Lindenblütenhonig – Lecker und gesund

Lindenblütenhonig

Lindenblütenhonig ist ein Spezialhonig, auf den sich ein zweiter Blick lohnt. Besonders das süße, leicht pfefferminzartige Aroma begeistert Genießer, was den Lindenblütenhonig zu einem begehrten Produkt macht. In diesem Artikel erfahren sie alles wissenswerte über Lindenblütenhonig von einer Biologin.

Herkunft des Lindenblütenhonigs

Biene Lindenblüte
Eine Honigbiene auf einer Lindenblüte.

Der Lindenblütenhonig wird von Bienen aus den gleichnamigen Bäumen geerntet – sowohl der Sommerlinde (Tilia platyphyllos), die etwas früher blüht, als auch der später blühenden Winterlinde (Tilia cordata). Seltener werden auch Silber- und Krimlinde genutzt. Traditionell werden die Blüten zu Tee aufgebrüht und als Heilmittel für Halsschmerzen und andere Atemwegsbeschwerden wie Husten eingesetzt. Eine Besonderheit ist auch, dass Linden von Bienen sowohl spät am Tag als auch jahreszeitlich relativ spät aufgesucht werden können – in den Abendstunden lässt sich intensives Summen unter den ausladenden Bäumen vernehmen. Im Gegensatz zum Lindenhonig, der auch größere Anteile Honigtau enthält, handelt es sich um einen Blütenhonig.1, 2, 8

Für Hobbyimker ist es gewöhnlich schwer bis unmöglich, einen Lindenblütenhonig selbst herzustellen. Denn dazu sind nicht nur Linden mit verschiedenen Blühzeiten notwendig, die einen ausreichenden Teil des Jahres abdecken, es muss auch gewährleistet sein, dass nur wenig Honigtau gesammelt wird. Sinnvoller ist es, sich über einen ausgewogenen Blütenhonig zu freuen, in dem die Lindentracht für eine interessante Nuance sorgt.5, 8

Aussehen, Konsistenz und besondere Inhaltsstoffe des Lindenblütenhonigs

Lindenblütenhonig

Da es sich bei Lindenblütenhonig um ein natürliches Erzeugnis handelt, variiert der Geschmack leicht. Er zählt zu den sehr süßen Honigen, hat jedoch insgesamt ein komplexes, florales Aroma. Reiner Lindenblütenhonig weist zudem eine leichte Mentholnote auf. Diese Honigsorte hat einen auffällig hellen Farbton zwischen zartgelb, beinahe weiß und sehr hellem Grün, womit sie sich sichtbar vom verwandten Lindenhonig unterscheidet. Auch in Lindenblütenhonig ist Honigtau enthalten, er wird jedoch durch geschicktes Aufstellen der Bienenkörbe sehr gering gehalten.4, 8

Aufgrund des stetig gebildeten Wasserstoffperoxids wirkt sich Honig oft positiv auf die Heilung von Wunden und das Abklingen von Entzündungen aus. Bezüglich seiner keimtötenden Wirkung schnitt Lindenblütenhonig besser als viele andere Sorten ab, was auf einen höheren Wirkstoffgehalt oder weitere wirksame Bestandteile schließen lässt. Infrage kommen Farnesol und Terpene, deren Gehalt in Lindenblütenhonig als besonders hoch beschrieben wird. Farnesol zeigt in Laborversuchen in hoher Konzentration eine deutlich hemmende Wirkung auf Staphylokokken und Streptokokken, zwei sehr häufige Bakterienfamilien, die für viele Infektionen verantwortlich sind. Am besten wird der Lindenblütenhonig mit Tee oder Milch genossen – jedoch ohne ihn über 40° C zu erwärmen, um die gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten. Auskristallisierter Honig kann problemlos im warmen Wasserbad wieder verflüssigt werden.3, 5, 6, 9, 10

Quellenverzeichnis
1. Verena Schmidt, Tropfende Linden: Was steckt dahinter?, Mein schöner Garten, Gartenpraxis, abgerufen 23.10.2019
https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/tropfende-linden-nektar-oder-honigtau-30381
2. Ingrid Illies, Linden als Bienenweide, Bayerische Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, abgerufen 23.10.2019
https://www.lwf.bayern.de/biodiversitaet/biologische-vielfalt/142778/index.php
3. Lindenhonig / Lindenblütenhonig aus der Pfalz, abgerufen 23.10.2019
http://www.imker-hans.de/lindenhonig-aus-der-pfalz.html
4. Linden- und Lindenblütenhonig, Die Honigmacher, Fachkunde, abgerufen 23.10.2019
https://www.die-honigmacher.de/kurs3/seite_22206.html
5. Lindenhonig und Lindenblütenhonig (2019), Bienengold
https://www.bienengold.net/lindenhonig
6. Beate Kierey (2017), Wundbehandlung mit Honig in der ambulanten Pflege, Swiss Journal of Integrative Medicine, S. 217-219
https://www.karger.com/Article/PDF/478838
8. Lindenhonig, Near Bees, abgerufen 23.10.2019
https://nearbees.de/lindenhonig
9. Staphylokokken und Streptokokken – Bakterielle Infektionskrankheiten der Gruppe grampositive Kokken (2018), Lecturio
10. Robin E. Duncan et al. (2008), Farnesol decreases serum triglycerides in rats: identification of mechanisms including up-regulation of PPARalpha and down-regulation of fatty acid synthase in hepatocytes., Lipids. Band 43, Nr. 7, S. 619-627
https://aocs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1007/s11745-008-3192-3
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