Bienenkönigin vorgesehen. Die Königin benutzt die Wabenzellen, um ihre Eier darin abzulegen. Mit einem Deckel aus Wachs versehen können die Eier zum Larvenstadium reifen, bis sie zu Puppen und nach 21 Tagen zur fertigen Arbeitsbiene werden.

Bienen Wabenzelle
Eine Honigbienen arbeitet an einer Wabenzelle. Die Wabenzelle hat die klassische sechseckige Form.

Innerhalb einer Woche bauen die Bienen meist mehrere Waben, die in engem Abstand nebeneinander hängen. Die einzelnen Zellen sind von absolut exakter geometrischer Form und Anordnung. Wird das Wachs erstmalig zu Zellen geformt, sind sie noch rund. Wie die sechseckige (hexagonale) Form zustande kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Man nimmt an, dass in der Natur die sechseckige Form als die effizienteste bevorzugt wird. Effizient in der Herstellung und im Raumvolumen gibt die sechseckige Zelle maximale Stabilität und Fassungsvermögen. Ob das aus dem Instinkt der Bienen heraus entsteht oder einen anderen Grund hat, ist ebenfalls ungeklärt. Vielen unbekannt ist, dass Bienen verschiedene Zelltypen bauen. Manche Zellen sind fünfeckig, manche Zellreihen unterscheiden sich vom Rest. Für die Verdickung der Waben an den Rändern verwenden die Bienen Propolis.

Gewinnung von Bienenwachs durch Imker

Bienen Mittelwand
Eine Mittelwand voller Honigbienen.

Der Imker hängt eine Vorrichtung mit vorgeprägten Waben in den Bienenstock, wonach die Bienen anfangen, mit Wachs die gestanzten Wabenzellen auszukleiden. Es handelt sich um echte Bienen-Wachsplatten (Mittelwände), die nur einen Millimeter dick sind. Aufgrund ihres ausgeprägten Bautriebes werden Bienen trotz des eingehängten Rahmens mit ihrem Wachs die Waben bebauen.

Bei der Ernte entfernt der Imker den Rahmen und entleert zunächst die Waben in der Honigschleuder. Die vom Honig getrennten Wachswaben werden mit heißem Wasser ausgeschmolzen und anschließend gefiltert. Dabei werden Verunreinigungen, Holzreste und Fremdpartikel entfernt. Der Schmelzvorgang ist eine hygienische Maßnahme. Das gewonnene Wachs kann für neue Mittelwände in der Waben-Vorrichtung wiederverwendet werden (Wachskreislauf) oder zur Weiterverarbeitung. Für die industrielle Nutzung (Lebensmittel, Kosmetik) wird eine Rückstandsanalyse vorgenommen. Bei der Trockendestillation von Bienenwachs entsteht eine buttrige Masse, das sogenannte Wachsöl.

Diese Bienen-Wachsplatten beschleunigen den Wabenbau bei den Bienen, da der natürliche Prozess ansonsten viel länger dauern würde. Bienen bauen Zellen für Arbeiterinnen und solche für Drohnen. Für die Drohnenzellen sieht der Imker eine natürliche Bebauung vor. Dafür hängt er leere, also keine vorgestanzten, Rahmen in den Bienenstock.

Darf man den Tieren das Bienenwachs „wegnehmen?

Durch den beschriebenen Wachskreislauf wird den Bienen ihr Material nach der Filterung wieder zugeführt und ihnen die Arbeit erleichtert. Ein erfahrener Imker kann anhand der Wabenfarbe das Alter des Wachses feststellen. Da sich in den alten Waben der Bienen Puppenhüllen, Kot und Propolis-Reste sowie durchaus Krankheitserreger befinden, stellt der Wachskreislauf in der Imkerei für die Bienen einen Vorteil dar und ist ein Teil der Bienenpflege. Eine gut geführte Imkerei kommt also uns Menschen zugute, indem wir Nutzen aus den Bienenprodukten ziehen und den Bienen, da der Kreislauf der Vermehrung der Bienenvölker und ihrer Arterhaltung dient.

Bienenwachs Inhaltsstoffe

Die Komponenten von Bienenwachs bringen es auf über 300 in der Anzahl. Viele sind noch unerforscht. In ihren komplexen chemischen Verbindungen kann man sie grob in folgende Gruppen unterteilen:

InhaltsstoffVorkommen
Kohlenwasserstoffe (vor allem höhere Alkane: Heptacosan, Nonacosan, Hentriacontan, Pentacosan, Tricosan)12 – 16 %
Freie Fettsäuren12 – 14 %
Fettalkohol1 %
Ester-Verbindungen (Einfachester, Doppelester, sonstige Ester, vor allem aus Palmitinsäure, Ölsäure)35 – 45 %
Komplexe Wachs-Ester (Diole)15 – 27 %
Vitamine (Vitamin A)-
Exogene Substanzen
(aus Pollen, Propolis, Blüten-Bestandteilen, Verunreinigungen)
-

Was macht Bienenwachs so besonders?

Bienenwachs enthält eine Fülle an Stoffen, die nicht in der synthetischen Herstellung in gleicher Weise erzeugt werden können. Die Aktivität und das Sammelverhalten der Bienen macht Bienenwachs so einzigartig. Sie stellen verschiedene Produkte her, die auch im Bienenwachs enthalten sind (Blütenpollen, Honig, Propolis) und durch körpereigene Enzyme in der Zusammensetzung ihre Wirkung entfalten.

Bienenwachs, das kein primäres Nahrungsergänzungsmittel ist, findet eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten. Die olfaktorische Komponente bei der Herstellung von Produkten (Kerzen, Cremes, Salben, Lippenprodukten) spielt eine große Rolle. Mit Bienenwachs lassen sich Produkte selbst herstellen, was bei Vertretern von Naturkosmetik beliebt ist. Naturreines Bienenwachs hat schützende, entzündungshemmende, antibakterielle Eigenschaften und verhindert, im Gegensatz zu anderen naturreinen Produkten, ein allzu schnelles Verderben.

Wachs als Erzeugnis der Bienen ist wie alle anderen ihrer Erzeugnisse in einen natürlichen Synergie-Effekt eingebettet. Wie perfekt sie und ihre wertvollen Produkte aufeinander abgestimmt sind, zeigt sich daran, dass sich alle Komponenten gegenseitig bedingen. Setzt man beispielsweise in einen Bienenstock eine Wabenplatte aus künstlichem Wachs ein, verendet zunächst die Brut und anschließend ein ganzes Bienenvolk.

Anwendungsgebiete von Bienenwachs

1. Medizin und Pharmazie

Bakterien und Pilze: Neuere klinische Untersuchungen konzentrieren sich auf die antimikrobielle Wirkung von rohem Bienenwachs, konkret auf die Aktivität von bestimmten Stämmen der Staphylokokken (Staphylococcus aureus), Salmonellen (Salmonella enterica) und Pilze (Candida albicans) sowie Schimmelpilze (Aspergillus niger). Beobachtet wurde, dass Wachswaben auf die ausgeschiedenen Säuren der Bienen und Insekten resistent reagierten. Bei der Untersuchung erwies sich das rohe Bienenwachs als effektiv in der Wirkung gegen Candida albicans und gegen gram-positive Kokken (Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes) sowie gram-negative Bakterien (Bacillus subtilis, Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli). Es zeigte hingegen keinen Effekt auf eine bestimmte Salmonellenart (Salmonella typhimurium).

Die Wirkung auf Candida-Stämme (Candida tropicalis, Candida albicans), Salmonella enterica und Aspergillus niger, Listerien (Listeria monocytogenes), Coli-Bakterien (Escherichia coli) und Candida glabrata wurde insbesondere bei Bienenwachs-Extrakt in Ethanol und Methanol beobachtet. Die Gründe für die antimikrobielle Aktivität von Bienenwachs als Ethanol- und Methanol-Extrakt sind unklar. Es wird angenommen, dass durch die Extraktion eine Wirkung freigesetzt wird, wodurch entsprechende Moleküle der Mikroben gehemmt oder blockiert werden.

Die Wirkung von Bienenwachs wurde in Synergie mit weiteren Stoffen im Bienenstock und anderen natürlichen Rohstoffen getestet. Es stellte sich heraus, dass die Mischung aus Honig, Bienenwachs und Olivenöl im Vergleich zu anderen Mischungen hilft, das Wachstum von Staphylokokken (Staphylococcus aureus) und Pilzen (Candida albicans) im menschlichen Organismus zu hemmen:

Die fungizide Wirkung wurde an Probanden mit Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) und anderen Pilzerkrankungen (Mykosen) untersucht, die mit vermehrter Pigmentierung und unspezifischen Herden verbunden waren. Mögliche Auslöser für die Flechten-Erkrankung vermutet man in Zusammenhang mit Schwangerschaft, Diabetes, Mangelernährung oder unzureichender Hygiene. Die Mischung wurde alle acht Stunden für einen Zeitraum von vier Wochen auf die betroffene Haut von 37 Probanden aufgetragen. Es zeigte sich eine Abnahme der lokalen Ausprägungen.2

Ekzeme und Flechten: Dieselbe Mischung testete man an an Kindern mit Windelekzem (Windel-Dermatitis) und Candida albicans, was mit Pustelbildung und Wundsein mit Geschwürbildung (Ulzeration) einherging. Die Mischung aus Bienenwachs, Honig und Olivenöl wurde in einem Zeitraum von sieben Tagen lokal aufgetragen. Nach Abschluss der Studie zeigte sich bei 50 % der Kinder mit Candida albicans eine vollständige oder teilweise Reduktion der Pilz-Erkrankung. Die anderen 50 % litten nach wie vor an der Pilz-Erkrankung, zeigten aber eine Verminderung von Wundheit und Pusteln.

In einem Versuch mit Staphylococcus aureus und Candida albicans zeigte die Mischung aus Bienenwachs mit Propolis die stärkste antimikrobielle Eigenschaft. Bei anderen Stämmen (Staphylococcus epidermidis, Bacillus subtilis) konnte man eine geringfügige Wirkung verzeichnen, sie zeigten aber insgesamt mehr Resistenz gegen die Mischung.

Das Ergebnis der Studienübersicht ist, dass Bienenwachs in Synergie mit anderen organischen Stoffen die Aktivität von Mikroben hemmen kann. Am stärksten wurde die Eigenschaft bei atopischem Ekzem (Dermatitis), Schuppenflechte (Psoriasis) und Windelekzem (Windel-Dermatitis) gemessen. Alle Patienten wiesen eine signifikante Verbesserung nach einem Monat lokaler Therapie bei dreimal täglichem Auftragen der Mischung auf. Die Studie wies eine effektivere Wirkung im Vergleich zu konventionellen Therapiemaßnahmen (Nystatin-Creme) auf und schlägt die Bienenwachs-Mischung in Kombination mit der konventionellen Therapie vor. Die signifikante Verbesserung konnte weiters bei Patienten mit Hämorrhoiden und Anal-Fissuren festgestellt werden.

Von besonderem Interesse ist ein Bestandteil im Bienenwachs (D-002, eine Alkohol-Verbindung mit hohem molekularem Gewicht und Triacontanol), der isoliert werden konnte und entzündungshemmende, anti-ulzerative Aktivität zeigte, schützend auf die Schleimhäute bei Patienten mit gastro-intestinaler Schleimhaut-Entzündung (Mukositis) wirkt. Die Versuche wurden an Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber und Osteoarthrose durchgeführt. Bei Tierversuchen machte sich ein positiver Effekt bei Reflux-Erkrankungen bemerkbar. Bei Entzündungen der Magenschleimhaut (Mukositis), die durch eine Chemotherapie ausgelöst waren, konnte eine Mischung aus Bienenwachs, Propolis, Honig und Olivenöl eine rasche Verbesserung sogar bei Patienten mit ausgeprägter Symptomatik bewirken.4

Knochenapparat und gastrointestinales System: Aufgrund der positiven Wirkung der Bienenwachs-Kompontene (D-002) bei Osteoarthrose untersuchte eine Studie die Eigenschaften bei weiteren Erkrankungen des Knochenapparates.

Entzündung wird medizinisch beschrieben als Reaktion des erkrankten Gewebes, eine Verletzung zu reparieren und die Normalfunktion wiederherzustellen. Beim Prozess, Gewebe zu reparieren, benötigt der Körper bestimmte endogene Signale, um die Heilung voranzutreiben. Läuft dieser Prozess unkontrolliert ab, kann es zu chronischer Entzündung kommen, wie das der Fall ist bei vielen degenerativen Erkrankungen und Autoimmun-Erkrankungen. Pharmakologische Therapien weisen in vielen Fällen Nebenwirkungen auf, zum Beispiel gastro-intenstinale Toxizität. Das veranlasste dazu, alternative Möglichkeiten zu erforschen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Vorbeugung von Osteoarthrose. Die Bienenwachs-Komponente D-002 scheint vielversprechend im Hinblick auf seine entzündungshemmende und gastro-protektive Wirkung experimenteller Studien. Sie könnte positive Wirkung auf die Knochengesundheit und Magenschleimhaut haben.

Bereits in den 90er Jahren begann man, die Eigenschaften zu untersuchen, die durch Arzneimittel wie Aspirin verursacht wurden. Darunter insbesondere die Schädigung der Magenschleimhaut. Nach der oralen Verabreichung von D-002 stellte man im Versuch mit Ratten fest, dass die Schädigung der Magenschleimhaut gestoppt werden konnte, ohne Einfluss auf die Zusammensetzung der Magensäure. Die Sekretion verbesserte sich und dadurch die Magenschleimhaut. Verantwortlich dafür machte man die antioxidative Wirkung im Bienenwachs-Bestandteil. Zusätzlich erwies sich D-002 als lindernd bei Reflux und Speiseröhren-Entzündung (Ösphagitis).

Folge-Studien an Menschen zeigten eine Verbesserung der gastro-intestinalen Symptome nach der D-002-Gabe, die anhand einer Skala klassifiziert wurden. Sie liefen über einen Zeitraum von acht Wochen und wurden im Vergleich mit einer Placebo-Gruppe durchgeführt. Die Symptomatik umfasste Sodbrennen, saures Aufstoßen und Völlegefühl. Auch neue Studien bestätigen die entzündungshemmenden Eigenschaften von D-002, die nachweislich Ödembildung im Vergleich zu konventionellen Therapien (Indomethacin) hemmt.7, 8

Aus den vorliegenden Studien lässt sich bestätigen, dass einerseits die D-002-Komponente im Bienenwachs entzündungshemmende Wirkung hat, ohne das Risiko der gastro-intestinalen Toxizität, wie sie konventionelle Arzneimittel aufweisen oder sogar vor Schädigung der Magenschleimhaut schützen können. Andererseits lässt sich eine signifikante Verbesserung der genannten Symptomatik durch den Synergie-Effekt von Bienenwachs mit Honig und Olivenöl festmachen. Als sinnvoll erachtet werden weitere Untersuchungen mit Bienenwachs-Quellen, die aus anderen geografischen und klimatischen Gebieten stammen. Wie bei Blütenpollen, Gelée Royale und Propolis steht Bienenwachs und seine Inhaltsstoffe in starker Abhängigkeit von der geografischen Lage des Bienenstocks. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in der Imkerei weit verbreiteten Pestizide, Herbizide, Fungizide, Insektizide, speziell Milbenbekämpfungsmittel, ein Kriterium sind, das die Qualität und Wirkung des Bienenproduktes einschränken kann und für die Gesundheit einen Risikofaktor darstellt. Aktuelle Untersuchungen zu naturreinem, rückstandsfreiem Bienenwachs müssen noch unternommen werden.3, 4, 7, 9

Juckreiz, Verbrennungen und Wundheilung: Zur Behandlung von Juckreiz im Zuge der Wundheilung nach Verbrennungen, wie er in 87 % aller registrierten Fälle auftritt, wurde eine Bienenwachs-Mischung herangezogen. Motivation für die Studie war die Ineffektivität vorhandener, konventioneller Substanzen in wässriger Basis. Die Studie wurde an 52 Probanden im Durchschnittsalter von 35 Jahren getestet. Die Mehrheit (84 %) der Probanden waren männlich.

Die Mischung aus Bienenwachs mit Extrakten aus Kräutern erwies sich als effektiv in der Reduktion von Juckreiz im Vergleich zur konventionellen Behandlung mit einer wässrigen Creme. Die Patienten litten unter heftigem Juckreiz, der den Schlaf, das Alltagsleben beeinträchtigte und in einigen Fällen noch Jahre nach der Wundheilung auftrat. Das Kratzen infolge des anhaltendes Juckreizes verhinderte eine vollständige Heilung der Wundbereiche auf der ausgedünnten Haut. Mehr Mikroorganismen konnten die Areale besiedeln, was zu Infektionen führte. Anhand einer visuellen Skala wurde das Ausmaß der Wundbereiche gemessen und um einen Vergleich für die Haut vor und nach dem Auftragen des Mediums zu erhalten. Die bis dato ineffektiv gebliebenen Behandlungen umfassen: anästhetische Salben, Badezusätze, Anti-Histaminika, Massagen, elektrische transkutane Nervenstimulation, Umschläge und orale Arzneimittel. Die Studie untersuchte die Wirkung einer Mischung aus Bienenwachs und Kräuter-Extrakten (Medilixir) im Vergleich zur konventionellen Therapie mit einer wässrigen Creme in zwei Gruppen über einen Zeitraum von zwei Wochen. Es zeigte sich eine signifikante Verminderung des Juckreizes und eine Verbesserung der Wundheilung durch die entzündungshemmenden Eigenschaften im Vergleich mit dem wässrigen Creme-Präparat.6

Physiotherapie und Sport: Ein eher unbekanntes Einsatzgebiet, bei dem Bienenwachs verwendet wird, ist die Physiotherapie. In Wärmepackungen speichert Bienenwachs die Temperatur und hilft bei verschiedenen Beschwerden (Muskel- und Gelenkschmerzen). Bei Sportlern fördert das warme Bienenwachs als Umschlag und Packung die Entspannung und Regeneration von Muskeln und Sehnen.

2. Hautpflege und Kosmetik

Trockene, spröde Haut: Das gebleichte Bienenwachs (Cera alba) kommt in der Kosmetik häufig zur Anwendung. Es lässt sich ohne weitere Zusätze emulgieren, ist in der Konsistenz jedoch sehr fest. Cremes mit Bienenwachs sind für sehr trockene bis spröde und rissige Haut geeignet. Die wachsige und fettähnliche Textur legt einen Film auf die Hautoberfläche. Für Hauttypen mit normaler bis fettiger Haut sind Produkte mit Bienenwachs eingeschränkt empfehlenswert. Ein Vorteil von Bienenwachs liegt in der antibakteriellen Wirkung. Trotz des Films auf der Haut kann Talg abfließen, das Gefühl von Bienenwachs bei fettiger Haut ist allerdings Geschmackssache.

Sensible, strapazierte Haut: Bienenwachs in der Hautpflege hat auf sensible Haut einen beruhigenden Einfluss. Es ist sehr verträglich und löst nur in geringen Fällen allergische Reaktionen aus, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Bienenprodukte vorliegt. Gereizte Haut wird durch den Schutzfilm gelindert. Bienenwachs ist für eine stabile Hautbarriere verantwortlich und besitzt regenerierenden Effekt.

Anti-Aging: Das in Bienenwachs enthaltene Vitamin A kann der Haut zur Neubildung von Zellen verhelfen. Vitamin A ist bekannt als Anti-Aging-Vitamin, weil es UV-Strahlung bis zu einem gewissen Grad abfängt. Die UV-Strahlung und damit verbundene Freie Radikale sind ein Grund für vorzeitige Hautalterung. Vitamin A fördert die Kollagen-Bildung, um die Haut elastisch zu halten. Es ist fettlöslich und sorgt für eine feuchtigkeitsbewahrende Wirkung in der Haut. Die Anti-Aging-Wirkung wird verstärkt durch die Schutzfunktion des Bienenwachses, indem es die Haut vor Kälte, Trockenheit und Sonne schützt – also vor den Auslösern, die unsere Haut frühzeitig und verstärkt altern lassen.

Geschädigte Haut: Geschädigt kann die Haut durch mehrere Einflüsse sein. Verletzungen, Schuppenflechte, Sonnenbrand, durch Trockenheit, chemische und umweltbedingte Einwirkungen gereizte Haut, durch Chlorwasser beanspruchte Haut sowie entzündete Hautareale aufgrund von Juckreiz benötigen besonders viel und vor allem die richtige Pflege. Die regenerativen Eigenschaften von Bienenwachs sind bei geschädigter Haut eine Wohltat, sie hemmen Juckreiz und seine Folgeerscheinungen und bewahren die Haut vor weiteren Einflüssen.6

3. Anwendung bei Tieren

Verbrennungen: Im Zuge der Versuchsreihe, bei der eine Mischung aus Bienenwachs, Honig und Olivenöl in der lokalen Anwendung getestet wurde, stellte sich die Wirksamkeit auch bei Hunden mit Verbrennungen zweiten Grades heraus. Die Anwendung in der Veterinärmedizin wird nachdrücklich empfohlen. Bienenwachs in der Mischung mit Honig und Olivenöl unterstützt die regenerative Funktion der Haut bei der Bildung neuer, gesunder Zellen.4

Hauterkrankungen (Bakterielle Infektionen, Pilzflechten, Flohbisse): Ähnlich wie beim Menschen lindern Produkte mit Bienenwachs bei Tieren Infektionen der Haut, die mit bakterieller Besiedelung oder Pilz-Stämmen in Zusammenhang stehen. Bei topischer Anwendung können bestimmte Wirkstoffe im Bienenwachs die Ausbreitung von Mikroben hemmen und eine Entzündung reduzieren. Die juckreizlindernden Eigenschaften könnten bei Flohbissen eine Verbesserung erzielen. Kombinationsprodukte mit Propolis stellen ein optimales Zusammenwirken her.

Formen von Bienenwachs und Produkte

Bienenwachs Produkte
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Bienenwachs Produkten.

Bienenwachs-Pastillen: Die Pastillen sind in der Reinform erhältlich, wie sie Bienen erzeugen. Durch den Imker gereinigt, können die Wachs-Pastillen für die Weiterverarbeitung verwendet werden.

Salben: Bienenwachs wird gerne als Salbengrundlage eingesetzt, weil es emulgierende Eigenschaft besitzt und ohne weitere Emulgatoren auskommt. Wer Wert auf Naturkosmetik legt, ist mit einer Salbe aus Bienenwachs gut beraten. Aufgrund ihrer natürlichen antiseptischen Eigenschaften ist sie auch für unkonservierte Naturkosmetik gut geeignet, die ohne Mineralöle und synthetische Stoffe auskommt.

Babycremes, Wundcremes: Wie Studien belegen, hilft Bienenwachs bei der Linderung von Windelekzemen (Windeldermatitis) und Juckreiz. In der Babypflege bieten Bienenwachs-Produkte vereinte Funktionen, die Haut zu schützen, Ekzeme zu reduzieren und Wundbereiche durch die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften zu lindern. Bienenwachs ist besser als Öl geeignet, weil es nicht verläuft und die Haut nicht mit einem fettigen Film überzieht. Es ist in der Konsistenz fester, aber lässt sich bei Körpertemperatur gut verstreichen und schützt die Haut mit einem Film vor Nässe und Kälte. Bienenwachs hält Feuchtigkeit fern, trocknet aber die Haut selbst nicht aus. (4).

Handcremes: Bienenwachs ist für Handcremes ein idealer Trägerstoff. Er besitzt fettähnliche Eigenschaften, ohne zu fetten, lässt sich leicht auftragen, macht die Haut und raue Stellen geschmeidig. Der Film auf der Haut weist Feuchtigkeit ab, pflegt die Hände aber, indem er Feuchtigkeit in den Hautzellen einschließt und sie vor Austrocknung schützt.

Lippenpflege: In der Lippenpflege ist echtes Bienenwachs eine ausgezeichnete Zutat. Es wirkt gegen spröde Lippen und schützt sie lange vor Heizungsluft und Kälte. Viele Lippenpflegeprodukte beinhalten heutzutage Paraffin oder andere Stoffe aus Mineralölen, die die Lippenhaut nur oberflächlich und kurzfristig pflegen. Sie sind billig in der Herstellung und durch Aromen wird die Künstlichkeit der Mineralöle „überdeckt“. Lippenpflege-Stifte mit echtem Bienenwachs sind entsprechend gekennzeichnet, Naturkosmetik verwendet ausschließlich echtes Bienenwachs oder andere natürliche Pflanzenwachse und verzichtet auf Mineralöle.

Dekorative Kosmetik: Die dekorative Kosmetik hat Bienenwachs für Lippenstifte, Kajalstifte und Augenbrauenprodukte entdeckt. Das Wachs hat gute Hafteigenschaften, ohne zu fetten und verbindet sich gut mit Farbpartikeln. Bei Körpertemperatur lässt es sich geschmeidig auftragen und verfestigt sich wieder auf der Haut, wo die Farbpigmente haften sollen.

Lebensmittel: Bei der Herstellung von Lebensmitteln findet sich Bienenwachs, manchmal auch in Kombination mit anderen pflanzlichen Wachsen (Carnaubawachs, Candelillawachs) als Trenn- und Überzugsmittel in Süßigkeiten, Schokolade, Gummibären, Nüssen, Kaffeebohnen, auf verschiedenen Früchten mit essbarer Schale, für äußerlichen Glanz oder zum Schutz der Früchte vor äußerlicher Feuchtigkeits-Einwirkung (Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Melonen, Zitrusfrüchte). Da es sich bei Bienenwachs um ein Naturprodukt handelt, ist es zur Oberflächenbehandlung auch in Bio-Lebensmitteln zugelassen.

Kerzen: Kerzen aus oder mit echtem Bienenwachs sind entsprechend ausgewiesen in den Inhaltsstoffen. Preisgünstige Kerzen sind oft aus Stearin oder Paraffin und nur mit einem Bienenwachs-Aroma versehen. Paraffin steht im Verdacht, giftige oder unter Umständen sogar krebserregende Dämpfe zu entwickeln. Bei regelmäßiger Einwirkung oder bei sehr empfindlichen, anfälligen Menschen können Paraffin-Kerzen ein Gesundheitsrisiko darstellen (Asthma, Ekzeme). Bienenwachs-Kerzen sind dagegen unbedenklich. Beim Kauf ist auf die Kennzeichnung zu achten oder man stellt sie ganz einfach selbst her.

Holzschutz und Politur: Die wasserabweisenden Eigenschaften vom Bienenwachs machen sich bis in die Möbel- und Bodenpflege einen Namen. Holz und Parkett erhalten Glanz und Schutz durch spezielle Politurmittel, in denen echtes Bienenwachs enthalten ist. Anders als reine Öle werden sie nicht vom Holzboden oder Holzoberflächen aufgesaugt, sondern sind filmbildend und besitzen einen gewissen Haftwiderstand. Beliebt sind Politurmittel mit Bienenwachs aufgrund ihres intensiven Duftes.

Imprägnierung und Lederpflege: Wo könnte die feuchtigkeitsabweisende Funktion von Bienenwachs besser zum Einsatz kommen als in der Schuh- und Lederpflege. Wenn Leder an Feuchtigkeit verliert, wird es trocken und spröde. Jeder kennt die Risse, die im Laufe der Zeit bei Lederprodukten auftreten. Schuh- und Lederpflege mit Bienenwachs gibt Glanz zurück, frischt die Intensität der Farben auf und sorgt für eine natürliche Imprägnierung. Flüssigere Mittel, die Bienenwachs enthalten, besitzen reinigende Funktion. Sie lösen zusätzlich Schmutz aus dem Leder.

Nicht nur bei Leder, auch auf anderen Textilien kann Bienenwachs-Imprägnierung verwendet werden. Outdoor-Kleidung bekommt eine wasser- und windabweisende Schicht. Durch den Kontakt mit der Haut ist Bienenwachs-Imprägnierung einer chemischen vorzuziehen.

Was kann man mit Bienenwachs selbst herstellen – Top 8

Zur Herstellung von Produkten verwendet man Bienenwachs in Rohform (Bienenwachs-Pastillen/ Bienenwachs-Perlen). Sie sind die Grundlage für alle DIY-Produkte (Do-It-Yourself) mit Bienenwachs. Zu beachten ist bei allen selbst hergestellten Bienenwachs-Produkten, dass sie zwar gute selbst-konservierende Eigenschaften besitzen, aber begrenzt haltbar sind. Auf hygienische Entnahme und kühle, dunkle Lagerung achten. Lieber zuerst kleinere Mengen herstellen und bei Bedarf wieder frisch produzieren.

1. Salben und Cremes:

Selbst gemachte Creme
Eine selbst gemachte Creme auf Bienenwachsbasis.

Mit Bienenwachs und wenigen weiteren Zutaten lassen sich pflegende Salben und Cremes herstellen. Bienenwachs lässt sich gut mit anderen Inhaltsstoffen vermischen. Es emulgiert und verfestigt sich nach dem Abkühlen. Cremes sind leichter und dünner in der Konsistenz als Salben. Für eine Gesichtscreme lassen sich die Zutaten anders gewichten, mehr Öle, weniger Wachs. Am besten die Salbe oder Creme mit einer kosmetischen Spachtel entnehmen, um Verunreinigungen zu vermeiden.

2. Lippenpflege:

Lippencreme
Eine selbst hergestellte Lippencreme auf Basis von Bienenwachs.

Raue Lippen sind besonders im Winter ein lästiges Problem. Leider sind in vielen Lippenpflegeprodukten aus der Drogerie künstliche Zusätze wie Mineralöl enthalten. Eine pflegende Lippencreme ohne künstliche Zusätze auf Basis von Bienenwachs könnt ihr kinderleicht selber machen.

3. Handcreme:

Seblst hergestellte Handcreme
Eine selbst hergestellte Handcreme auf Bienenwachsbasis.

Eine pflegende Handcreme mit Bienenwachs ist rasch hergestellt. Dazu bedarf es lediglich Bienenwachspastillen und Olivenöl.

4. Bartwachs:

Bartwachs selber machen
Bartwachs auf Basis von Bienenwachs pflegt den Bart und hält ihn in Form.

Pflegendes Bartwachs für den männlichen Bart lässt sich super einfach und schnell mit Bienenwachspastillen und wenigen weiteren Zutaten selber machen. Bienenwachs macht den Bart nicht nur geschmeidig, sondern hält ihn auch gleichzeitig in Form.

5. Bienenwachstücher:

Bienenwachstücher Zutaten
Bienenwachstücher lassen sich mit wenigen Zutaten herstellen.

Bienenwachstücher erleben gerade einen kleinen Boom. Dabei handelt es sich nicht um Gerichte zum Essen, sie machen aber durchaus Lust aufs Essen: Die Wraps, Tücher mit einer Bienenwachs-Schicht, schützen Snacks, Brote und angeschnittene Früchte und sind wiederverwendbar. Beliebt bei Anhängern der Zero-Waste-Bewegung tragen sie zur Reduktion von Wegwerfmaterialien bei.

Unsere Anleitung

6. Kerzen und Teelichter:

Bienenwachskerzen selber machen
Bienenwachskerzen lassen sich schnell und einfach selber machen.

Wer mit Bienenwachs Kerzen und Teelichter herstellt, erfreut sich nicht nur am aromatischen Honigduft. Rauchfreie und gleichmäßige Verbrennung machen Bienenwachs-Kerzen zu beliebten Produkten. Bienenwachskerzen lassen sich schnell und einfach selber machen, es gibt dafür viele verschiedene Methoden.

Unsere Anleitung

Herstellung: Bienenwachs im Wasserbad schmelzen. Das flüssige Wachs in die Gläser oder Übertöpfe füllen. Den Docht zuschneiden (etwas länger als für die fertige Kerze). Auf das Glas einen Bleistift oder Strohhalm legen, den Docht in der Mitte ins Glas tauchen und oben am Stift locker verknoten. Wenn das Wachs vollständig ausgehärtet ist, kann der Docht vom Stift abgeschnitten werden. Die Kerze ist fertig.

7. Leder- und Schuhpflege:

Schuhpflege
Leder- und Schuhpflege selber lässt sich schnell und einfach mit Bienenwachs machen.

Selbst hergestellte Leder- und Schuhpflege mit Bienenwachs hat einen großen umweltfreundlichen Aspekt. Der Einsatz von Mineralölen und anderen Chemikalien entfällt, die wasserabweisende und pflegende Wirkung bleibt. Geeignet für alle Glattleder-Stücke. Mit Bienenwachs kann eine Leder- und Schuhpflege einfach und schnell hergestellt werden.

Unsere Anleitung

8. Holz- und Möbelpflege:

Holz- und Möbelpflege selber machen
Holz- und Möbelpflege lässt sich super einfach mit Bienenwachs selber machen

Holz liebt Wachs. Bienenwachs verleiht Holz eine widerstandsfähigere Oberfläche und eine frische Optik. Zudem hat Bienenwachs wasserabweisende Eigenschaften welche Holz ebenfalls zugute kommen. Holz-und Möbelpflege lässt sich super einfach auf der Basis von Bienenwachs und Terpentinöl herstellen.

Unsere Anleitung

Kann man Bienenwachs essen?

Theoretisch ist Bienenwachs essbar, stellt aber kein Nahrungsmittel per se dar und wird nicht als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Weil es als unbedenklich und verträglich eingestuft wird, ist Bienenwachs in Form von Honigwaben in Honigprodukten erhältlich. Die Europäische Honigverordnung sieht spezielle Kennzeichnungspflichten und Einschränkungen vor. Demnach sind brutfreie, gedeckelte Wabenzellen aus Bienenwachs in Honigprodukten das, was als Wabenhonig bezeichnet wird. Die Deckelung ist ein wichtiges Kriterium für qualitätvollen Wabenhonig. Die Biene verschließt die Wabe mit Wachsplättchen, was die Reife des Honigs in der Wabenzelle anzeigt. Das Honigprodukt ist frei von anderen Honigsorten und naturbelassen. Das bedeutet, dass der Wabenhonig ohne mechanische Auspressung des Imkers gewonnen wurde, er ist auf natürliche Weise „gereift“. Der Imker entnimmt die Wabe mitsamt dem Honig.

Es gibt Vertreter des sogenannten „Wabenkauens“, die von der gesundheitsfördernden Wirkung von Honigwaben überzeugt sind. Sie schreiben ihnen immunstärkende und entzündungshemmende Eigenschaften zu. Wabenkauen wird von Allergikern und bei Heuschnupfen konsumiert. Frische Honigwaben sollen in Erbsengröße gekaut werden, um wichtige Stoffe wie Enzyme herauszulösen. Nach dem Kauen spuckt man die Waben aus. Die dünnen Wachsplättchen werden gerne verzehrt.

Wabenhonig
Wabenhonig ist ein Geschmackserlebnis.

Der Wabenhonig ist zweifelsohne etwas Besonderes. Im Vergleich zum geschleuderten Honig beinhaltet Wabenhonig Nektar, Honigtau, Propolis und Blütenpollen – eine Mischung aller gesundheitsfördernder Stoffe, die aus der einzigartigen Bienenproduktion kommen. Da Blütenpollen und Propolis aufgrund ihrer antibiotischen Eigenschaften eingenommen werden, sind im Wabenhonig alle Bestandteile der Bienenerzeugnisse vertreten.

Die Schattenseite unbehandelter Honigwaben sind eventuelle Rückstände. Klinischen Studien zufolge ist Bienenwachs möglicher Träger für Substanzen wie Pestizide und Mittel zur Schädlingsbekämpfung. Imker verwenden häufig chemische Mittel zur Vorbeugung gegen die Varroa-Milbe. Diese Maßnahmen sind wichtig, weil der Milbenbefall kein seltenes Problem ist. Bienenkrankheiten können sich in den Bienenkolonien ausbreiten, wogegen wiederum chemische Mittel eingesetzt werden. Ein weiteres Problem sind Wachsmotten. Sie sind parasitär und legen ihre Eier in Bienenstöcken ab. Die geschlüpften Motten fressen die Waben und die Bienen-Larven, was nicht nur die die Arbeit der Imkerei schädigt, sondern den Bienenstand gefährdet. Der Kot dieser Wachsmotten kann Krankheiten im Bienenstock verbreiten. Einen normalen Anteil an Wachsmotten kann das Bienenvolk selbst regulieren. Wird das Ausmaß zu groß, muss der Imker nachhelfen und chemische Mittel einsetzen, die den Schaden minimieren oder eliminieren.

Diese Chemikalien lagern sich in den Bienenprodukten ab, ganz besonders ist das bei Bienenwachs im Wabenhonig der Fall. Aufgrund fehlender Regulationen wird vorgeschlagen, Höchstmengen für die Rückstände festzulegen. Um die tolerierbaren Höchstmengen zu bestimmen, wurde eine Analyse angeleitet. Die bisherigen Rückstände, die in Bienenwachs gefunden wurden, stammten in erster Linie aus Milbenbekämpfungsmittel. Für die Analyse wurde die chronische Toxizität ermittelt. Die tägliche Menge der Konsumation von Bienenwachs war mit 1,29 Gramm pro Person und bei Honig mit 50 Gramm festgelegt. Man ging dabei von einem durchschnittlichen Körpergewicht von 60 Kilogramm aus. Die Untersuchung zeigte Rückstände aus 68 verschiedenen Stoffen. Die Bienenwachs-Proben stammten aus unterschiedlichen Ländern Europas, Asiens, Südamerikas und Afrikas. Die 11 für Menschen am stärksten toxischen Substanzen wurden definiert; an erster Stelle Flumethrin, das als Anti-Parasitikum zur Anwendung kommt. Die Übertragung der Substanzen im Wachs auf den Honig wurde getestet. Flumethrin wurde als höchst toxischer Schadstoff mit „Null-Toleranz“-Grenze für den menschlichen Organismus klassifiziert. Bestätigt wurde eine Übertragung toxischer Substanzen aus dem Wachs auf Honig. Eine Verbannung von Flumethrin aus dem Imker-Betrieb wird empfohlen. Die restlichen Schadstoffe wurden, in den oben angegebenen Mengen und einzeln analysiert, als nicht gesundheitsschädlich eingestuft. Unklar bleibt bis dato, ob die Schadstoffe eine Synergie eingehen und in ihrer Summe auf den Organismus potenziell schädigend wirken.11

Ist Bienenwachs vegan?

Nein. Bienenwachs ist ein vegetarisches Produkt, weil es keine tierischen Bestandteile enthält. Bienenwachs ist aber nicht vegan. Es stammt aus den Sekretionsdrüsen der Bienen und die Tiere werden für die Herstellung von Bienenwachs und Wabenhonig benötigt. Dazu ist die gezielte Bienenzucht notwendig.

BIO-Bienenwachs – Macht das Sinn?

Die Bezeichnung „bio“ wird für Lebensmittel vergeben. Heimischer Wabenhonig ist von vornherein naturrein, frei von Zusatzstoffen und kein Mischprodukt. Die Biene markiert den Honig als reif und deckelt ihn in der Wabe ein. Wabenhonig kommt unbehandelt in den Verkauf.

Bienenwachs in Bio-Qualität als Inhaltsstoff in Produkten oder in Rohform für die Herstellung von Salben macht durchaus Sinn. Es unterstützt die nachhaltige Imkerei auf ökologischer Basis. Bienenwachs wird nicht als „bio“ zertifiziert, weil es sich nicht um ein Lebensmittel handelt. Naturreines Bienenwachs in Kosmetika eignet sich für sensible Haut.

Die Bezeichnung „rückstandsfrei“ ist nur bedingt korrekt, da ein minimaler Anteil an Rückständen nicht ausgeschlossen werden kann. Adäquater wäre die Kennzeichnung „rückstandsarm“.1

Bienenwachs kaufen

Das Schöne am Bienenwachs ist die Natürlichkeit. Wie aufwändig die Produktion von Wachs durch die Bienen ist, haben wir bereits kennengelernt. Echtes Bienenwachs ist daher nicht das kostengünstigste Produkte auf dem Markt. Aber gerade nachhaltige Imkerei trägt zu einem Gleichgewicht von Umwelt und Konsum bei und fördert die Entstehung neuer Bienenvölker. Gute Qualität in der Anschaffung aus nachhaltiger Gewinnung lohnt sich für die Natur, die Bienen, die Imkerei und den Konsumenten.

Echtheit: Beim Kauf verschiedener Produkte sollte man immer darauf achten, dass das Erzeugnis echtes Bienenwachs – das ist als solches ausdrücklich angeführt – beinhaltet. Die Aufschrift „enthält echtes Bienenwachs“ ist ein Qualitätsmerkmal.

Wachs-Fälschungen: Es gibt unzählige Produkte, die Kunstwachse verwenden, die aber genauso aussehen wie echtes Bienenwachs. Sie sind gelb eingefärbt, mit künstlichem Bienenwachs-Aroma oder Honig-Duft parfümiert und beinhalten oft Mineralöle (Kerzen, Cremes, Lippenpflege). Weil sie wesentlich preisgünstiger sind, ist der Preis durchaus ein Kriterium und geben Hinweis auf Produkte mit echtem, bzw. künstlichem Wachs.

Misch-Produkte: Aufpassen muss man auch bei Produkten, die zwar echtes Bienenwachs – zu einem sehr geringen Anteil – beinhalten, damit die Etikettierung verwendet werden darf, aber mit Paraffin oder Stearin gestreckt sind. Auch in dem Fall täuscht zugesetztes Honig-Aroma die Konsumenten. Die Wirkung des echten Wachses wird zerstört, die Zusammensetzung dient lediglich der Vortäuschung eines Produktes aus potenziell echtem Bienenwachs.

Wabenhonig: Beim Kauf von Wabenhonig sollte man auf heimische Produkte achten. Wabenhonig kauft man entweder direkt beim Imker, auf dem Markt, in Reform- oder Bio-Läden und in seriösen Online-Shops, die auf Bienenprodukte spezialisiert sind. Bedingt durch andere Richtlinien beim Einsatz von Pestiziden oder bei der Tierhaltung und Bienenzucht in Drittländern sollte man von importiertem Wabenhonig absehen.

Aufbewahrung von Bienenwachs

Bienenwachs in Reinform, Wabenhonig sowie Cremes und Salben sollten immer kühl aufbewahrt werden. Hitze lässt die Konsistenz vom Wachs erweichen. Bei längerer Lagerung kann reines Bienenwachs eine weißliche Patina an der Oberfläche bilden und spröde werden. Zur Erhaltung des Duftes das Wachs luftdicht lagern.

Bienenwachs Risiken und Dosierung

Einnahme & Verzehr: Für Bienenwachs gibt es keine Richtlinie zur empfohlenen maximalen Tagesdosis (ADI), es wurde als unbedenklicher Lebensmittelzusatzstoff eingestuft. Der Körper scheidet Bienenwachs unverdaut wieder aus. Wird Bienenwachs roh verzehrt, ist zu bedenken, dass Rückstände aus Chemikalien enthalten sein können. Bienenwachs ist ein Zusatzstoff oder Bestandteil, das heißt, in Rohform macht die Einnahme keinen Sinn und führt bei reichhaltigem Verzehr allenfalls zu Verdauungsproblemen.

Als E901 in Lebensmitteln wird Bienenwachs, soweit möglich, einer Filterung und Befreiung von Schadstoffen unterzogen. Ein gewisser Anteil an Rückständen ist auch hier nicht auszuschließen. (1). Studien haben herausgefunden, dass beim Jungfernwachs und Deckelungswachs die Kontaminierung mit Pestiziden und anderen chemischen Substanzen am geringsten ist.3

In Arzneimitteln, bei denen Bienenwachs-Komponenten als Wirkstoffe zur Einnahme eingesetzt werden, liegen die Bestandteile in extrahierter oder modifizierter und verdünnter Form vor. Arzneimittel haben nichts mit dem Naturprodukt Bienenwachs im engeren Sinne zu tun. In diesem Fall sind immer die Packungsbeilagen zu lesen und die Dosier-Empfehlungen einzuhalten.

Äußerliche Anwendung: Ist eine bekannte Allergie gegen Bienenprodukte vorhanden, wird meist von der Verwendung abgeraten. An einer kleinen Hautstelle lässt sich die Verträglichkeit von Bienenwachs-Produkten testen. Reagiert die Stelle mit Juckreiz, Rötungen, Ausschlag ist es sinnvoller, um die Produkte einen Bogen zu machen.

Bienenwachs Qualitätsmerkmale

Gute Bienenwachs-Produkte stammen aus Imkereien mit den besten Rohwachs-Kriterien. Sie sind durch mehrfache Reinigungs-Prozesse von Rückständen so gut wie möglich befreit und zertifiziert. Regelmäßige Kontrollen gewährleisten die Qualität. Produkte mit echtem Bienenwachs tragen häufig sichtbar die Aufschrift „enthält echtes Bienenwachs“.

Das Problem bei Import-Produkten wie Wabenhonig aus Drittländern sind etwaige Rückstände, die im Endprodukt vorhanden sind, weil bestimmte chemische Mittel (Antibiotika) in vielen Drittländern bei der Imkerei erlaubt sind, in der EU aber verboten. Im Wachskreislauf werden diese chemischen Stoffe immer wieder in die Bienenprodukte eingeschleust.

Vorteile von Bienenwachs

Bienenwachs ist – bei Nicht-Vorhandensein einer Allergie gegen Bienenprodukte – ein äußerst verträgliches Naturprodukt mit vielen Vorzügen. Menschen mit sensibler Haut bestätigten die beruhigende und entzündungshemmende Wirkung von Hautpflege-Produkten mit Bienenwachs.

Die Bandbreite, Pflegeprodukte und nützliche Dinge mit Bienenwachs aus Rohmasse herzustellen, ist riesig. Von Haushaltsmitteln, Möbelpolituren, Imprägnierungen und Kerzen bis zu Wachsfiguren bietet das Wachs der Bienen eine natürliche Ressource. Interessant ist Bienenwachs aus ökologischer Produktion für alle, die chemische Mittel umgehen möchten und nachhaltig in Einklang mit der Umwelt agieren möchten.

Quellenverzeichnis
(1) Adamczyk et al. (2010). Impact of the use of fluvalinate on different types of beeswax from Spanish hives. Arch Environ Contam Toxicol. 2010 Apr;58(3):733-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19756841
(2) Al-Waili et al. (2005). Mixture of honey, beeswax and olive oil inhibits growth of Staphylococcus aureus and Candida albicans. Arch Med Res. 2005 Jan-Feb;36(1):10-3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15777988
(3) Calatayud-Vernich et al. (2017). Occurrence of pesticide residues in Spanish beeswax. Sci Total Environ. 2017 Dec 15;605-606:745-754. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28679118
(4) Fratini et al. (2016). Beeswax: A minireview of its antimicrobial activity and its application in medicine. Asian Pac J Trop Med. 2016 Sep;9(9):839-843. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27633295 ?
(5) Jenning et al. (2000). Comparison of wax and glyceride solid lipid nanoparticles (SLN). Int J Pharm. 2000 Mar 10;196(2):219-22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=beeswax+vitamin+a ?
(6) Lewis et al. (2012). A randomized controlled pilot study comparing aqueous cream with a beeswax and herbal oil cream in the provision of relief from postburn pruritus. J Burn Care Res. 2012 Jul-Aug;33(4):e195-200. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22665131 ?
(7) Molina et al. (2015). D-002 (beeswax alcohols): concurrent joint health benefits and gastroprotection. Indian J Pharm Sci. 2015 Mar-Apr;77(2):127-34. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4442459/ ?
(8) Pérez et al. (2013). Protective effect of D-002, a mixture of beeswax alcohols, against indomethacin-induced gastric ulcers and mechanism of action. J Nat Med. 2013 Jan;67(1):182-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22576364?
(9) Ravelo et al. (2011). Evaluation of anti-inflammatory and antinociceptive effects of D-002 (beeswax alcohols). J Nat Med. 2011 Apr;65(2):330-5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21258868
(10) Reitinger, Anton. (2016). Die Biene und deren Produkte in der Prävention und Ernährung. IM Anton Reitinger – 89.Kongress deutschsprachiger Imker 2016 – Salzburg. https://cdn.netletter.at/imkerbund/media/download/2017.01.19/148482039162944.pdf?d=Die_Biene_und_deren_Produkte_in_der_Pr__vention_und_Ern__hrung_.pdf&dc=1484820394 ?
(11) Wilmart et al. (2016). Residues in Beeswax: A Health Risk for the Consumer of Honey and Beeswax? J Agric Food Chem. 2016 Nov 9;64(44):8425-8434. https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jafc.6b02813
Bildrechte

Die Bilder & Videos wurden selber produziert, außer folgende Inhalte:

P-fotography/Shutterstock.com
Andrey Starostin/Shutterstock.com
P Maxwell Photography/Shutterstock.com
Kuttelvaserova Stuchelova/Shutterstock.com
Vetlas/Shutterstock.com
Tycson1/Shutterstock.com
Raphael Rivest/Shutterstock.com
Andrey Starostin/Shutterstock.com
DONOT6_STUDIO/Shutterstock.com

Waugsberg/Wikipedia
Makro Freak/Wikipedia

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here