Honig Kalorien – Hat Honig die besseren Kalorien?

Honig besteht hauptsächlich aus Zucker. Dementsprechend viele Kalorien enthält er. Allerdings liefert die Wissenschaft einige Hinweise dafür, dass die Verstoffwechselung von Honig anders verläuft als von reinem Zucker. Studien zufolge könnte das unter bestimmten Bedingungen sowohl für das Körpergewicht als auch für die Gesundheit vorteilhaft sein. In diesem Beitrag gibt ihnen eine Biologin einen Überblick über die in Honig enthaltenen Kalorien und den Stand der Wissenschaft dazu.

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Wie viele Kalorien hat Honig?

Honig ist ein Naturprodukt. Die Inhaltsstoffe sind daher von Honig zu Honig verschieden. Der Zuckeranteil ist jedoch meist in etwa gleich hoch und liegt ungefähr bei 80 Prozent. Fructose macht mit etwa 35 bis 40 Prozent den größten Anteil davon aus und Glucose mit etwa 30 bis 35 Prozent den zweitgrößten. Disaccharide und Oligosaccharide sind in kleineren Mengen vertreten. Der in Honig enthaltene Zucker bestimmt auch die Kalorien von Honig.

Durchschnittliche Nährwerte von Honig
Je 100 gTeelöffel (10 g)
300 kcal30 kcal

Sind Kalorien aus dem Honig gesünder?

HonigundZucker
Studien zufolge scheint es vorteilhaft zu sein, Zucker konsequent durch hochwertigen Honig zu ersetzen.

Bezüglich des Energiegehalts sind Kalorien gleich Kalorien. Allerdings enthalten zum einen 100 Gramm Haushaltszucker mit etwa 387 Kilokalorien etwas mehr Kalorien als 100 Gramm Honig (ca. 300 Kcal).1 Zum anderen kann es für die Gesundheit einen Unterschied machen, ob jemand die Kalorien in Form von raffiniertem Zucker oder Honig aufnimmt. Denn naturbelassener und hochqualitativer Honig ist ein Zuckergemisch und besteht zudem aus einer Vielzahl von weiteren Inhaltsstoffen, auch wenn diese in nur sehr kleinen Mengen vorkommen. Deshalb soll der menschliche Körper Zucker aus dem Honig anders verstoffwechseln als raffinierten Zucker. Zweifellos bewiesen ist dies jedoch noch nicht. Außerdem ist nicht bekannt, wie diese Verstoffwechselung des Honigs im Detail abläuft.

Einige Forscher vermuten aber, dass Honig ein längeres und stärkeres Sättigungsgefühl vermitteln kann und über das Hormon Adiponektin die Insulinwirkung verbessert.2, 3 Auf diese Weise könnte Honig das Risiko für Stoffwechselkrankheiten und das Körperfett reduzieren. Andere Forscher begründen die Wirkung von Honig auf den Stoffwechsel mit der Eigenschaft von Honig, auf Enzyme wie alpha-Amylase und alpha-Glucosidase hemmend zu wirken.4 Dadurch verhindert Honig, dass alpha-Amylase Stärke zu Zucker abbaut und alpha-Glucosidase Mehrfachzucker in Einfachzucker wie Fructose und Glucose spaltet. Laut der Theorie der Forscher gelangen so weniger Zuckermoleküle über den Darm ins Blut, was weder den Blutzuckerspiegel noch den Insulinspiegel nach dem Essen plötzlich so stark ansteigen lässt.

Studien zur Wirkung von Honig auf den Stoffwechsel

Weitere wissenschaftliche Studien sprechen ebenfalls für derartige Wirkungen von Honig. Mehrere Studien berichten von einem anti-diabetischen Effekt von Honig.2, 5-10 In Tierversuchen hatten manche Honigsorten einen positiven Einfluss auf Blutzucker, Insulinkonzentration und Blutfettwerte. Außerdem weisen tierexperimentelle Studien darauf hin, dass Honig sich vorteilhaft auf das Körpergewicht auswirken könnte.11, 12 Mit Honig gefütterte Tiere nahmen weniger an Körpergewicht zu und hatten einen geringeren Körperfettanteil als Tiere der Kontrollgruppe, die Zucker statt Honig erhielten.

Eine andere Studie gibt Grund zur Hoffnung, dass Honig nicht nur das Körpergewicht positiv beeinflussen kann, sondern auch negative Folgen von Übergewicht wie Bluthochdruck mindern könnte.13 In dieser Studie veränderte sich der Blutdruck von Ratten nicht, die ein sehr kalorienreiches Futter inklusive Honig erhielten. Der Blutdruck der Tiere aus der Kontrollgruppe stieg hingegen an. Diese bekamen ebenfalls ein Futter mit sehr vielen Kalorien, allerdings ohne Honig.

Um diese Wirkung von Honig auf das Körpergewicht eindeutig zu belegen, fehlen noch umfangreichere Humanstudien. Zwei kleinere Humanstudien bestätigen zumindest eine leichte Tendenz in die gleiche Richtung wie die tierexperimentellen Studien.7, 14 Jedoch kommt nicht jede Studie zu einem derartigen Ergebnis.15 Das kann durchaus an der verwendeten Honigsorte liegen, da die Zusammensetzung eines Honigs von vielen Faktoren abhängt. Dazu gehören unter anderem Klima, Jahreszeit, Standort der Honiggewinnung und die Pflanzenarten, von denen der Honig stammt. Außerdem ist nicht jeder Honig gleichwertig. Bei minderwertigem Honig fehlen viele wertvolle Inhaltsstoffe, also vielleicht auch diejenigen, die den Stoffwechsel vorteilhaft beeinflussen können.

Wie viel Honig pro Tag?

Trotz der möglicherweise positiven Effekte von Honig auf den Stoffwechsel und die Gesundheit sollte Honig nicht in zu großen Mengen auf dem täglichen Speiseplan stehen. Denn auch dann würde der Körper zu viel Zucker und zu viele Kalorien aufnehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät, maximal fünf Prozent des Energiebedarfs in Form von Zucker zu sich zu nehmen.16 Im Durchschnitt sind das täglich ungefähr 25 Gramm Zucker. Wer also drei Teelöffel Honig pro Tag isst, darf demnach keine weiteren zuckerhaltigen Lebensmittel essen.

Honig Kalorien – Fazit

Honig enthält zwar viel Zucker und entsprechend viele Kalorien. Allerdings deuten wissenschaftliche Studien darauf hin, dass die Verstoffwechselung von Honig aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung gesünder verläuft als bei raffiniertem Zucker. Demnach scheint es tatsächlich vorteilhaft zu sein, zugesetzten Zucker konsequent durch hochwertigen Honig zu ersetzen. Die Gesamtmenge von Zucker und Kalorien, egal in welcher Form, sollte pro Tag dennoch nicht zu hoch sein.

Quellenverzeichnis
1. Bobis, et al.(2018) Honey and Diabetes: The Importance of Natural Simple Sugars in Diet for Preventing and Treating Different Type of Diabetes. Oxidative medicine and cellular longevity.2018:4757893. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5817209/
2. Hemmati, et al.(2015) Anti-atherogenic Potential of Natural Honey: Anti-diabetic and Antioxidant Approaches. Journal of Pharmacy and Pharmacology.3(2015):278-84.
3. Larson-Meyer, et al.(2010) Effect of Honey versus Sucrose on Appetite, Appetite-Regulating Hormones, and Postmeal Thermogenesis. Journal of the American College of Nutrition.29(5):482-93. https://doi.org/10.1080/07315724.2010.10719885
4. Ramli, et al.(2018) A Review on the Protective Effects of Honey against Metabolic Syndrome. Nutrients.10(8)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30072671
5. Arabmoazzen, et al.(2015) Antidiabetic effect of honey feeding in noise induced hyperglycemic rat: involvement of oxidative stress. Iranian journal of basic medical sciences.18(8):745-51.
6. Aziz, et al.(2017) Pancreatoprotective effects of Geniotrigona thoracica stingless bee honey in streptozotocin-nicotinamide-induced male diabetic rats. Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie.89:135-45.
7. Bahrami, et al.(2009) Effects of natural honey consumption in diabetic patients: an 8-week randomized clinical trial. International journal of food sciences and nutrition.60(7):618-26.
8. Erejuwa, et al.(2016) Nigerian Honey Ameliorates Hyperglycemia and Dyslipidemia in Alloxan-Induced Diabetic Rats. Nutrients.8(3):95.
9. Erejuwa, et al.(2010) Antioxidant protection of Malaysian tualang honey in pancreas of normal and streptozotocin-induced diabetic rats. Annales d’endocrinologie.71(4):291-6.
10. Krishnasree, et al.(2017) In vitro antidiabetic activity and glycemic index of bee honeys.
11. Chepulis, et al.(2008) The long-term effects of feeding honey compared with sucrose and a sugar-free diet on weight gain, lipid profiles, and DEXA measurements in rats. Journal of food science.73(1):H1-7. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1750-3841.2007.00592.x
12. Nemoseck, et al.(2011) Honey promotes lower weight gain, adiposity, and triglycerides than sucrose in rats. Nutrition research (New York, NY).31(1):55-60.
13. Romero-Silva, et al.(2011) Effects of honey against the accumulation of adipose tissue and the increased blood pressure on carbohydrate-induced obesity in rat. Letters in Drug Design & Discovery.8(1):69-75.
14. Yaghoobi, et al.(2008) Natural honey and cardiovascular risk factors; effects on blood glucose, cholesterol, triacylglycerole, CRP, and body weight compared with sucrose. TheScientificWorldJournal.8:463-9.
15. Raatz, et al.(2015) Consumption of Honey, Sucrose, and High-Fructose Corn Syrup Produces Similar Metabolic Effects in Glucose-Tolerant and -Intolerant Individuals. The Journal of nutrition.145(10):2265-72.
16. World Health Organization.(2015) Guideline: Sugar intake for adults and children. http://www.who.int/nutrition/publications/guidelines/sugars_intake/en/
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