Propolis ein Wundermittel? Eine Biologin klärt auf

Propolis

Die Mumifizierung der Toten haben die Pharaonen von den Bienen gelernt. Mit Propolis wurden die Toten einbalsamiert und für die Ewigkeit konserviert genau wie Bienen ihren Bienenstock propolisieren, um ihn zu schützen und Risse zu reparieren. Die Eigenschaft, die Propolis besitzt, ist Schutz vor Kälte, Feuchtigkeit, Fäulnis, Bakterien, Viren, Pilzen. Diese Wirkung nutzen Menschen seit jeher bei Beschwerden und zur Stärkung des Immunsystems. Als Nahrungsergänzungsmittel zeigt Propolis eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Eine Biologin hat sich verschiedene Propolis Studien für uns angeschaut und gibt einen Überblick über das wertvolle Naturprodukt.

Propolis Info Grafik Vorschau
Schaue dir jetzt unsere Propolis Info Grafik an.

Was ist Propolis?

Propolis ist eine Masse, die von Bienen hergestellt wird. Propolis wird von den Bienen im Bienenstock in den Wabenzellen und an den Fluglöchern vor dem Bienenstock, angebracht. Die Masse ist in frischer Form klebrig, sie besteht aus einem Gemisch von Baumharzen, Pollenbalsam, Wachsen, Blütenpollen, Honig und körpereigenen Stoffen der Biene und verfestigt sich allmählich zu Klumpen. Zu größten Teilen aus Harzen bestehend, verwenden Bienen die antibiotische und antivirale Propolis-Masse, um den Stock vor Krankheitserregern zu schützen und offene Ritzen in der Behausung zu füllen. Auf Teile des Bienenstocks geklebt, besitzt Propolis gute Hafteigenschaften und die Masse härtet dort aus.

Neugierig? Daher kommt der Name Propolis
Die Bezeichnung „Propolis“ ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet „vor der Stadt“ (pro = vor, polis = Stadt). Das Bienenvolk besteht durchschnittlich aus 50.000 bis 70.000 Bienen und das gleicht der Bevölkerung einer Stadt. Der Bienenstock als Behausung der Königin und Unterschlupf für die Brut muss gut geschützt werden. Propolis wird vor den Bienenstock auf die Fluglöcher geklebt, um das „Stadttor“ der Bienen zu versiegeln. Es wird aufgrund seiner Eigenschaften auch „Bienenharz“, „Kittharz“, „Bienenleim“ oder „Stopfwachs“ genannt.

Propolis ist ein Naturprodukt, von dem der Mensch in vielerlei Hinsicht Nutzen ziehen kann. Die gereinigte Propolis-Masse wird in unterschiedlichen Formen verarbeitet, zur inneren als Nahrungsergänzung und äußerlichen Anwendung als antibakterielles oder kosmetisches Mittel: Pulver, Kapseln, Tinktur, Tropfen, Spray, Salben, Cremes, Zahncremes, Mundspülung, Seifen, Haarpflegeprodukte. Propolis wird als Inhaltsstoff in Holzschutzmitteln verwendet und beim Bau von Streichinstrumenten. Die berühmte Stradivari-Geige erhielt durch Propolis eine spezielle Klangfarbe.

Propolis wird in purer Form weitgehend nicht eingenommen, es besteht aus harten Klümpchen, ist aber in Rohform erhältlich als Basis, um eigene Produkte herzustellen. Produkte zur oralen Einnahme sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel. Trotz ihrer wohltuenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften, wie Erfahrungen und Berichte von Anwendern zeigen, dienen sie nicht zur gezielten Behandlung von Krankheiten. Bei Vorliegen von Erkrankungen sind medizinische Maßnahmen und ärztliche Therapie angezeigt. Ergänzend werden Propolis-Produkte gerne von Komplementärmedizinern oder in der Naturheilkunde verwendet. Die Apitherapie befasst sich eigens mit den Wirkweisen von Bienenprodukten.

Aussehen, Größe und Geschmack von Propolis

Wir assoziieren Bienenprodukte immer mit der Farbe Gelb. Tatsächlich aber variiert die Propolis-Masse farblich von gelblich, bräunlich, rötlich, grünlich bis Violett und Schwarz je nach ihren Bestandteilen und welche Bäume und Pflanzenarten von der Biene beflogen werden. Der Geschmack von Propolis ist nicht unbedingt süß. Die enthaltenen Harze schmecken herb bis bitter, was das Hauptcharakteristikum des Geschmacks ausmacht. Die Größe von Propolis kann nicht exakt angegeben werden, sie schwankt von einigen Millimetern bis Zentimetern. Die Propolis-„Klumpen“ sind unregelmäßig groß, von kugel-, würfel- bis plattenförmig.

Entstehung von Proplis

Bienen fliegen täglich mehrmals aus, um die Komponenten für all ihre Produkte zu sammeln. Für die Propolis-Herstellung machen sich einige Bienen auf die Suche nach Bäumen, da Harz der Hauptbestandteil von Propolis ist. Dafür kommen Nadelbäume und Laubbäume in Frage. Bevorzugte Baumarten für Propolis in Mitteleuropa sind Fichten, Tannen, Buchen, Kastanien, Ulmen, Eschen, Pappeln, Erlen, Birken, Obstbäume. Von den Knospen und wunden Stellen der Bäume erntet die Biene die harzige Substanz und speichelt sie ein. Wie bei der Blütenpollen-Ernte schiebt die Biene für den Transport das Gemisch zu den Hinterbeinen, wo sich sogenannte „Pollenhöschen“, oder auch „Pollenkörbchen“ oder „Pollensäcke“ bilden. Propolis ist klebrig, wenn es frisch von der Biene zum Bienenstock transportiert wird. Dort übergeben die Sammelbienen das Zwischenprodukt den Stockbienen. Mit Pollenbalsam von Blüten und Sträuchern und Bienenwachs vermischt, sondern die Stockbienen ihre körpereigenen Stoffe ab und fügen sie der Masse hinzu. Das Gemisch wird geknetet und die Harze geschmeidig gemacht. Nach dem Auskitten der Fluglöcher mit Propolis härtet es durch Abkühlung aus.

Funktion – Wozu dient Propolis den Bienen?

Viele kennen die Überlieferung, nach der die Alten Ägypter etwas beobachteten: Eine Maus war in einen Bienenstock gelangt und von den Bienen gestochen. Weil sie aber die Maus nicht aus dem Stock hinausbefördern konnten – dazu war sie zu groß und schwer für die Bienen – klebten sie das Tier mit Propolis zu. Die Maus verweste nicht. Als die Ägypter das sahen, experimentierten sie mit Propolis. So kam es, dass die Toten der Pharaonen mit Propolis einbalsamiert und für die Ewigkeit konserviert wurden.

Die erstaunliche Funktion von Propolis, eine undurchdringbare Barriere für Krankheitserreger zu schaffen, schützt die Bienenpopulation und ihre Aufzucht vor Keimen, Bakterien, Viren, Pilzen. Fremdkörper werden mit Propolis umhüllt und unschädlich gemacht. Tiere, die in den Bienenstock gelangen, und durch Bienenstiche sterben, verwesen nicht, wenn sie mit Propolis-Masse überzogen werden.

Die zweite Aufgabe besteht in der Reparaturfunktion: Bienen verwenden das noch weiche Propolis-Gemisch, um Risse und Fugen im Bienenstock zu kitten. Durch die Aushärtung des Materials ist die Behausung vor Kälte und Wind und dem Eindringen anderer Insekten geschützt.

Eine dritte Funktion ist die Wärmedämmung: Propolis sorgt für die Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur im Bienenstock. Bienen benötigen eine Temperatur von 35 Grad Celsius. Ist es zu heiß, schmelzen die Waben und die Bienen verkleben in ihrer eigenen Behausung mit dem Honig. Ist es zu kalt, ist die Brut gefährdet, zu sterben oder in der Entwicklung zurückzubleiben. Die spätere Intelligenz der Bienen ist erwiesenermaßen durch eine spezifische Brut-Temperatur gegeben. Die Brutwaben benötigen eine Temperatur von 36 Grad Celsius. Bei 36 Grad wurden die „klügsten Bienen“ herangezogen, wie Tests zeigten. Geringfügige Unterschiede zeigten eine verminderte Intelligenz und verzögertes Lernverhalten der jungen Bienen. Auch hinsichtlich Flügel- und Körpergröße wurde eine deutliche Abweichung durch einen Temperaturunterschied von 1 Grad plus oder minus beobachtet.7, 14

Neugierig? Funktion der Harze in der Natur
Die Funktion der Harze spielt in der Natur eine ähnliche Rolle wie Propolis für die Bienen. Harze werden von Bäumen in den Borken und Rinden produziert und von Pflanzen in den Knospen. Harz hat wasserabweisende Eigenschaften. Sie schützen den Baum, die Pflanze oder die Frucht vor Fäulnis und hält die notwendige Temperatur im Inneren der Pflanze aufrecht.

Gewinnung von Propolis durch Imker

Propolis wird von professionellen Imkern gewonnen. Die Menge, die ein Bienenstock jährlich produziert, liegt in etwa bei einem halben Kilogramm. Eine Sammelbiene bringt von ihrem Flug durchaus 10 Gramm der Harze zurück. Pro Jahr kann pro Bienenstock bis zu viermal geerntet werden. Manche Bienenarten haben eine ausgeprägtere Tendenz zum Verkitten und einen stärkeren Pollen-Sammeltrieb (Dunkle Biene, Kaukasische Biene). Die Gewinnung von Propolis ist faszinierend und folgt dem natürlichen Trieb der Bienen.

Es gibt zwei verschiedene Methoden, wie Propolis in der Imkerei gewonnen wird:

  1. Propolisgitter: Das Gitter wird am Bienenstock angebracht, darauf legt man kleine Holzleisten. Diese Leisten bekommen einen sogenannten „Beutendeckel“, über den die Propolis-Gewinnung abläuft. Die Konstruktion bewirkt, dass das Temperatur-Feuchtigkeits-Gleichgewicht im Bienenstock geringfügig verändert wird, indem Luft nach oben entweicht. Die Bienen reagieren auf die neuen Bedingungen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen und kitten die offenen Stellen im Gitter mit Propolis. Für die Bienen ist das löchrige Gitter Anlass, ihre kostbare Kittsubstanz anzubringen. Den Bienen wird dabei kein Schaden zugefügt. Das gewonnene Propolis wird tiefgekühlt und im letzten Schritt, nachdem es durch die Kälte spröde genug ist, vom Gitter entnommen. Das Gitter ist meist aus einem eher weichen, biegsamen Kunststoff gefertigt, damit es nach der Tiefkühlung gebogen werden kann und keinen Schaden nimmt, wenn der Imker das Propolis abgeklopft.
  2. Manuelle Abtragung: Bei der manuellen Abtragung geht der Imker mit einer Spachtel oder mit einem Stockmeissel ans Werk. Die propolisierten Stellen im Inneren des Bienenstocks an den Waben und am Äußeren an den Fluglöchern können direkt abgetragen und gekühlt werden.

Bienen bringen zu bestimmten Zeitpunkten mehr Propolis ein, um die Behausungen winterfest zu machen. Theoretisch kann die Propolis-Ernte ganzjährig vorgenommen werden. Der optimale Zeitpunkt ist zwischen der Sommersonnenwende und nach der Honigernte. In dieser Zeit sind die Wachsdrüsen der Bienen weniger aktiv. Das bedeutet, dass das Kittharz weniger mit Wachsen versetzt ist. Je härter das Propolis ist, umso dunkler wird es. Nach der Tiefkühlung ist es braun, hart und glasig. Die Tiefkühlung ist wichtig, damit die ätherischen Öle ihre Wirkung behalten und das Propolis nicht verklebt. Danach kann es zu Produkten weiterverarbeitet werden.

Warum ist Propolis so besonders?

Die faszinierende Funktion, die Propolis für die Bienenpopulation erfüllt, haben wir bereits oben gesehen. Für den Menschen ist Propolis einzigartig, weil es in dieser Form nicht synthetisch hergestellt werden kann. In einer kleinen Menge Propolis ist eine ungeheure Vielfalt an Stoffen unterschiedlicher Pflanzen- und Baumspezies enthalten. Die Bienen sammeln sie mehrmals täglich ein und vermischen sie mit enzymatischen Stoffen und Komponenten aus dem Bienenstock. Das Gemisch weist wohltuende, stärkende Wirkungen auf, die für den Menschen aus einer natürlichen Quelle stammen.

Inhaltsstoffe von Propolis

Die Inhaltsstoffe von Propolis im Überblick:

  • Harze aus Bäumen und Pflanzen
  • Balsam
  • Wachs
  • Ätherische Öle
  • Blütenpollen
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Vitamine
  • Gerbstoffe
  • Aminosäuren
  • Enzyme
  • Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Organische Bestandteile wie kleinste Holz- oder Rindenteile vom Baum

Insgesamt beinhaltet Propolis 150 – 300 einzelnen Komponenten, die die Wissenschaft noch nicht vollständig identifiziert hat.

Wie bei den Blütenpollen ist es schwer, eine genaue und quantitative Angabe über die Zusammensetzung zu machen. Die Inhaltsstoffe im Propolis schwankt stark und hängt vom Gebiet, Klima, Baum- und Pflanzenspezies und dem Bienenverhalten ab. Je höher ein Gebirge liegt, hier bezogen auf Mitteleuropa, umso eher sinkt die Anzahl der Bestandteile, weil die Artenvielfalt tendenziell abnimmt.

Um einen ungefähren Überblick über die Zusammensetzung zu geben, dienen folgende Werte:

  • Harze 50 – 55 %
  • Bienenwachs 30 – 40 %
  • Ätherische Öle 5 – 10 %
  • Pollen 5 – 10 %
  • Organische Stoffe 3 %
  • Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Zuckerverbindungen 2 %
  • Viele weitere Stoffe wie Aminosäuren, Gerbstoffe, Enzyme, Aldehyde und Sekundäre Pflanzenstoffe in geringer Menge

Wirkung von Propolis

Die Wirkung von Naturprodukten wie Propolis unterliegt den natürlichen Schwankungen der Inhaltsstoffe. Mehr als andere Naturprodukte stellen Bienenprodukte ein Erzeugnis dar, das dem aktiven Verhalten und der geografischen Lage der beflogenen Ursprungspflanzen unterliegt. Besonders in der Rohform gibt es keine einheitliche Verteilung der wirksamen Stoffe. Dennoch lassen sich Gruppen von Wirkweisen ausmachen. Die nachstehende Beschreibung der möglichen Wirkungen stützt sich auf wissenschaftliche Studien, in denen eine Wirkung aufgrund einzelner Inhaltsstoffe untersucht wurde.

Propolis zeigt folgende Eigenschaften:

  • antibakteriell
  • antiviral
  • antimykotisch/ fungizid
  • antibiotisch
  • antikarzinogen
  • wundheilend
  • entzündungshemmend
  • immunregulierend
  • antioxidativ
  • antiallergisch
  • (neuroprotektiv)

1. Antibakteriell: Vom Propolis-Einsatz der Bienen angeregt, erkannte man geschichtlich sehr früh die antibakterielle Wirkung. In der Neuzeit lieferten wissenschaftliche Studie die Bestätigung. Der Organismus wird vor einer bakteriellen Erkrankung bei der Gabe von Propolis geschützt, indem die Zelle das Anhaften des Bakteriums verhindert.

2. Antiviral: Trotz unterschiedlicher Zusammensetzung im Detail weisen einige Propolis-Proben, die in klinischen Studien verwendet wurden, eine antivirale Eigenschaft auf. Eine Studiengruppe hat brasilianischen Propolis bei seiner Aktivität an Mäusen untersucht, die mit Influenza-Virus infiziert waren. Propolis lag in einer 0,2 %-igen Ethanol-Lösung in 13 unterschiedlichen Dosierungen und Gewichtungen vor und wurde oral verabreicht. Vier von den 13 Propolis-Proben zeigten signifikante Aktivität bei der Bekämpfung des Virus und der Verbesserung der Infektions-Symptome. Die dosierten Werte entsprechen in der Relation den Werten, wie sie bei der Dosierung am Menschen empfohlen würden (10 mg/ kg). Influenza spielt als häufige Infektionserkrankung beim Menschen eine Rolle. Betroffen sind die Atemwege, Fieber tritt auf, Husten, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schnupfen. Propolis kann, so das Resümee der Studie, aufgrund seiner biologisch aktiven Inhaltsstoffe als mögliches Supplement bei Influenza hilfreich sein.12

Eine weitere Studie untersuchte die Wirkung am Menschen bei Herpes (HSV Typ 2). 90 Probanden erhielten Propolis in Form einer Salbe. Der Kontrollgruppe wurde ein Vergleichsmedikament (Acyclovir) verabreicht. Das Herkunftsgebiet des Propolis ist Kanada. Bei allen Propolis-Probanden konnte innerhalb von 10 Tagen nach Beginn der Behandlung ein signifikant rascheres Abheilen festgestellt werden. Die Heilungsrate lag bei 80 %. Bei der Kontrollgruppe mit Acyclovir lag die Heilungsrate bei 47 %. Weiters gab es eine Placebo-Gruppe, bei der die Heilungsrate 40 % aufwies.8

3. Antimykotisch und fungizid: Bei verschiedenen Arten von Pilzen, in dem Fall Candida-Stämmen (Candida albicans, Candida tropicalis, Candida krusei, Candida guilliermondii), wurde in einer klinischen Testreihe Propolis in alkoholischer Lösung verabreicht. Alle Pilzkulturen reagierten in der oben angegebenen Reihenfolge sensitiv auf die Propolis-Gabe, Candida albicans zeigte die stärkste Reaktion. Mehrere Studien konnte die pilzhemmende (antimykotische) Eigenschaft von eingenommenem Propolis bestätigen, allen voran bei Candida albicans. Prothesenträger mit oraler Candida-Besiedelung zeigten eine Reduktion der Pilz-Kolonisation nach der Behandlung mit Propolis-Extrakt. Der vielversprechende Effekt macht die äußerliche Anwendung von weiteren Propolis-Produkten attraktiv, die eine fungizide (pilzabtötende) Wirkung haben können.3, 10

4. Antibiotisch: Eine interessante Beobachtung machten Wissenschafter, die einen verstärkenden Effekt von Propolis auf die Wirkung antibiotischer Arzneimittel verzeichnen konnten. Propolis wurde in einer 70 %-igen Ethanol-Lösung verabreicht. Konkret wurden diese Mechanismen von Propolis auf den Bakterienstamm der Staphylokokken beobachtet und belegt: die bakteriellen Zellen wurden am Wachstum gehindert; bakterielles Zytoplasma, Zellmembranen und Zellwände kollabierten; Bakteriolyse (Auflösung der Bakterie) fand statt; Verhinderung der Protein-Synthese. Verantwortliche Substanzen für diese antibakterielle Wirkung im Propolis ist das Flavonoid Galangin sowie Kaffeesäure. Der Synergie-Effekt macht Propolis zu einem hervorragenden Nahrungsergänzungsmittel in Begleitung zu Antibiotika-Therapien.4

5. Antikarzinogen: Einige Bestandteile von Propolis zeigten eine antikarzinogene Tendenz. In Tierversuchen beobachtete man, dass durch die Gabe bestimmter Propolis-Dosen Tumorzellen in ihrer weiteren Teilung gestoppt werden konnten. Entscheidend ist das Vorhandensein bestimmter Substanzen, die eine antikarzinogene Wirkung haben. (Im Versuch waren die wirksamen Stoffe Artepillin C, Clerodanditerpenoide, Benzofurane und CAPE, ein Kaffeesäure-Phenethylester). Andere Propolis-Gaben erwiesen sich allerdings als unwirksam. Daher kann Propolis nicht generell als Vorbeugung oder Unterstützung bei Krebserkrankungen gelten, sondern steht immer in Abhängigkeit der enthaltenen Substanzen.6

6. Wundheilend und entzündungshemmend:
Eine Studie zur Apitherapie befragte Imker nach den Einsatzbereichen und Erfahrungen zu Propolis-Produkten. Propolis wird am häufigsten eingesetzt bei Erkältungen, Wunden, Verbrennungen, Halsschmerzen, Rachenschmerzen und zur allgemeinen Vorbeugung von Erkältungskrankheiten. Blütenpollen wurde zusätzlich als Mittel zur Vorbeugung genommen. Bei keinem der Imker, die Bienenprodukte einnahmen, zeigten sich unerwünschte Wirkungen oder allergische Reaktionen.5

7. Immunstärkend: Die immunregulierende Wirkung von Propolis wurde an gesunden Menschen durchgeführt. Anhand von Zellmarkern wurde die Aktivität der immunverantwortlichen Zellen evaluiert. Propolis zeigte einen Einfluss auf die Immunantwort der Zellen. Es stimulierte in weiterer Folge die T-Zellen (T-Lymphozyten), die für die Immunabwehr zuständig ist. Erneut sind Kaffeesäure, Ferulasäure, Cumarsäure und andere Spuren von Flavonoiden die Hauptakteure. Gleichzeitig konnte die antimykotische Wirkung festgehalten werden, die nachweislich zunimmt, je höher der Propolis-Extrakt konzentriert war. Eine Zunahme der Antikörper-Bildung konnte in einer Reihe von Studien nachgewiesen werden. Offen bleibt dabei, ob die Propolis-Komponenten gezielt mit den Zellrezeptoren durch die biologisch aktive Funktion interagieren oder unspezifisch wirken. Es wird vermutet, dass eine Synergie zwischen den einzelnen Substanzen herrscht, was Propolis in seiner Gesamtheit so wertvoll macht. Das Ergebnis bestätigte jedenfalls eine Immunregulierung an den Zellrezeptoren in Abhängigkeit der Inhaltsstoffe des Propolis-Extraktes, was Propolis zu einem Nahrungsergänzungsmittel mit möglicher immunstärkender Wirkung macht.1, 8, 11

8. Antioxidativ: Die antioxidative Wirkung von Propolis und anderen Bienenprodukten ist relativ unumstritten. Die Hauptakteure, die als Antioxidans eingreifen, sind Flavonoide. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. Antioxidantien fangen Freie Radikale, das sind zellschädigende Stoffe, aus der Umwelt und erhalten den intrazellulären Spiegel aufrecht, was zur Gesunderhaltung der Zeller von Bedeutung ist. Beim Angriff Freier Radikale auf die Zellen des Körpers wird zur Abwehr Vitamin C verbraucht. Eine Studie konnte bestätigen, dass Propolis den Verbrauch von Vitamin C senken kann und Zellen vor dem Absterben bewahrt.13

9. Antiallergisch: Bei Allergien kann Propolis eine desensibilisierende Wirkung entfalten. Da Propolis selbst Allergene enthält, ist die Einnahme bei vorhandenen Allergien ein Experiment, zeigte aber positive Wirkung bei Heuschnupfen. Sofern starke allergische Reaktionen auf Bienenprodukte oder Pollen bekannt sind, sollte eine Einnahme nicht erfolgen oder unter ärztlicher Aufsicht. Unter Umständen könnte durch die Einnahme bei Nicht-Allergikern eine Allergie ausgelöst werden. Als sicher wurde eine Gabe von 1,4 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, bzw. 100 mg pro Tag bewertet.8

An Ratten mit allergischem Schnupfen (Heuschnupfen, Rhinitis) testete eine Studiengruppe die Symptomatik durch orale und intranasale Verabreichung von Propolis. Es wurde getrocknetes Propolis-Pulver mit 70%-iger Ethanol-Lösung vermischt und eine Woche bei Raumtemperatur belassen, anschließend gefiltert und in Salzlösung vaporisiert in jedes Nasenloch der Tiere gegeben. Die allergische Symptomatik wird beschrieben mit Niesen, Schnupfen, Juckreiz in Nase und Augen, Tränen, Verlust des Geruchssinnes. Nach Abschluss der Studie stellte sich heraus, dass die orale Propolis-Gabe die Entzündungsfaktoren und vaskuläre Proliferation senkt, eine Reduktion in der Vermehrung der schleimproduzierenden Becherzellen (Goblet-Zellen) hervorruft, die Anzahl der Eosinophilen (Abwehrzellen) und Knorpelzellen (Chondrozyten) und insgesamt die Symptomatik des allergischen Schnupfens verbesserte. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe konventioneller Therapie zeigte sich bei der intranasalen Gabe bei einigen Kriterien sogar ein signifikanter Unterschied.

Die mit einer Allergie zusammenhängende Histaminausschüttung kann mit Propolis reduziert werden, so die Conclusio weiterer Studien. Aufgrund der Vielzahl an Polyphenolen (man schätzt die Anzahl der in der Natur vorkommenden Polyphenole auf 20.000), darunter Flavonoide, ist es der Wissenschaft noch teilweise ein Rätsel, welche die wirksamen Komponenten sind. Man geht auch hier davon aus, dass sie in ihrem Zusammenspiel synergetisch wirken. Unbestritten ist, dass Propolis allergische Symptome lindern kann und möglicherweise ein natürliches Antihistaminikum darstellt.2, 8, 15

10. Neuroprotektiv: Es gibt wissenschaftliche Ansätze, dass Propolis möglicherweise neuroprotektiv wirkt. Das heißt, die Nervenzellen und -fasern vor dem frühzeitigen Absterben zu schützen. Diese Eigenschaft ist noch nicht eindeutig belegt, bietet für die zukünftige Forschung ein interessantes Feld. Ziel dabei ist es, Propolis als unterstützendes und vorbeugendes Mittel bei neurologischen Erkrankungen wie zerebraler Ischämie (Schlaganfall, Hirnschlag) anzuwenden. Propolis ersetzt dabei nicht die gängige Medikation und ärztliche Therapie.5, 13

Anwendungsgebiete von Propolis

Propolis stellt ein potentes Nahrungsergänzungsmittel dar, das nachweislich gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt. Es ist kein Heilmittel per se, kein Arzneimittel oder Medikament und daher nicht für die alleinige Behandlung von Krankheiten gedacht. Die angeführten Anwendungsgebiete sind die am besten belegten. Propolis kann helfen, Symptome zu lindern und das Allgemeinbefinden zu stärken. Die Liste wäre nahezu unendlich, zieht man alle Symptome und Beschwerden in Betracht, wo Propolis vielversprechendes Potenzial besitzt.

Einnahme (oral und intranasal):

1. Allgemeinbefinden und Immunstärkung: Die immunstärkende Wirkung von Propolis ist mehrfach belegt. Gesunde Menschen können das Allgemeinbefinden erhöhen und durch regelmäßige Einnahme das Immunsystem resistenter gegen die Auswirkungen von Erkältungskrankheiten und Infektionen machen. Durch Propolis kann die Aktivität der immunverantwortlichen Zellen gesteigert und der Organismus in seiner Arbeit gegen Viren, Bakterien und Keime unterstützt werden.

2. Herpes-Infektionen: Bei Herpes-Infektionen konnte ein besonders gutes Ergebnis durch die Gabe von Propolis erzielt werden. Propolis leitet die Zellen an, die für die Abwehr von Viren verantwortlich sind und verstärkt ihre Funktion. Durch die entzündungshemmenden Substanzen

3. Erkältung, Grippe, Influenza: Grippe und Influenza sind mit einer Reihe unangenehmer Symptomen verbunden, zum Teil mit hohem Fieber. Propolis ersetzt kein Arzneimittel, das fiebersenkend ist oder bei Grippe und Influenza indiziert. Propolis-Produkte können durch ihre antiviralen Inhaltsstoffe die Wirkung ergänzen. So wie Bienen die Waben der Brut propolisieren, um sie vor Keimen und Infektionen zu schützen, stärkt Propolis eingenommen die Abwehrzellen, die bei einer Erkältung oder Grippe aktiv sind. Bei Erkältungen, die mit einer Rachenentzündung einhergehen, berichten Anwender über Linderung der Symptome durch die gleichzeitige Einnahme von Pastillen oder einem Rachenspray und einer Propolis-Tinktur.

4. Pilz-Infektionen: Pilz-Besiedelungen im Körper zeigten eine Reaktion auf Propolis in klinischen Versuchen. Der Stamm Candida albicans wies die deutlichste Reaktion auf, indem das Wachstum der Pilz-Kolonie gehemmt werden konnte. Propolis kann den Körper unterstützen, die Ausbreitung von Pilz-Infektionen zu hemmen.

5. Bakterielle Infektionen: Die oben genannten Studien zeigten eine hohe Aktivität von Propolis-Komponenten gegen Streptokokken. Sie hemmen Streptokokken daran, sich auszubreiten. Bei Mandel- und Rachenentzündungen kann Propolis in zweierlei Hinsicht helfen: die entzündungshemmende Wirkung kann die Symptome von Rachenentzündungen lindern und die antibakterielle Wirkung hilft dem Körper, den bakteriellen Herd zu reduzieren.

6. Allergien: Allergien sind ein zweischneidiges Schwert und die Einnahme von Propolis-Extrakten gleichermaßen. Propolis zeigte in klinischen Studien eine erstaunliche antiallergische Wirkung, beinhaltet aber selbst einige Allergene. Ähnlich wie bei einer Desensibilisierung kann über die schrittweise Gabe von Propolis die Histaminausschüttung im Körper gebremst und die Symptomatik eventuell reduziert werden. Als natürliches Antihistaminikum hat es sich bei Heuschnupfen bewährt, so Studien und Erfahrungsberichte von Anwendern. Ob die Einnahme oder ein Desensibilisierungs-Versuch sinnvoll ist, sollte am besten mit einem Arzt besprochen werden.

Äußerliche Anwendung:

Aus Propolis werden von allen Bienenprodukten die meisten Produktsorten hergestellt. Für die äußerliche Anwendung hat sich Propolis vielfach bewährt, so zeigen die Erfahrungsberichte von Imkern, Apitherapeuten und Interessierten.

1. Wundheilung: Bei der Wundheilung konnten gute Ergebnisse erzielt werden. Eine Studie untersuchte den Wundheilungs-Prozess nach Verbrennungen. Propolis zeigte eine vermehrte Bildung neuer Zellen (Zellproliferation), erhöhte Aktivität und verstärkte Wachstumskapazität. Dazu wurde eine quantitative und qualitative Analyse verschiedener Kollagen-Typen erstellt. Propolis bewirkt ein für die Wundheilung optimales biochemisches Umfeld für die Bildung neuer Epithelzellen. Für die Regeneration von Gewebe ist Propolis ein ideales Mittel.

Die Effektivität in der Wundheilung wird einer Kombination von entzündungshemmender, antimikrobieller und immunregulierender Eigenschaft zugeschrieben. Propolis ist für die Wundheilung, nach Verbrennungen, bei Diabetes-bedingten Wunden, nach Verletzungen oder bei einer allgemein verzögerten Wundheilung in Form von Salben, Cremes, Gels erhältlich.11

2. Herpes: Die äußerliche Anwendung von Propolis bei Herpes vereint die antiviralen Eigenschaften mit entzündungshemmenden. Wer Herpes selbst schon einmal gehabt hat oder an Mitmenschen beobachtet, weiß, wie unangenehm diese Infektion sein kann. Einige Inhaltsstoffe in Propolis-Extrakten haben sich als lindernd bei Herpes erwiesen. Das Studienergebnis klassifizierte die beste Wirksamkeit bei Herpes HSV 2 und die Verabreichung von Propolis in Form einer Salbe.

3. Pickel, Abszesse, Furunkel: Propolis ist in vielen Produktarten für die Anwendung auf der Haut erhältlich. Durch die entzündungshemmende Eigenschaft kann Propolis das Abheilen von entzündlichen Pickeln, Abszessen, Furunkeln unterstützen. Die Produkte sind auf verschiedene Hautbedürfnisse ausgerichtet, da eine zu dünne oder zu reichhaltige Zusammensetzung bei großflächigem Auftragen kontraproduktiv ist. Cremes eignen sich für trockene oder normale Haut, Gels für fettige und allgemein unreine Haut, Salben und Öl-in-Wasser-Emulsionen für trockene und empfindliche Haut. Für die punktuelle Anwendung ist Propolis in flüssiger Form vorhanden.

4. Juckreiz: Ist Juckreiz mit einer allergischen Reaktion verbunden, kann Propolis den Juckreiz eventuell verschlimmern, je nach Art der Allergie. Da es umgekehrt bei manchen Menschen mit Allergien die Histaminaktivität effektiv hemmt, kann Propolis bei Juckreiz als potenzielles Mittel zur Linderung sein. In diesem Fall kann keine allgemeingültige Aussage gemacht werden. Ein individueller Test an einer kleinen Hautstelle zeigt, ob Propolis die Wirkung verstärkt oder lindert.

5. Pilze: Pilzinfektionen an der Hautoberfläche können durch die fungiziden Eigenschaften des Bienenharzes möglicherweise reduziert werden. Wie bei der Einnahme spricht der Stamm Candida albicans auf äußerliches Auftragen von Propolis an.

6. Ekzeme: Ekzeme (Dermatitis) haben sehr viele Ausprägungsformen und oft unbekannte Ursachen. Sie treten als gerötete Hautflächen auf oder als schuppige Herde, bilden Bläschen, nässen oder verkrusten. Ekzeme können sich in allen Regionen des Körpers bilden und sind meist mit Juckreiz verbunden. Auslöser können sowohl Pilze, Bakterien, Viren als auch Textilien oder andere Stoffe sein. Da die Ursachen und Auslöser von Ekzemen schwer abgrenzbar sind, kann Propolis ein probates Mittel zur Linderung darstellen, weil es die Bandbreite an potenziell wirksamen Eigenschaften abdeckt (antibakteriell, antimykotisch, antiviral, antibiotisch).

7. Rachen-, Mandelentzündungen: Auslöser für eine Entzündung im Rachenbereich sind oftmals Bakterien. Die Anwendung eines Propolis-Sprays entfaltet seine Wirkung, indem er bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen hilft. Entzündungshemmende und antibakterielle sowie antivirale Eigenschaften machen Propolis zu einem gern eingesetzten Mittel bei Entzündungen im Rachenbereich.

8. Zahnfleischentzündungen, Infektionen im Mund: Entzündungen an Gaumen und Zahnfleisch können in jedem Alter auftreten. Sie werden medizinisch mitunter mit scharfen Mundspülungen oder Tinkturen behandelt, die den Geschmackssinn beeinträchtigen. Eine Studie widmete sich der Untersuchung von Propolis bei Prothesenträgern. Zahn-Prothesen verursachen häufig entzündete Druckstellen. Propolis konnte eine Verbesserung der Entzündung herstellen. Der Vorteil von Propolis-Produkten für die Anwendung an Zahnfleisch und im Mundbereich kann darin bestehen, dass sie milder sind, die Geschmacksknospen weniger beeinträchtigen und angenehmer sind. Als vorbeugende Maßnahme gegen Zahnfleischbluten sind Zahngels beliebt sowie Mundspülungen, Sprays, Tinkturen und Salben.

9. Kosmetische Anwendung: Antioxidantien sind es, die die kosmetische Anwendung von Propolis interessant machen. Freie Radikale aus Umweltgiften, Schadstoffen schädigen die Hautzellen und lassen die Haut vorzeitig altern. Sie verliert ihr stützendes Gewebe der tieferen Hautschichten, wird dünner und verliert an Elastizität. Propolis kann zusammen mit anderen Inhaltsstoffen in einem Hautpflege-Produkt helfen, Freie Radikale zu neutralisieren und die Haut zu schützen.

Anwendung von Propolis bei Tieren

1. Wurmbefall: Als Prophylaxe vor Wurmbefall und bei der Behandlung von Tieren mit Würmern ist Propolis bei Veterinärmedizinern beliebt. Eine Reduktion der Wurmeier beim Hund konnte nach der Gabe von Propolis, das im Abstand von einem halben Jahr regelmäßig verabreicht wurde, verzeichnet werden.

2. Wundheilung, Schmerzmittel: Tierärzte verwenden Propolis-Salben bei OP-Nähten. Sie berichten von einer narbenfreien oder narbenreduzierten Heilung. Durch die leicht anästhesierende Wirkung von Propolis auf der Haut von Tieren können Schmerzen bei der Wundheilung nach Operationen herabgesetzt werden. Verantwortlich dafür ist das in Propolis enthaltene Salizylderivat. Als schmerzlindernde und entzündungshemmende Komponente in Propolis-Salben leistet es scheinbar gute Arbeit in der Behandlung von Tieren.

3. Pilz-Erkrankungen und bakterielle Infektionen: Nagelbett-Entzündungen, die eitern (Nekrobacillose), wurden von Tierärzten mit Propolis-Präparaten behandelt und eine Verbesserung festgestellt. Die antibiotische und antibakterielle Wirkung schlägt bei Tieren mit verschiedenen Infektionen laut Berichten gut an. Bei Hautpilz (Trichophytie), der an Kälbern beobachtet wurde, besserte sich nach der Gabe von Propolis die Stärke. Augeninfektionen und Wunden bei Nagetieren mit einer nicht-alkoholischen, wässrigen Propolis-Lösung brachte ebenfalls gute Ergebnisse. Die Wirkweise wird in diesem Zusammenhang mit der Wirkung von Kortison verglichen.8

4. Immunschwäche: In der Veterinärmedizin wurde immunschwachen Tieren mittels Impfung Propolis über einen Zeitraum von zwei Wochen, bzw. kurmäßig verabreicht. Ziel ist die Reduktion der Anfälligkeit für Krankheiten. Laut Erfahrungsberichten war die Vorbeugung von Infektionskrankheiten wirksam.

Nur ein Tierarzt kann feststellen, ob Propolis bei der Therapie von Tieren infrage kommt und hilfreich ist. Behandlungen im Alleingang sollten dringend vermieden werden.

Propolis kaufen – Arten von Produkten

Propolis ist ein äußerst beliebtes Bienenprodukt und in ebenso vielen Formen erhältlich. Als Naturprodukt schwankt das Erzeugnis in Farbe, Geschmack und Beschaffenheit. Das spielt eine Rolle, wenn man Propolis pur oder als Pulver kaufen möchte.

Propolis-Produkte werden beim Imker direkt, in Apotheken, Drogeriemärkten, manchen Supermärkten und Online-Shops verkauft.

Die bestmögliche Qualität liefern heimische Produkte mit Hersteller-Nachweis. Durch strenge Kontrollen und Gesetze von Nahrungsergänzungsmittel im EU-Raum können heimische Produkte als sicher in der Anwendung eingestuft werden. Auf Produkte aus dem außereuropäischen Ausland sollte erst nach genauer Prüfung zurückgegriffen werden. Die Bestimmungen beispielsweise im asiatischen Raum sind lockerer und eine Verunreinigung der Produkte durch Schadstoffe, Pestizide, hohe Luftfeuchtigkeit in tropischen und subtropischen Gebieten sowie Hitzeeinwirkung durch klimatische Verhältnisse und Keime durch den Transportweg sind nicht auszuschließen.

Propolis ist in unzähligen Formen verarbeitet, die hier angeführten beziehen sich auf die Anwendung bei Mensch, bzw. Tier:

Rohpropolis: Pur, Extrakt, Granulat, Pulver
Pure Propolis-Masse, die direkt vom Bienenstock kommt und als Extrakt oder Granulat mit bis zu 98 %-iger Reinheit, wird in erster Linie für die Weiterverarbeitung verkauft. Cremes und Tinkturen lassen sich selbst herstellen, dafür wird die pure Masse benötigt. Zur direkten Einnahme ist Propolis pur nicht geeignet. Pulver kann in Nahrungsmittel wie Yoghurt eingerührt werden. Mit warmen Wasser eignet es sich für Breiumschläge. Beim Pulver muss darauf geachtet werden, dass es bei Kontakt mit Wasser oder einem Nahrungsmittel nicht verklumpt.

2. Tinktur, Lösungen, Sirup
Die Tinktur ist meistens mit Alkohol versetzt. Laut klinischen Studien ist die Tinktur das wirksamste Erzeugnis aus Propolis. Mundspülungen liegen als Tinktur oder Lösung vor. Ein Sirup kann für die kurmäßige Einnahme geeignet sein.

3. Tropfen
Propolis-Tropfen sind, anders als die Tinktur, meist alkoholfrei. Durch eine Pipette oder einen Tropfverschluss kann die Dosierung exakt erfolgen. Für Tiere ist immer ein alkoholfreies Produkt zu wählen. Manche Hersteller haben sich auf Propolis-Produkte für Tiere spezialisiert (Pferde, Hunde, Katzen, Nagetiere, Nutztiere). Sie garantieren die Verträglichkeit und sind auch in Zusammensetzungen mit anderen Wirkstoffen erhältlich.

4. Kapseln
Bei Kapseln mit Propolis wird eine Einnahme in der Dosierung erleichtert. Wer empfindlich auf verschiedene Stoffe der Kapselhülle (Gelatine) oder Zusatzstoffe (Magnesiumstearat) reagiert, greift besser zu Kapseln, die entweder eine Zellulose-Hülle besitzen oder zu anderen Produktformen.

5. Salben, Cremes, Lotionen, Emulsionen, Gels
Für die kosmetische Anwendung sind Propolis-Produkte in unterschiedlicher Konsistenz und Reichhaltigkeit vorhanden. Diese Produkte sind oft mit Zusatzstoffen versehen, konserviert und mit mehr oder weniger Fett- oder Wassergehalt versehen. Je nach Hautbedürfnis sind die Produkte in ihren Inhaltsstoffen gewichtet.

6. Spray, Zahncreme
Propolis-Sprays werden für Rachen und den Mundbereich verwendet. Es gibt sie mit und ohne Alkohol und desinfizieren den Mund- und Rachenraum. Ein Spray besitzt den Vorteil, dass Propolis durch die Zerstäubung in schwer zugänglichen Bereichen wie dem hinteren Rachenbereich oder Zahnzwischenräume verteilt wird. Zahncremes mit Propolis sind oft auch frei von Zusatzstoffen und Fluoriden und sollen die Regenerationsfähigkeit von Zahnfleischgewebe fördern.

7. Kombinationsprodukte
Propolis alleine in einem Produkt kann ein sehr effektives Mittel sein, den Körper verschiedenartig zu unterstützen und die Selbstheilungskräfte anzuregen. Hersteller, die weitere Bienenprodukte in einem Erzeugnis vereinen, ermöglichen dem Käufer, von mehreren Vorzügen zu profitieren.

Richtige Aufbewahrung von Propolis

Propolis brauchen eine dunkle und kühle Lagerung. In der Regel ist eine Aufbewahrung im Kühlschrank nicht notwendig. Zu beachten sind aber die jeweiligen Angaben auf den Produkten. Einige sind lichtempfindlich und brauchen eine konstant dunkle Umgebung.

Unerwünschte Wirkungen und Allergien durch Propolis

Wie bei jeder Substanz kann es auch bei Propolis als natürlichem Produkt zu unerwünschten Reaktionen kommen. Speziell bei Allergikern oder Pollen-Allergikern besteht die Möglichkeit, auf ein Propolis-Produkt mit Überempfindlichkeit zu reagieren. Propolis beinhaltet Pollen, auf die viele Menschen allergisch sind. Ein kleiner Test von äußerlich aufgetragenem Propolis schafft Klarheit, wenn keine Allergie bekannt ist. Bei bereits bekannter Allergie besser einen Arzt vor der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel konsultieren. Mediziner können abschätzen, ob eine Einnahme Sinn macht.

Propolis Fazit

Propolis wurde in zahlreichen Studien einer eingehenden Prüfung seiner Wirkweisen unterzogen. Wundheilende, entzündungshemmende, antivirale, antibakterielle und antimykotische Wirkung zeigte sich dabei am stärksten. Propolis scheint eingenommen als begleitende Maßnahme oder zur Stärkung des Immunsystems und allgemeinen Wohlbefindens ein effektives Mittel zu sein. Äußerlich findet das Bienenprodukt als Inhaltsstoff in kosmetischen Produkten Anwendung sowie bei Mund- und Rachenentzündungen. Bei Tieren haben Studien ähnliche Wirkungen festgestellt, in der Veterinärmedizin sind Propolis-Präparate gängige Mittel in der Therapie und Prävention etlicher Erkrankungen.

Quellenverzeichnis
(1) Búfalo et al. (2014). The immunomodulatory effect of propolis on receptors expression, cytokine production and fungicidal activity of human monocytes. J Pharm Pharmacol. 2014 Oct;66(10):1497-504. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24934761
(2) Chirumbolo, S. (2011). Propolis as anti-inflammatory and anti-allergic compounds: Which role for flavonoids? Int Immunopharmacol. 2011 Sep;11(9):1386-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21481329
(3) Dalben-Dota et al. (2010). Antifungal activity of propolis extract against yeasts isolated from vaginal exudates. J Altern Complement Med. 2010 Mar;16(3):285-90. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20192913
(4) Fernandes Júnior et al. (2005). Propolis: anti-Staphylococcus aureus activity and synergism with
antimicrobial drugs. Mem Inst Oswaldo Cruz, Rio de Janeiro, Vol. 100(5): 563-566. http://www.bioline.org.br/pdf?oc05130
(5) Hellner et al. (2008). Apitherapy: Usage And Experience In German Beekeepers. Evid Based Complement Alternat Med. 2008 Dec;5(4):475-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18955222
(6) Kawabe et al. (2000). Modifying effects of propolis on MeIQx promotion of rat hepatocarcinogenesis and in a female rat two-stage carcinogenesis model after multiple carcinogen initiation. Nutr Cancer. 2000;37(2):179-86. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11142091
(7) Kleinhenz, M. (2008). Wärmeübertragung im Brutbereich der Honigbiene (Apis mellifera). Würzburg:4-75. https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/2292/file/diss_marco_kleinhenz.pdf
(8) Münstedt et al. Propolis – Neue Daten zum Einsatz in der Medizin. https://propolair.at/media/pdf/2f/e2/b3/Propolis-Studie-an-der-Uni-Giessen.pdf
(9) Nakamura et al. Effects of propolis from different areas on mast cell degranulation and identification of the effective components in propolis. Int Immunopharmacol. 2010 Sep;10(9):1107-12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20601180
(10) Ota et al. (2001). Antifungal activity of propolis on different species of Candida. Mycoses. 2001 Nov;44(9-10):375-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11766101
(11) Sforcin, J.M. (2016). Biological Properties and Therapeutic Applications of Propolis. Phytother Res. 2016 Jun;30(6):894-905. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26988443
(12) Shimizu et al. (2008). Anti-influenza virus activity of propolis in vitro and its efficacy against influenza infection in mice. Antivir Chem Chemother. 2008;19(1):7-13. http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/095632020801900102
(13) Sun et al. (2016). Dichloromethane extracts of propolis protect cell from oxygen-glucose deprivation-induced oxidative stress via reducing apoptosis. Food Nutr Res. 2016 Jun 20;60:30081. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4916261/
(14) Tautz et al. (2003). Behavioral performance in adult honeybees is influenced by the temperature experienced during their pupal development. PNAS June 10, 2003. 100 (12) 7343-7347. http://www.pnas.org/content/100/12/7343
(15) Yasar et al. (2011). Effects of propolis in an experimental rat model of allergic rhinitis. Am J Otolaryngol. 2016 Jul-Aug;37(4):287-93. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27130871

ANTON NAGY

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here