Buchweizenhonig – Ein intensives Geschmackserlebnis

Gläser Honig
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Buchweizenhonig ist etwas für Liebhaber. Der für Honig vergleichsweise intensive Geschmack und der spezielle Geruch sind etwas gewöhnungsbedürftig. Aber gerade das macht ihn zu einer besonderen Delikatesse. Außerdem gehört Buchweizenhonig zu den Honigsorten, die in wissenschaftlichen Studien bezüglich antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften herausstechen. In diesem Artikel erfahrt ihr alles Wissenswerte über Buchweizenhonig von einer promovierten Biologin.

Buchweizenhonig ist ein sortenreiner Blütenhonig

Fagopyrum esculentum

Der Nektar des Echten Buchweizens (Fagopyrum esculentum) stellt das Ausgangsmaterial für den Buchweizenhonig dar. Buchweizen ist ein sogenanntes Pseudogetreide. Das bedeutet, Buchweizen kann ähnlich wie Getreide verwendet werden, obwohl es nicht wie Getreide zur Familie der Süßgräser gehört, sondern zu den Knöterichgewächsen. Dementsprechend handelt es sich bei Buchweizen um eine Pflanze, die zahlreiche Blüten ausbildet. Buchweizen blüht in der Regel zwischen Juli und September. In dieser Zeit finden Honigbienen reichlich Nektar und Pollen auf Buchweizenfeldern. Buchweizenhonig ist also ganz klar ein Blütenhonig, auch wenn der Name den ein oder anderen zunächst verwirren mag.

Geschmack und Aussehen von Buchweizenhonig

Buchweizenhonig Farbe

Buchweizenhonig gehört zu den dunkelsten Honigsorten, obwohl Blütenhonig normalerweise eher hell ist. Die Farbe kann sogar bis ins Tiefschwarze reichen, während die Konsistenz zähflüssig ist. Geschmacklich bietet Buchweizenhonig ein besonders intensives Erlebnis, das allerdings nicht bei jedem gut ankommt. Er schmeckt weniger süß, dafür kräftig herb und malzig. Das Aroma erinnert etwas an Getreide. Früher kam Buchweizenhonig vor allem in der Lebkuchenbäckerei zum Einsatz.

Inhaltsstoffe von Buchweizenhonig

Die grundlegende Zusammensetzung von Buchweizenhonig ähnelt der eines jeden anderen Honigs. Die Hauptbestandteile sind Fruchtzucker und Traubenzucker, wobei beim Buchweizenhonig Fruchtzucker leicht überwiegt. Durch den hohen Zuckergehalt haben 100 Gramm Honig ungefähr 300 Kilokalorien. Buchweizenhonig ist also wie andere Honigsorten sehr nahrhaft. Sein typischer Geschmack und Geruch entstehen durch viele verschiedene natürlich enthaltene Aromen wie etwa Methylbutanal und Phenylethanal.1, 2 Methylbutanal kommt beispielsweise auch in Kaffee vor, Phenylethanal in Schokolade und Brombeeren. Darüber hinaus enthält Buchweizenhonig vergleichsweise viele Polyphenole, Flavonoide und Mineralstoffe.3, 4, 5

Eigenschaften und Wirkungen von Buchweizenhonig

Aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung und vor allem aufgrund des hohen Polyphenolgehaltes zeigt Buchweizenhonig in verschiedenen wissenschaftlichen Studien deutliche antioxidative und antibakterielle Eigenschaften.5, 6, 7 Honig ist zwar allgemein für diese Eigenschaften bekannt, jedoch gehört Buchweizenhonig zu den Sorten mit einer besonders starken antibakteriellen und antioxidativen Aktivität. Gegen manche Keime ist Buchweizenhonig laut Wissenschaftlern ähnlich wirksam wie der als sehr antimikrobiell geltende Manuka-Honig.5 Bezüglich der antioxidativen Eigenschaften übertrifft Buchweizenhonig in dieser Studie den Manuka-Honig sogar, was die Forscher auf den höheren Gehalt an Phenolverbindungen zurückführen. Zudem schreiben Wissenschaftler Buchweizenhonig entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Eigenschaften zu.8, 9, 10 Die genaue Zusammensetzung und somit auch die Wirksamkeit von Buchweizenhonig unterscheidet sich aber von Ernte zu Ernte und von Herkunft zu Herkunft.

Buchweizenhonig als Hausmittel

Buchweizenhonig kann als Hausmittel bei Husten und damit verbundenen Schlafproblemen hilfreich sein, wie wissenschaftliche Studien nahelegen.11, 12 Dazu können Kinder ab zwei Jahren einen halben und Erwachsene zwei Teelöffel Buchweizenhonig vor dem Schlafengehen auf der Zunge zergehen lassen. Denkbar ist ebenso ein Nutzen bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen. Möglicherweise kann Buchweizenhonig darüber hinaus auch als natürliches Mittel gegen Bluthochdruck und vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden dienen. Zumindest vermuten dies ein paar Wissenschaftler.13, 14, 15 Wie erfolgreich Buchweizenhonig jedoch tatsächlich dabei sein kann und wie die Anwendung im Detail aussehen müsste, müssen sie noch herausfinden.

Macht der regelmäßige Verzehr von Buchweizenhonig gesund?

Welche Wirkung der regelmäßige Verzehr von Buchweizenhonig auf die allgemeine Gesundheit hat, ist wissenschaftlich nicht gut untersucht. In immerhin zwei Studien führte der Verzehr von größeren Mengen Buchweizenhonig auch zu einer erhöhten Konzentration an Antioxidantien im Blut der Probanden.16, 17 Laut den Wissenschaftlern deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass der Verzehr von Buchweizenhonig einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben kann. Beispielsweise könnten mehr Antioxidantien freie Radikale unschädlich machen und auf diese Weise die Entstehung mancher Krankheiten oder Alterungsprozesse verhindern. Allerdings sind beide Studien wenig aussagekräftig. Sie umfassen lediglich eine kleine Gruppe Probanden und für die beschriebene Wirkung war die verzehrte Menge an Honig recht groß. Möglicherweise würde der aufgenommene hohe Zuckergehalt auf Dauer einen größeren Schaden anrichten als die Antioxidantien nutzen.

Buchweizenhonig kaufen

Die Buchweizenpflanze stammt ursprünglich aus Asien und wurde im 17. und 18. Jahrhundert auch in Mitteleuropa vermehrt angebaut, bis sie durch die dann zunehmende Verbreitung der Kartoffel mehr und mehr an Bedeutung verlor. Zurzeit erlebt der Echte Buchweizen unter anderem als glutenfreies Superfood wieder mehr Aufmerksamkeit, sodass es in Deutschland immerhin in einigen Gebieten Buchweizenfelder gibt. Deshalb ist auch wieder Buchweizenhonig aus Deutschland erhältlich, allerdings eher als Rarität. Häufiger stammt Buchweizenhonig aus China, Russland und Osteuropa. Bei der Kaufentscheidung kann das Herkunftsland durchaus eine Rolle spielen. Wer möglichst keine Rückstände von Antibiotika und Pestiziden in seinem Honig haben möchte sowie Wert auf Umweltfreundlichkeit legt, greift bevorzugt zu Bio-Buchweizenhonig aus der nicht allzu weit entfernten Umgebung. Leckeren und hochwertigen Buchweizenhonig kann man hier kaufen.

Fazit zu Buchweizenhonig

Buchweizenhonig ist ein Honig mit einem sehr außergewöhnlichen Geschmack. Er ist vergleichsweise reich an Inhaltsstoffen, die antioxidative, antibakterielle und antientzündliche Eigenschaften besitzen. Daher ist Buchweizenhonig auch als Hausmittel bei Erkältungserscheinungen wie Husten oder Halsschmerzen besonders vielversprechend.

Quellenverzeichnis
1. Pasini et al. (2013) Buckwheat honeys: screening of composition and properties. Food chemistry.141(3):2802-2811.
2. Zhou et al. (2002) Identification and quantification of aroma-active components that contribute to the distinct malty flavor of buckwheat honey. Journal of agricultural and food chemistry.50(7):2016-2021. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11902950/?from_term=buckwheat+honey&from_page=3&from_pos=7
3. Vit P et al. (2010) Bioactive indicators related to bioelements of eight unifloral honeys. Archivos latinoamericanos de nutricion.60(4):405-410.
4. Kedzierska-Matysek et al. (2018) Concentration of Minerals in Nectar Honeys from Direct Sale and Retail in Poland. Biological trace element research.186(2):579-588.
5. Deng et al. (2018) Biochemical properties, antibacterial and cellular antioxidant activities of buckwheat honey in comparison to manuka honey. Food chemistry.252:243-249.
6. Mazol et al. (2016) Antiradical and antimicrobial activity of phenolic fractions obtained from honeys. Acta poloniae pharmaceutica.73(2):379-388.
7. Kus et al. (2016) Activity of Polish unifloral honeys against pathogenic bacteria and its correlation with colour, phenolic content, antioxidant capacity and other parameters. Letters in applied microbiology.62(3):269-276.
8. Kolayli et al. (2016) Honey shows potent inhibitory activity against the bovine testes hyaluronidase. Journal of enzyme inhibition and medicinal chemistry.31(4):599-602.
9. Ranzato et al. (2012) Epithelial mesenchymal transition traits in honey-driven keratinocyte wound healing: comparison among different honeys. Wound repair and regeneration.20(5):778-785.
10. Ranzato et al. (2013) Honey exposure stimulates wound repair of human dermal fibroblasts. Burns & Trauma.1(1):32-38.
11. Paul et al. (2007) Effect of honey, dextromethorphan, and no treatment on nocturnal cough and sleep quality for coughing children and their parents. Archives of pediatrics & adolescent medicine.161(12):1140-1146.
12. Wagner et al. (2013) Chronic cough in children. Pediatric clinics of North America.60(4):951-967.
13. Khalil et al. (2010) Antioxidant Properties of Honey and Its Role in Preventing Health Disorder. TONUTRAJ.3(1):6-16.
14. Khalil et al. (2010) The potential role of honey and its polyphenols in preventing heart diseases: a review. African Journal of Traditional, Complementary, and Alternative Medicines.7(4):315-321.
15. Erejuwa et al. (2012) Honey: a novel antioxidant. Molecules.17(4):4400-4423.
16. Schramm et al. (2003) Honey with high levels of antioxidants can provide protection to healthy human subjects. Journal of agricultural and food chemistry.51(6):1732-1735.
17. Gheldof et al. (2003) Buckwheat honey increases serum antioxidant capacity in humans. Journal of agricultural and food chemistry.51(5):1500-1505.
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