Waldschwebfliege fliegt in Wespennest – Bienenexperte antwortet

Dr. rer. medic. Harald Stephan

Autor: Dr. rer. medic. Harald Stephan

Über den Autor: Dr. rer. medic. Harald Stephan hat nach seinem Studium der Biologie an der Universität des Saarlandes als Wissenschaftler an den Universitäten Marburg, Bochum und Duisburg-Essen gearbeitet.

Letzte Aktualisierung: 13.11.2024

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Frage von Sinja B.:
Auf meinem Balkon befindet sich ein Wespennest. Seit einigen Tagen kommt nun aber immer eine einzelne Biene (?), knapp doppelt so groß wie die Wespen, grell-gelb-gestreiftes „Fell“, rötlicher Panzer.

Handelt es sich hier tatsächlich um eine Biene? Sie sieht so ungewöhnlich „perfekt“ aus.

Diese „Biene“ hält sich bei ihren Besuchen stets in unmittelbarer Nähe des Eingangs vom Wespennest auf. Die Wespen scheinen sich kaum an ihrer Anwesenheit zu stören. Noch erstaunter war ich dann jedoch, als die Biene einfach so in das Wespennest spazierte und nach einigen Minuten unversehrt wieder hinauskam.

Können Sie mir sagen, was das für ein Verhalten ist und warum sich die Wespen nicht daran stören?

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    Antwort von Dr. Harald Stephan:
    Danke für das tolle Bild! Eine Biene ist dieser Brummer nicht, die hätte vier Flügel: Der seltene Gast auf Deinem Balkon ist eine Große Waldschwebfliege oder Hornissen-Schwebfliege. Volucella zonaria lebt vor allem im Mittelmeerraum und dringt je nach Wetter im Spätsommer weit in den Norden vor; dank Klimaerwärmung dürften wir sie häufiger zu Gesicht bekommen.

    Ihren Namen hat die größte unserer heimischen Schwebfliegen zu Recht – mit stattlichen 18-22 Millimetern Länge und ihren gelb-schwarzen Streifen ist sie kaum von einer Hornisse zu unterscheiden. Entlarvend sind nur das Brummen, das Fehlen einer Wespentaille und ihre Fähigkeit, wie ein Kolibri auf der Stelle zu schweben. Sie sind harmlos, denn als Fliegen haben sie keinen Stachel und können nicht stechen. Noch nicht einmal beißen, denn die Mundwerkzeuge sind auf Nektar und Pollen spezialisiert. Die ausgewachsenen Tiere sind gute Bestäuber und lieben vor allem Doldenblütler, Zwergholunder und Sommerflieder.

    Die Mimikry, die Verkleidung als Hornisse schreckt nicht nur Fressfeinde ab: Ein spezieller Duftstoff (Pheromon) macht sie für Hornissen, Hummeln und Wespen unsichtbar, sodass die sie unbehelligt ins Nest lassen. Das auf dem Bild ist ein Weibchen; bei den Männchen sind die beiden Facettenaugen noch größer und stoßen direkt aneinander. Dadurch können sie auf ihren Aussichtsposten die Mädels besser sehen und sofort begatten. Nach der kurzen und heftigen Kopulation legen die Beglückten bis zu 40 Eier direkt in das Wespennest.

    Nach dem Schlüpfen fressen die bis zu zwei Zentimeter langen gelbweißen, mit Dreckkrümeln getarnten Larven als harmlose Kommensalen das, was sie im Abfallhaufen des Wespennestes finden – vor allem tote und sterbende Wespen und Wespenlarven. Als hauseigene Müllabfuhr schaden sie dem Volk nicht und sind sogar gut für die Hygiene. Sterben im Herbst die Arbeiterinnen, ist der Tisch besonders reichlich gedeckt. Ordentlich vollgefressen überwintern die Puppen im Erdreich, bevor Anfang Mai eine neue Generation Hornissen-Schwebfliegen schlüpft.

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