Heute zeigen wir euch wie ihr in wenigen Minuten eine hochwertige pflegende Hautcreme selber herstellen könnt. Die Creme ist unschlagbar günstig und kann je nach Geschmack ganz einfach individualisiert werden. Wir verwenden ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe, Chemie sucht man in der Creme vergebens.
Weiterhin braucht ihr ein Gefäß um die Zutaten in einem Wasserbad zum schmelzen zu bringen und einen leeren Tiegel. Optional könnt ihr die Creme noch mit ätherischen Ölen ergänzen, beispielsweise von der Rose.
Hinweis für Allergiker!
Bitte unbedingt beachten, dass bei der Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen in seltenen Fällen allergische Reaktionen auftreten können. Falls ihr gegen einen der genannten Inhaltsstoffe allergisch seid, bitte die Anwendung unbedingt mit einem Arzt abklären.
Schritt für Schritt Anleitung:
Schritt 1:
100 ml Pflanzenöl, 6 g Bienenwachspastillen und einen Tiegel vorbereiten. Falls ihr keinen Tiegel zur Hand habt, könnt ihr auch einfach ein altes Einwegglas nehmen. Falls ihr unter trockener Haut leidet bietet sich als Pflanzenöl beispielsweise Olivenöl oder Leinöl an. Bei sensibler Haut empfehle ich gerne auch Walnussöl, Hanfsamenöl, Walnussöl oder Kokosöl.
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Schritt 2:
Nun die 100 ml Pflanzenöl mit 6 Gramm Bienenwachspastillen in einen Topf oder hitzebeständiges Kännchen geben und im Wasserbad zum schmelzen bringen. Ihr könnt auch einfach ein Schokoladenschmelzgerät (ich verwende dieses) verwenden. Während dem Schmelzvorgang immer mal wieder umrühren, damit sich die Bienenwachspastillen optimal im Pflanzenöl verteilen.
Schritt 3:
Nach 10 – 15 Minuten sollten die Bienenwachspastillen komplett aufgelöst sein. Nun könnt ihr die Creme noch individualisieren indem ihr ätherische Öle hinzufügt. Ich verwende für einen angenehmen Rosenduft ganz gerne einige Tropfen ätherisches BIO Rosen Öl (ich liebe dieses Rosenoel).
Schritt 4:
Füllt nun die Creme in einen leeren Tiegel und lasst sie für einige Stunden aushärten. Falls ihr keinen Tiegel habt, könnt ihr beispielsweise auch ein Einwegglas verwenden.
Schritt 5:
Nun könnt ihr die ausgehärtete fertige Creme verwenden.
Für eine längere Haltbarkeit könnt ihr die Creme im Kühlschrank aufbewahren.
Ihr könnt auch ganz einfach die Konsistenz der Creme verändern, indem ihr die Zutaten anders gewichtet.
Jeder kennt die Bestäubungsarbeit, die Bienen leisten, wenn sie von Blüte zu Blüte fliegen, um die wertvollsten Stoffe einzusammeln und in ihrem Bau weiterverarbeiten. Blütenpollen, das „Gold der Bienen“ wurde schon in der Medizin der Antike geschätzt. Sie sind ein Wunderwerk des Bienenvolks und beinhalten unzählige Stoffe, die zu unserem Wohlbefinden beitragen können. Das riesige Spektrum an positiven Wirkungen machen sie zu einem kostbaren Mittel für die Nahrungsergänzung und zur äußerlichen Anwendung. In diesem Artikel erfahren sie alles wissenswerte über Blütenpollen.
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Was sind Blütenpollen
Blütenpollen, ein natürliches Produkt der Bienen, bestehen aus einem Gemisch aus dem Pollenstaub wildwachsender Pflanzen, genauer gesagt aus den männlichen Keimzellen der Blumen (Mikrosporen), aus Honig, Nektar, Enzymen aus dem Speichelsekret der Bienen und den Enzymen aus dem Pollenstaub.
Ursprung der Bezeichnung
Der lateinische Begriff ‚pollen“ lautet ‚feines Mehl‘ und beschreibt den Pollenstaub, der aus den männlichen Keimzellen der Blüte besteht und in den Blütenpollen enthalten ist. Blütenpollen werden auch das „Gold der Bienen“ genannt.
Bei Blütenpollen handelt es sich um ein Naturprodukt. Sie werden auf natürliche Weise geerntet, gereinigt und in verschiedenen Darreichungsformen zu Produkten verarbeitet (Granulat, Tinktur, Kapseln, Tabletten). Blütenpollen sind kein pharmazeutisches Produkt, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel zur Einnahme.
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Nahrungsergänzungen sind nicht zur Heilung von Krankheiten vorgesehen und dürfen nicht mit spezifischen Eigenschaften oder Wirkweisen am Etikett ausgewiesen sein. Blütenpollen werden aber durchaus gerne in der Medizin, bzw. der alternativen und Komplementärmedizin als ergänzendes Produkt wertgeschätzt (Apitherapie). Blütenpollen finden Verwendung als Bestandteil in kosmetischen Produkten (Cremes, Gels, Seren, Salben).
Neugierig? Was ist Apitherapie?
Das Wort „Apis“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Biene“. In der Apitherapie werden Bienenprodukte aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften eingesetzt. Die Etablierung dieser eigenen Disziplin macht deutlich, welche Bedeutung Bienenprodukte für den Menschen haben.
Bei der Apitherapie muss man zwei Ansätze unterscheiden: Bienenprodukte wie Blütenpollen und Propolis werden in der Apitherapie einerseits von alternativen Ernährungsberatern, Imkern und Heilpraktikern als Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung des Wohlbefindens angewendet.
Andererseits gibt es in der Medizin die Richtung der Apitherapie, in der jedoch ausschließlich zugelassene Arzneimittel verwendet werden, die aus Bienenprodukten hergestellt werden. Das ist zum Beispiel Apitoxin (Bienengift), das der gezielten, therapeutischen Behandlung von Erkrankungen (zum Beispiel Gürtelrose) dient. Aus Bienenressourcen produzierte Arzneimittel dürfen nur von praktizierenden Ärzten angewendet werden.
Aussehen und Größe von Blütenpollen
Blütenpollen-Granulatkörner
Die einzelnen Pollen im Blütenstaub, die die Biene einsammelt, sind mikroskopisch klein: Ihre Größe beträgt zwischen 2,5 – 250 Mikrometer. Sie sind erst in einer 200-fachen Vergrößerung unter dem Mikroskop gut sichtbar. Diese Pollenpartikel bestehen im Inneren aus Zellulose und Pektin und sind im Äußeren von einer hochkomplexen Struktur und dem sogenannten Pollenkitt.
Das Endprodukt, das Blütenpollen-Granulatkorn, hat eine Größe von etwa 2 mm. In einem einzigen Körnchen dieser fertigen Blütenpollen stecken Millionen von winzig kleinen Blütenstaubpollen. Die Farbe der Granulatkörner variieren von goldgelb über orange, rötlich-violett bis braun, je nachdem welche Pflanzenspezies eine Biene anfliegt. Wir assoziieren hauptsächlich die charakteristische goldgelbe Färbung mit dem, was wir unter Blütenpollen verstehen.
Entstehung von Blütenpollen
Eine Biene beim sammeln von Pollen.
Die Biene kratzt mit ihren Kiefern und Beinen Nektar und pulvrige Pollen aus dem Staubgefäß der Pflanzenblüte ab. Der Pollenkitt (er besteht aus Lipiden, Pigmenten) ist jene Substanz, mithilfe derer sich diese pulvrigen Partikel an den Körper der Biene anhaften können.
Durch das Speichelsekret der Biene und die dabei abgesonderten Enzyme wird das Pollen-Gemisch befeuchtet und geknetet, bis es eine feste Masse wird. Bienen sind an ihren Hinterbeinen von Mutter Natur perfekt ausgestattet, sodass sie die Blütenpollen transportieren können. Sie schieben das Gemisch zu den Hinterbeinen, wo es sich zu einem Klümpchen formt. So erhält es die typische Form, wie wir es vom Blütenpollen-Granulat kennen. Weil diese Beladung mit Klumpen an den Beinen an ein Höschen erinnert, nennt man sie „Pollenhöschen.
Wozu dienen Pollen der Pflanzenwelt?
Die Pollen, die am Körper der Biene hängengeblieben sind und nicht zu Blütenpollen geknetet werden, übertragen die Bienen auf dem Flug zur nächsten Blüte. Das kommt der Bestäubung der Pflanzenwelt zugute. Die Keimzellen, aus denen der Pollenstaub besteht, sind nährstoffreich, weil sie eine essenzielle Rolle bei der Fortpflanzung spielen. Die Nährstoffe, zum Beispiel Polyphenole, sichern die Funktion, mit der weiblichen Zelle zu verschmelzen und die Artenvielfalt der Pflanzen zu fördern.
Wozu dienen Blütenpollen den Bienen?
Das Blütenpollen-Granulat, das die Bienen zum Bienenstock mitbringen, hat die Funktion, den Nachwuchs zu ernähren. Das Granulat enthält alle lebenswichtigen Stoffe für die gesunde Entwicklung der Aufzucht und zum Schutz vor Keimen. Aus etwa 50.000 Bienen besteht ein Bienenvolk. Rund 35 Kilogramm Blütenpollen sind es, die ein Bienenvolk für die Versorgung der jungen Maden jährlich produziert. Die Gesundheit der Bienen hängt von der Qualität der gesammelten Pollen und des Nektars ab.
Sind Pollen kontaminiert oder arm an notwendigen Nährstoffen, so hat das einen unmittelbaren Effekt auf das gesamte Bienenvolk, auf deren Entwicklung und Immunität. Das Verhalten der Bienen beim Sammel- und Bestäubungsflug ist äußerst komplex und folgt verschiedenen Mechanismen, um an den optimalen Pollen zu kommen.
Gewinnung der Blütenpollen durch Imker
Eine Pollenfalle zum sammeln von Blütenpollen.
Damit wir Menschen von den wertvollen Blütenpollen etwas haben, müssen Imker das Bienenprodukt von Hand ernten. Dazu haben sie eine Pollenfalle konstruiert. Sie besteht aus einer Art Abstreifgitter, an der das Granulat hängenbleibt, wenn die Biene durch das Flugloch in den Stock fliegt. In einem kleinen Gefäß werden die Blütenpollen aufgefangen und gesammelt. Bereits bei der Konstruktion der Pollenfallen berücksichtigt der Imker, dass der Bienenstock vor allzu viel Licht und Hitze sowie vor Feuchtigkeit geschützt ist und optimal belüftet wird, um die Qualität der Blütenpollen nicht zu beeinträchtigen oder zu verfremden. Nachdem die Körnchen gereinigt werden, durchlaufen sie in der Imkerei einen Trocknungsprozess bei maximal 38 Grad in trockener Luft. Die Temperatur ist dem natürlichen Wärmegrad des Bienenstocks nachempfunden. Blütenpollen bekommt man auch frisch, sie sind ohne Trocknung für den Verkauf abgepackt.
Bei der Gewinnung und Ernte der Blütenpollen wird den Bienen kein Schaden zugefügt. Der Imker achtet darauf, dass die Pollenfallen nur in bestimmten Abständen aufgestellt werden, damit die Brut der Bienen mit den Blütenpollen weiterhin ernährt wird. Idealer Erntezeitpunkt ist im Frühjahr, zur pollenreichen Zeit, also zwischen April und Juli.
Warum sind Blütenpollen so besonders?
Die Art und Weise, wie Bienen Blütenpollen herstellen, ist einzigartig. Die botanische Vielfalt der Pflanzenarten, die Vermischung mit enzymatischen Stoffen aus dem Speichel und die Verarbeitung zu einem Granulat ergeben ein Kraftpaket unzähliger Inhaltsstoffe, die auch auf den Menschen positive Wirkungen haben können. Bis heute ist es nicht gelungen, Blütenpollen in dieser Zusammensetzung künstlich herzustellen.
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Durch intensive Studien der Blütenpollen selbst sowie des Verhaltens der Bienen beim Sammelflug hat sich herausgestellt, dass Bienen zwar als Hauptnahrung Nektar und Pollen sammeln, aber gezielt andere Bestandteile von Blumen akquirieren, die für die Gesundheit des Bienenvolks von Bedeutung ist. Bestimmte Bakterien, die eine favorisierende Wirkung besitzen, werden beim Pollenflug ebenfalls ausgewählt und in der Bienenpopulation geteilt, was noch wenig bekannt ist. Solche Bakterien sind unter anderem Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die nicht nur in der Milch, sondern auch in Pflanzen vorkommen können und von den Bienen geerntet werden. Diese Erkenntnisse zeigt die neueste Forschung.8 Ob die Auswahl spezifischer Bakterien in Zusammenhang mit jeweils einem bestimmten Bienenhabitat steht, ist noch ungeklärt. Diese neuen Untersuchungen bestätigen jedoch, dass Bienen neben den erforderlichen Stoffen, die der Nahrung der Bienenpopulation dient, auch Mikroben und Bakterien mitnehmen. Annahme ist, dass diese Bakterien in einer symbiotischen Verbindung zwischen Biene und Pflanze stehen.
Blütenpollen Inhaltsstoffe
Blütenpollen enthalten folgende Haupt-Inhaltsstoffe in der Übersicht:
Proteine, Aminosäuren, Kohlenhydrate, Lipide und Phospholipide, Vitamine, Mineralstoffe, Fette und Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien, antibiotische Stoffe, pflanzliche Hormone (Phytosterole), Enzyme und Co-Enzyme und einen Anteil nicht identifizierter Stoffe.
Insgesamt konnten bisher rund 200 Bestandteile in Blütenpollen festgestellt werden. Rund 70 Bestandteile in Blütenpollen sind biologisch aktive Stoffe.
Zusammensetzung und Nährwerte von Blütenpollen
Die Anteile der Stoffe in den Blütenpollen sind stark abhängig von der geografischen Lage der Pflanzen, dem Klima, den Pflanzenarten und dem Verhalten der Bienen beim Bestäubungsflug. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Reichhaltigkeit und Vielfalt in den Blütenpollen subtropischer Gebiete am stärksten ist.8
Einen ungefähren und groben Richtwert über die durchschnittliche Zusammensetzung europäischer Blütenpollen gibt folgende Aufschlüsselung:
(Der Eiweißgehalt von Blütenpollen schwankt enorm aufgrund der botanischen Herkunft der Pollen, das heißt, ob diese von Blumen, Bäumen, Obst- oder Gemüsepflanzen stammen. Mohn, Raps, Weide, Obstbäume beispielsweise stellen einen hohen Eiweißgehalt in den Pollen bereit)
Fettsäuren - ungesättigte und gesättigte, vor allem Alpha-Linolensäure, Omega-3, Phospholipide: Lecithin)
-
Nukleinsäuren (RNA, DNA)
-
Fasern
0,3 - 20 %
Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B12, C, D, E, K, Provitamin A)
Bis zu 5 %
Kalium
2 - 4 %
Magnesium
1 - 2 %
Kalzium
1 - 1,5 %
Eisen
1 - 2 %
Silizium
0,2 - 1 %
Phosphor
1 - 1,5 %
Weitere Spurenelemente und Mineralstoffe (Mangan, Schwefel, Kupfer, Zink)
-
Enzyme und Co-Enzyme (Phosphatase, Amylase, Saccharase)
-
Sekundäre Pflanzenstoffe
-
Phytosterole (Pflanzenhormone)
1,1 %
Antioxidantien
-
Antibiotische Stoffe
-
Nährwerte pro 100 Gramm: Durchschnittlich 350 kcal
Wirkung von Blütenpollen
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Blütenpollen wissen Menschen seit der Antike zu schätzen, wie Erfahrungsberichte wiedergeben. Wissenschaftliche Studien, die Inhaltsstoffe untersuchten, belegen deren Eigenschaften und eine potenziell physiologische Wirksamkeit. Aufgrund der typologischen Vielfalt der Pflanzenspezies in Abhängigkeit ihrer geografischen und klimatischen Lage, variiert die Zusammensetzung der Blütenpollen. Das muss bei allen Auswertungen zur Wirkung berücksichtigt werden. Die vorhandenen Studien bilden daher immer einen Querschnitt jener Blütenpollen ab, die bei der Durchführung herangezogen wurden und unterliegen ihrer konkreten Zusammensetzung.
Hinweis
Die nachfolgende Erläuterung stellt kein Heilversprechen dar, sondern beschreibt die Mechanismen im Körper und mögliche Wirkung von Komponenten, wie sie in Blütenpollen vorkommen. Blütenpollen sind keine Heilmittel. Sie sind nicht zur Behandlung von Krankheiten gedacht, können aber den Organismus in seinen Funktionen unterstützen.2, 9
Die Wirkweisen im Überblick:
1. Entzündungshemmend: Bestimmte Inhaltsstoffe (Flavonoide, Fettsäuren, Pflanzenhormone) in Blütenpollen haben einen nachweislich positiven Effekt auf verschiedene Zelltypen, die schädliche (pathogene) Stoffe wie Pilze, Bakterien, Viren abwehren und an der Reduktion entzündlicher Prozesse beteiligt sind. Die entzündungshemmende Wirkung kann bei Schmerzen, Schwellungen und Asthma von Vorteil sein.2
2. Antioxidativ: Auf oxidativen Stress reagieren die Zellen im menschlichen Körper mit einer entzündlichen Reaktion. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, degenerativen Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer, Arthrose) spielt die Funktion von Antioxidantien eine große Rolle. Sie verhelfen den Zellen zu einer Art Verteidigung. Dabei werden sogenannte Freie Radikale (zum Beispiel aus Umweltgiften) abgefangen, die zellschädigend wirken. Dieser antioxidative Effekt wird durch Stoffe wie Vitamin C und E, Carotinoide, Phenole und einer Reihe weiterer sekundärer Pflanzenstoffe (Flavonoide), die in Blütenpollen enthalten sind, freigesetzt. Flavonoide sind in der Lage, die Zellen vor Oxidation zu schützen. An dieser Stelle muss besonders darauf hingewiesen werden, dass die antioxidative Wirkung wesentlich von den enthaltenen Pollen-Spezies abhängig ist.6, 8
3. Antikarzinogen: Studien fanden heraus, dass sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Flavonoide, bei der Verteidigung der Zellen gegen krebserregende (karzinogene) Substanzen aktiv sind und das Level des oxidativen Stresses durch die Gabe von Blütenpollen herabgesetzt werden konnte. Diese Beobachtung wurde auch bei leukämischen Zellen und Prostata-Krebszellen gemacht. Dabei verabreichte man Versuchspersonen die Blütenpollen ergänzend zur Chemotherapie. Nach Untersuchungen der Zellkulturen kann die Theorie bestätigt werden, dass Blütenpollen, speziell solche, die Phenole und Flavonoide enthalten, helfen, das Zellwachstum zu kontrollieren.2
4. Antibakteriell und fungizid: Bei der Untersuchung antimikrobieller Wirkung gegen spezifische Bakterien (Staphylokokken) und Pilze (Candida) haben sich spanische und portugiesische Blütenpollen als wirksam erwiesen. Antibakterielle Aktivität hat sich besonders bei Mohnpollen gezeigt, Salmonellen reagierten auf Raps- und Sonnenblumen-Pollen, jeweils in einer Verdünnung mit Ethanol- oder Methanol. Allgemein kann gesagt werden, dass ausgewählte Blütenpollen antimikrobiellen Effekt zeigen, aber von der Spezies und Gehalt abhängig sind. Bei Listerien und Escherichia coli konnte beispielsweise keine Wirkung nachgewiesen werden. Es wird weiters vermutet, dass die antibakterielle Wirkung von einem Enzym ausgeht, die die Honigbiene im Speichelsekret produziert und im Blütenpollen enthalten ist. In dieser Mischung, so die Annahme, können Blütenpollen zusammen mit Phenolen und Flavonoiden gegen Bakterien und Pilze effektiv sein.2
5. Hepatoprotektiv: Bei Tierversuchen zeigten bioaktive Stoffe in Blütenpollen eine Verbesserung der Leberfunktion. Sie senkten bestimmte schädigende Leber-Enzyme (Transaminasen, Alanin) sowie die Bilirubin-Werte. Insgesamt erhöhte das die blutreinigende Funktion. Schadstoffe (Pestizide oder Schwermetalle) könnten dadurch möglicherweise besser abgebaut werden. Blütenpollen können ein potenziell wirksames Mittel bei erhöhten Cholesterinwerten, akuten und chronischen Entzündungen sein, ist das Ergebnis der klinischen Studien.2, 8
6. Anti-arteriosklerotisch: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gabe von Blütenpollen Fette, Triglyzeride und Cholesterol senkt, was eine Rolle bei Gefäßerkrankungen spielen könnte. Die Einnahme von Blütenpollen kann bei der Reduktion von arteriosklerotischem Plaque helfen. Diese Wirkweise wird den Omega-3-Fettsäuren zugeschrieben.2
7. Immunregulierend und antiallergisch: Belegt werden konnte eine immunstärkende Funktion von Blütenpollen bei Versuchen mit Mäusen. Eine bessere Antwort der Immunzellen trat ein nach der Gabe von Blütenpollen in Ethanol. Auch hier spielen Flavonoide und Steroide die entscheidende Rolle. Weiters wurde festgestellt, dass Blütenpollen die antiallergische Reaktion erhöhen, indem die dafür verantwortlichen Mastzellen in ihrer Aktivität gehemmt werden. Sowohl in frühen als auch späten Phasen allergischer Reaktion konnte hier eine Verbesserung beobachtet werden.4
Aus den durchgeführten Studien lässt sich feststellen, dass durch die Gabe von Blütenpollen bei Versuchen an Menschen und Tieren eine unterstützende Wirkung bei den Mechanismen des Organismus eintritt.
Anwendungsgebiete von Blütenpollen
Blütenpollen finden aufgrund ihrer Vielzahl an Inhaltsstoffen eine breite Anwendung. Sie sind als ergänzende Maßnahme sinnvoll, um den Körper in seiner Funktion zu stärken.
1. Mangelernährung: Resultierend aus den oben beschriebenen Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Protein-Stoffwechsel nach der Einnahme von Blütenpollen verbessert werden konnte. Bei mangelhafter Ernährung können Blütenpollen als nährstoffreiche Ressource von Bedeutung sein. Auch bei älteren Menschen helfen Blütenpollen, einen Mangel an Nährstoffen, der über die Ernährungsweise zustande kommt, auszugleichen. Aminosäuren und Mikronährstoffe sind die Stoffe, die bei einer Mangelernährung positiv einwirken. Aminosäuren sind wichtig für den Zellaufbau und tragen zur Regenerierung von Muskeln und Haut bei. Vegetariern und Veganern dienen Blütenpollen als alternative Eiweißquelle. Für Sportler rücken Blütenpollen mehr und mehr in den Mittelpunkt für vermehrte Proteinzufuhr. Fest steht: Die reichhaltigen Blütenpollen können dabei helfen, Menschen, die an Mangel- oder Unterernährung leiden, fehlende Nährstoffe zuzuführen.
2. Allgemeinzustand: Bei Menschen, die sich einer Chemotherapie oder Radiotherapie unterziehen, können Blütenpollen die Nebenwirkungen der Chemo- oder Radiotherapie reduzieren und den körperlichen Allgemeinzustand der Patienten verbessern. Sie steigern die Abwehrkraft des Organismus gegen krankheitsauslösende oder schwächende Einflüsse. Allerdings sollte die Einnahme von Blütenpollen im Fall einer Chemo- oder Radiotherapie immer erst mit dem Arzt besprochen werden!
3. Leistungssteigerung und Gedächtnis: Bei physischer und mentaler Anstrengung helfen Blütenpollen durch ihre leistungsfördernde Wirkung. Ihnen wird ein belebender Effekt zugesprochen. Man vergleicht ihn mit der Wirkung von Koffein. Eine Stärkung der Muskelfunktion konnte ebenfalls beobachtet werden. Bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit können sie helfen, neue Energie aufzubauen und die Gedächtnisleistung zu stärken. Aus diesem Grund eignen sich Blütenpollen bei Stress, Konzentrationsschwäche und Energielosigkeit. Für Sportler sind Blütenpollen eine interessante Quelle zur Steigerung der Leistungsbereitschaft und Ausdauer.
4. Erkältungskrankheiten: Blütenpollen beinhalten Antioxidantien. Sie neutralisieren schädliche Freie Radikale, zum Beispiel aus Umweltgiften, und können unseren Körper davor schützen, indem sie das Immunsystem stärken. Durch die entzündungshemmende und antibiotische Wirkung helfen Blütenpollen bei der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten.6
5. Magen-Darm-Beschwerden: Der Enzymgehalt in Blütenpollen regt die Verdauung an und unterstützt bei Magen-Darm-Erkrankungen, das körpereigene Gleichgewicht wiederherzustellen. Enzyme können die physiologisch wichtigen Stoffe optimal aus den Nahrungsmitteln ziehen und dem Körper zuführen.
6. Herz-Kreislauf-Beschwerden: Die in den Blütenpollen enthaltenen Flavonoide und Lysine unterstützen die Blutbildung, stabilisieren die Kapillare und fördern die Durchblutung. Körpereigenes Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, wird in seiner Bildung gefördert. Blutgefäße und Organe wie das Herz können von dieser Funktion profitieren. Man nimmt an, dass Blütenpollen bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden einen positiven Effekt haben können.
7. Hoher Cholesterinspiegel: In der Bevölkerung verbreitet und meist mit der Ernährungsweise verbunden ist ein Überschuss an negativem Cholesterin. Blütenpollen können helfen, bei regelmäßiger Einnahme, einen zu hohen Cholesterinspiegel zu senken.
8. Haut und Alterserscheinungen: Einige Inhaltsstoffe (Antioxidantien, Flavonoide, Vitamine) in Blütenpollen fördern nachweislich die Regeneration von Zellen. Eine schwache Regenerationsfähigkeit der Zellen wird an unserer Haut am deutlichsten sichtbar. Zeichen der Hautalterung werden in erster Linie äußerlich durch Kosmetika versucht zu beheben. Dabei kann die Einnahme von Blütenpollen, die alle dafür notwendigen Stoffe enthalten, als natürliches Anti-Aging-Mittel helfen: Einerseits durch die Förderung der Zellerneuerung, die bei der Vorbeugung von Hautalterung von Bedeutung ist und andererseits durch die Funktion als Antioxidans.
9. Blutarmut: Studien haben eine vielversprechende positive Wirkung von Blütenpollen bei Anämie entdeckt. Sie fördern die Aufnahme und Verwertbarkeit von Eisen im Körper und in der Folge die regenerierende Kapazität des Hämoglobins. Weiters wurde ein vorteilhafter Effekt auf den Magnesium-Stoffwechsel festgestellt.3
10. Osteoporose: In einer Studie fanden Forscher heraus, dass bestimmte Inhaltsstoffe in Blütenpollen vorbeugend dabei helfen können, Knochenverlust zu reduzieren, wie er bei Osteoporose stattfindet. Die aktiven Stoffe sind Aminosäuren. Sie sind für eine feste Knochenstruktur verantwortlich. Die Knochendichte sowie der in den Knochen befindliche Gehalt an Kalzium und Phosphaten waren nach der Gabe von Blütenpollen signifikant höher. Somit stellen Blütenpollen ein möglicherweise wirksames Mittel zum Erhalt der Knochendichte und zur Vorbeugung des Knochenabbaus durch Osteoporose dar.5
11. Allergien: Interessante Wirkung zeigen Blütenpollen nachweislich bei Heuschnupfen: Sie senken auf natürliche Weise den Histamingehalt im Körper und können allergische Symptome reduzieren. Zum Test der Verträglichkeit beginnt man am besten mit einem Granulatkörnchen unter der Zunge. Bei Ausbleiben allergischer Symptome kann die Menge gesteigert werden. Diese Wirkung zur Reduzierung allergischer Reaktionen kann mit einer Desensibilisierung verglichen werden. Durch die Einnahme erkennt der Körper die Allergene aus der Luft wieder und reagiert allmählich mit einem veränderten, adaptierten Muster. So gewöhnt sich der Organismus über einen längeren Zeitraum an die Allergene. Optimal ist es, in einer pollenfreien Saison, zum Beispiel im Winter, damit zu beginnen. Aber Achtung: Ist eine manifeste Allergie gegen Pollen oder Bienenprodukte bekannt und eine Desensibilisierung nicht erfolgreich, Abstand von der Blütenpollen-Einnahme nehmen oder unter nur ärztlicher Aufsicht vornehmen.
Blütenpollen in Kosmetikprodukten
Äußerlich aufgetragen, als Inhaltsstoff in Cremes und Salben, haben Blütenpollen nachweislich hautregenerierende und schützende Eigenschaften gezeigt.
Es gibt Studien, die die Wirkung von Blütenpollen auf die Haut untersuchten. Sie kamen zu dem Schluss, dass Blütenpollen durch ihre biologisch aktiven Inhaltsstoffe möglicherweise vor frühzeitiger Hautalterung schützen kann, gegen Trockenheit hilft, die Mechanismen der Haut gegen UVB-Strahlung und oxidative Schäden unterstützt, entzündliche Prozesse im Fortschreiten stoppt und die Bildung von Melanin reduziert.
Die Kosmetikindustrie hat Blütenpollen aufgrund ihrer Vielzahl an biologisch aktiven Inhaltsstoffen auf die Haut entdeckt. Darunter sind Komponenten bekannt, die zur Aufhellung der Haut und für mehr Feuchtigkeit eingesetzt werden, entzündungshemmend wirken und als Anti-Aging-Mittel optimistische Resultate zeigen. Als Salbe beschleunigen Blütenpollen-Wirkstoffe die Wundheilung.
Blütenpollen in Kosmetikprodukten wirken über folgende Inhaltsstoffe:
Proteine:
Der Protein-Stoffwechsel im Körper ist für viele vitale Funktionen verantwortlich. Bestimmte Faktoren rufen vorzeitige Hautalterung hervor, indem sie Freie Radikale aussenden. Das sind beispielsweise Umweltverschmutzung, UV-Strahlung, Mikroorganismen, Viren. Eine Studie hat herausgefunden, dass Faltenbildung und trockene Haut möglicherweise an einen fehlerhaft funktionierenden Protein-Stoffwechsel gekoppelt sind.9
Tenside, waschaktive Substanzen, die in Kosmetika eingesetzt werden, kann zu unangenehmen Nebeneffekten führen. Die Hornschicht schützt die tieferen Hautschichten vor mechanischen Schäden und bewahrt den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt in der Haut. Tensid-Moleküle sind in der Lage, diese Hornschicht der Haut zu beeinträchtigen. Aus diesem Grund sind vielen Kosmetikprodukten Protein-Verbindungen zugesetzt, die diese Tenside daran hindern, die Keratinfasern in der Haut zu schädigen. Dafür werden Stoffe benötigt, die äußerst reich an Proteinen sind. Man hat herausgefunden, dass lösliche Protein-Verbindungen diese Aufgabe erfüllen und in allen Formen von Hautpflegeprodukten (Emulsion, Gel, Creme) verwendet werden kann. Diese Eiweiße wurden bisher aus pflanzlichen Quellen wie Algen oder Pilzen genommen. Vielversprechend ist in diesem Zusammenhang die Verwendung von Blütenpollen.
Aminosäuren:
Aminosäuren sind in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Hautpflege gerückt. Allen voran Arginin und Glycin. Die Struktur und Zusammensetzung von Proteinen bestimmen ihre biologischen Eigenschaften. Untersuchungen haben gezeigt, dass solche Proteine, die reich an Aminosäuren sind, für ein ebenmäßiges Hautbild sorgen. UV-Strahlung ist zu großen Teilen verantwortlich ist für eine frühzeitige Hautalterung und kann bis in die Lederhaut (Dermis) vordringen. Laut klinischen Studien kann durch Aminosäuren ihre schädigenden Wirkung herabgesetzt werden. Ein starker Effekt zeigte sich bei photosensitiver (lichtempfindlicher) Haut, wo die Aminosäuren entsprechende Photonen, also Lichtteilchen, absorbieren. Die Studie bestätigt, dass Aminosäuren die Haut vor übermäßiger Melaninbildung bewahren und vor UV-Strahlung schützen können. Blütenpollen enthalten 10,4 % essentieller Aminosäuren, die in Kosmetika als Inhaltsstoff diese schützende Wirkung aufweisen.9
Kohlenhydrate:
Kohlenhydrate in den Blütenpollen (zum Beispiel Alginate, Karragen) werden in Kosmetika als Verdickungsmittel, Stabilisatoren in Emulsionen verwendet sowie für Gels und als feuchtigkeitsspendende Komponenten. Sie besitzen antioxidative, antivirale, entzündungshemmende und Anti-Aging-Eigenschaften.
Die Haut verliert alle 10 Jahre etwa 7 % ihrer Hautdicke. Durch Fucose, einem Monosaccharid in den Blütenpollen, konnte nachweislich eine Erhöhung der Dicke des Hautgewebes festgestellt werden. Oligo- und Polysaccharide können die Bildung von Kollagen fördern. UVA- und UVB-Strahlung wird bis zu einem gewissen Grad von der Hornschicht der gesunden Haut reflektiert und über das Melanin absorbiert. Ein beachtlicher Anteil dieser Strahlung kann jedoch nicht von der Haut reflektiert werden. Die Strahlung beschädigt in der Folge die DNA und andere Hautzellen. Polysaccharide sind imstande, vor UVB-Strahlung zu schützen. In einem klinischen Versuch konnte 24 Stunden durch Auftragen dieser Polysaccharide auf die Haut die Anzahl beschädigter Zellen signifikant reduziert werden.9
Die Haut ist jenes Gewebe, das am stärksten einer oxidativen Schädigung durch innere und äußere Einflüsse ausgesetzt ist. Polysaccharide haben das Potenzial, Freie Radikale unschädlich zu machen.
Ausreichend Feuchtigkeit ist vorrangig bei der Prävention der Haut vor den Zeichen des Alterungsprozesses. Die natürliche Funktion der Haut speichert Feuchtigkeit. Durch die Exponiertheit der Haut und durch Alterung funktioniert diese Eigenschaft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, nur mehr eingeschränkt. Trockenheit entsteht. Die Polysaccharide ersetzen diese unzureichende Funktion durch ihre Speicherfähigkeit von Wasser. Sie befeuchten und halten die Feuchtigkeit in der Haut. Polysaccharide sind als Inhaltsstoffe empfohlen, um den Feuchtigkeitsgehalt in der Haut zu steigern, wie das bei Kälte oder trockenem Klima notwendig ist.
Durch die Degeneration des Hautgewebes und die Einwirkung von UV-Strahlung sowie Freien Radikalen kommt vorzeitige Hautalterung zustande. Kohlenhydrate aus Blütenpollen werden für die Anwendung in Hautpflegeprodukten empfohlen, um die Haut vor vorzeitiger Alterung zu schützen und um sie im natürlichen Gleichgewicht zu erhalten.9
Lipide (Fette):
Studien ermittelten, dass die Hornschicht der Haut in ihrer Funktion durch von außen zugeführte Lipide gestärkt werden kann. Die Lipide und Glykolipide der Blütenpollen erfüllen in der Oberhaut (Epidermis) eine Schlüsselfunktion darin, die Hautbarriere zu stärken.
Lipopeptide werden in Kosmetika weit verbreitet eingesetzt. Als Anti-Falten-Mittel, Feuchtigkeitsspender und in Produkten zur Hautreinigung. Sie wirken antibakteriell. Lipopeptide aus Blütenpollen stellen eine wertvolle Ressource für Kosmetika dar.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden mehr und mehr für die Hautgesundheit von Bedeutung. Große Aufmerksamkeit erhalten sie aufgrund ihrer schützenden Eigenschaften. Studien haben gezeigt, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Hautpflege die Empfindlichkeit der Haut auf schädliche Strahlung senken kann. Weiters regulieren sie den Fettstoffwechsel und helfen bei Entzündungen.9
Vitamine:
Vitamine aus Blütenpollen steigern den Schutz der Haut und reparieren möglicherweise Hautschäden, indem sie Freie Radikale neutralisieren. Abhängig davon, welches Vitamin zum Einsatz kommt, können einige Vitamine die Pigmentierung und Rötungen vermindern, die Kollagenproduktion anregen oder entzündungshemmend wirken.
Als besonders wertvoll für die Haut gilt Vitamin A (Retinol) und Provitamin A (Beta-Karotin) aus Blütenpollen. Ihre Hauptfunktion besteht in der Normalisierung der Hautzellen bei Neigung zu starker Verhornung. Retinol weist eine hohe Absorptionsrate von UV-Strahlung auf. Darüber hinaus schützt es die hauteigene DNA vor Schädigung durch UV-bedingte Lichteinwirkung.
Vitamin C wird schon lange als der Booster in der Gesichtspflege gesehen. Wenn man davon ausgeht, dass Licht die Hauptursache für Alterserscheinungen der Haut ist, verbraucht der Prozess, die Haut vor der Schädigung zu schützen, hohe Mengen an Vitamin C. Der Vitamin-C-Gehalt im Körper wird also dadurch reduziert. Die Erhöhung des Vitamin-C-Bestandes in der Haut durch Zufuhr von außen ist ein wichtiger Faktor bei der Prävention altersbedingter Hauterscheinungen. Auch in der medizinischen Kosmetik kommt Vitamin C zum Einsatz.
Vitamin E ist in der Hornschicht (Stratum corneum) der Haut reichlich vorhanden. Vitamin E hat sich als effektiv bei der Behandlung von Hyperpigmentierungen (Melasmen) erwiesen sowie bei Kontakt-Ekzemen (Dermatitis). Laut klinischen Studien verringert Vitamin E die Faltentiefe und Altersflecken, die aufgrund von Lichteinwirkung entstanden sind. Vitamin E zeigt eine verdickende Wirkung auf die Hornschicht und eine Zunahme der Zellen in der Basalschicht. Unter dem Elektronenmikroskop wurde sichtbar, dass es zu einer Reparatur der Kollagen- und Elastin-Fasern kam, welche durch UV-Strahlung geschädigt war.
Das in Blütenpollen reichlich enthaltene B3 (Nicotinamid) beherbergt ein Co-Enzym, das der Haut durch seine entzündungshemmende Eigenschaft zuträglich ist. Es kommt bei Akne wirksam zum Einsatz. Das Co-Enzym unterstützt daneben auch die Fettsäuren und Ceramide bei ihrer Arbeit, die Haut vor Feuchtigkeitsverlust zu bewahren.9
Polyphenole:
Polyphenole gehören zu den berühmten sekundären Pflanzenstoffen, die lange Zeit ein Geheimnis in der Forschung blieben. Man hat ihnen seit jeher vielfach positive Wirkungen zugeschrieben, sowohl nach der Einnahme als auch durch äußerliche Anwendung. Sie sind Antioxidantien, die Freie Radikale neutralisieren. Ihre Wirkung ist in der Zwischenzeit durch etliche klinische Studien belegt, man kennt aber noch nicht vollständig ihre Funktionsweise im Detail. Unbestritten ist jedoch, dass Polyphenole die entzündliche Auswirkung der UV-Strahlung kontrollieren, oxidativen Stress reduzieren, die Schädigung der DNA verringern und die Immun-Antwort verbessern. Die für die Haut wichtigsten Polyphenole sind: Katechine, Genisteine, Reservatrole, Proanthocyanidine, Silymarine.
Im antiken China wurden Blütenpollen zur Aufhellung der Haut eingesetzt. Heut weiß man, dass die Polyphenole für die Hautaufhellung verantwortlich sind. Die aufhellende Wirkung ist beispielsweise bei unregelmäßiger Pigmentierung hilfreich. Lange Zeit waren synthetische chemische Stoffe in Cremes zur Aufhellung beliebt, natürliche Wirkstoffe werden hierbei aber von vielen Anwendern vorgezogen. Blütenpollen besitzen das Potenzial, bei Hyperpigmentierung zu reduzierend zu wirken und zur Verbesserung des allgemeinen Hautbildes beizutragen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Blütenpollen als ein natürliches Produkt mit rund 70 % biologisch aktiver Stoffe schützende Mechanismen gegen Hautalterung, Trockenheit, UV-Strahlung, oxidative Schäden, entzündliche Reaktionen und gegen Hyperpigmentierung besitzt. Der Einsatz von Blütenpollen in der kosmetischen Anwendung weist ein breites Spektrum an Möglichkeiten auf, die Haut in verschiedenen Prozessen zu unterstützen.9.
Blütenpollen essen – Die richtige Einnahme
Blütenpollen eignen sich perfekt um beispielsweise Yoghurts oder Müslis zu garnieren.
Das Gold der Bienen als Nahrungsergänzung liegt in gereinigter Form vor. Es kann frisch oder getrocknet gegessen werden. Kaufen sie am besten reine und hochwertige Blütenpollen.
Geschmack: Blütenpollen schmecken süßlich bis herb, je nach Herkunft und Zusammensetzung.
Art der Einnahme: Ideal ist es, die Blütenpollen auf nüchternen Magen einzunehmen. Die empfohlene Menge liegt bei den meisten Produkten bei einem Esslöffel pro Tag. Blütenpollen können pur gegessen werden oder in Frühstücksflocken, Haferbrei, Smoothies, Yoghurts, Müslis eingerührt werden. Als Topping auf Pancakes oder Smoothie-Bowls sind Blütenpollen bei Food-Bloggern beliebt. Nach Geschmack und Belieben sind Blütenpollen kaum Grenzen gesetzt. Erhitzt werden oder auf heißen Speisen sollten die Körnchen aber nicht, dabei gehen Nährstoffe verloren.
Lagerung: An einem kühlen, dunklen Ort gelagert, ist die angegebene Haltbarkeit gewährleistet.
Bio-Blütenpollen
Als Naturprodukt gibt es Blütenpollen auch in Bio-Qualität (hochwertiges BIO Blütenpollen Pulver gibt es hier). Sie sind naturrein und mindestens 95 % der Inhaltsstoffe müssen aus ökologischer Produktion stammen. Das bedeutet, dass keine isolierten oder synthetischen Inhaltsstoffe enthalten sein dürfen. Ein entsprechendes Siegel gibt Auskunft, welche Stelle die Kontrolle vorgenommen hat. Abgebildet ist auch die sogenannte Kontrollstellennummer. Bei Bio-Produkten von Online-Händlern, die der Kennzeichnungspflicht unterliegen, muss ebenfalls eine Zertifizierung als Bio-Produkt vorhanden sein.
Gewichtsabnahme mit Blütenpollen – Macht das Sinn?
Blütenpollen können bei Diäten und Gewichtsabnahmen einen potenziellen Nährstoffmangel ausgleichen. Durch den hohen Proteinanteil in Blütenpollen ist für den Erhalt der Muskeln gesorgt. Und um zu verhindern, dass sich übermäßig Muskelmasse durch einseitige Diäten und durch eine reduzierte Nahrungsaufnahme ergibt. Das enthaltene Lecitihin beeinflusst den Fettstoffwechsel, was ein Vorteil bei der Gewichtsabnahme sein könnte.
Superfood – Sind Blütenpollen gesund?
Ja. Qualität und Reinheit des Produkts sind dabei entscheidend. Blütenpollen beinhalten eine Vielzahl gesundheitsfördernder Stoffe und werden aus dem Grund gerne zu den sogenannten Superfoods gezählt, das sind Nahrungsmittel mit einer besonders hohen Nährstoffdichte. Sie können eine positive und stärkende Wirkung auf den Organismus des Menschen haben. Studien bestätigen, dass Blütenpollen eine wertvolle Quelle zur Nahrungsergänzung sind.2
Blütenpollen Allergie
Es gibt Menschen, die auf Bienenprodukte mit allergischen Symptomen reagieren. In diesem Fall, wenn Bienenprodukte nicht vertragen werden und eine Gewöhnung an die Produkte erfolglos geblieben ist, sollte unbedingt jede Art von Blütenpollen, egal ob als Tinktur, Kapsel oder pur, gemieden werden.
Man erkennt eine allergische Reaktion an folgenden Symptomen, kurz nach der Einnahme eines Produktes:
Plötzlich laufende Nase
Tränende Augen
Anschwellende Schleimhäute
Haus-Ausschlag oder Rötung
Halskratzen
Asthma oder Atemnot
Fiebriges Gefühl
Niesen
Risiken und Nebenwirkungen von Blütenpollen
Da es sich bei Blütenpollen nicht um ein Medizinprodukt handelt, gibt es keine Liste an Nebenwirkungen, wie sie auf Beipackzetteln von Arzneimitteln ausgewiesen sind. Bei Blütenpollen wie bei jedem Nahrungsergänzungsmittel dürfen keine Hinweise zu möglichen Wirkungen oder unerwünschten Wirkungen am Produkt angeführt sein. Auch bei Naturprodukten wie Blütenpollen und natürlichen Stoffen gibt es Reaktionen des Körpers, die unerwünscht sein können.
Ein Aspekt, der bei der Einnahme von Blütenpollen berücksichtigt werden muss, ist die Belastung der Erde, auf dem die ursprünglichen Pflanzen wachsen. Herbizide, Pestizide, Schwermetalle, Bakterien und Pilzgifte (Mykotoxine), botanische Giftstoffe in den für Menschen giftigen Pflanzen und andere Einflussfaktoren gehen in die fertigen Blütenpollen über. Das stellt ein potenzielles Risiko besonders bei Blütenpollen-Produkten in Granulatform dar.
Achtung: Allergiker sollten eine mögliche Einnahme ärztlich abklären, um unerwünschte Reaktionen, wie im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock, bedingt durch eine Pollenallergie, auszuschließen. Diabetiker nehmen Blütenpollen am besten nur nach Absprache mit dem Arzt ein. Sie erhöhen den Blutzuckerspiegel. Besteht eine Überempfindlichkeit gegen Bienenprodukte, ist in diesem Fall ärztliche Konsultation vor einer Einnahme ratsam.
Blütenpollen kaufen – Arten von Produkten
Blütenpollen Produkte gibt es in vielen verschiedenen Formen.
Wer Blütenpollen kaufen möchte, sollte am besten auf heimische Produkte zurückgreifen. Sie enthalten Pollen aus der Region, die dem Körper physiologisch bekannt sind. Auch bei einer geplanten Anpassung des Körpers bei einer bestehenden Allergie spielt das eine entscheidende Rolle für den potenziellen Erfolg. Das Immunsystem erkennt die Pollenarten und reagiert im Idealfall mit einer Gewöhnung.
Aufgrund von Industrie und menschlicher Besiedelung ist das Erdreich in nicht kontrollierten Gebieten belastet und ebenso die Pollen der Pflanzen, die auf dieser Erde wachsen. Die schädlichen Stoffe werden übernommen und wirken auf den Organismus. Generell sind Produkte aus der EU sicher hinsichtlich Qualität, Reinheit, Verarbeitung. Die strengen EU-Richtlinien von Nahrungsergänzungsmittel schließen Kontaminationen aus, die eventuell bei Produkten aus Drittländern durch andere Pestizid- und Lagerungsgesetze und den Importweg möglich sind.
Kaufen kann man Blütenpollen beim Imker, auf Märkten oder in manchen Supermärkten, Bio-Läden und Drogeriemärkten. Mittlerweile bieten Online-Shops viele gute Blütenpollen-Produkte an. Stammen sie aus dem Ausland, ist immer auf eine einwandfreie und geprüfte Qualität zu achten.
Blütenpollen sind in unterschiedlichen Formen erhältlich:
1. Granulat
Betrachtet man nur die Bestandteile, sind Blütenpollen als Granulat am vielleicht wertvollsten. Das Pollengemisch der Biene wird hier nicht zerstört, sondern bleibt in seinem vollen Nährstoffgehalt bestehen. Zu bedenken ist, dass gewisse Teile der Pollenkörner (Sporopollenin im Pollenkitt) schwer verdaulich sein könnten und die Bioverfügbarkeit im Körper herabgesetzt. Das heißt, die Verwertbarkeit ist in einem gewissen Grad eingeschränkt und größere Mengen sind für die Einnahme eventuell notwendig.
Granulat ist frisch oder getrocknet erhältlich. Durch die Trocknung allein wird der Gehalt an Inhaltsstoffen nicht beeinflusst, sie dient der Haltbarkeit. Ist der Trocknungsprozess mit großer Hitze verbunden, kann der Nährstoffgehalt vom ursprünglichen Gehalt abweichen. Frische Blütenpollen sind nicht lange haltbar. Man kann sie im Tiefkühlfach konservieren.
Ein Anreiz für viele, das Granulat zu kaufen, ist sicherlich das Geschmackserlebnis, das bei anderen Produktformen entfällt. Blütenpollen mögen viele aufgrund ihres meist süßlichen Geschmacks. Es fällt leichter, die tägliche Einnahme mit dem Frühstück oder einem Snack zu verbinden.
2. Tinktur
Die Tinktur basiert auf einer Verarbeitung der Blütenpollen und einer Verdünnung mit Ethanol, also Alkohol. Damit sind Blütenpollen zwar nicht in ihrer Reinform vorhanden, ein Vorteil von der Tinktur ist jedoch die bessere Verwertbarkeit der enthaltenen Stoffe.2
3. Kapseln
Wer eine einfache Handhabe zur Einnahme von Blütenpollen sucht, für den sind Kapseln unter Umständen geeignet. Zur Herstellung von Kapseln wird das Pollengranulat der Bienen verfeinert und weiterverarbeitet.
4. Tabletten
Für die Herstellung von Tabletten aus Blütenpollen müssen die Körner fein zermahlen werden, um sie anschließend in Tablettenform zu pressen. Inwiefern die Zerkleinerung und Pressung den Inhaltsstoffen schadet, kann nicht exakt gesagt werden, in jedem Fall aber wird die Schale des Pollenkorns aufgebrochen.
5. Trinkampullen
Ampullen sind kleine Fläschchen Blütenpollen-Lösung. Eine Ampulle ist für eine einmalige Portion vorgesehen. Ampullen gibt es in verschiedenen Packungsgrößen, für eine kurmäßige Anwendung über einen Zeitraum von einigen Wochen.
6. Kombinationsprodukte
Blütenpollen bekommt man oft als Kombinationsprodukt mit Propolis und Gelée Royale. Diese Produkte sind teurer, aber durchaus zu empfehlen, wenn man die Vorzüge aller in einem Produkt vereint haben möchte.
Aufbewahrung von Blütenpollen
Bewahren Sie getrocknetes Blütenpollen-Granulat und andere Blütenpollen-Produkte an einem kühlen, dunklen Ort auf. Frisches Granulat muss nach der angegebenen Haltbarkeit entsorgt oder vor Ablauf tiefgekühlt werden, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Qualitätsmerkmale von Blütenpollen
Transparenz ist das wichtigste Kriterium beim Kauf von Blütenpollen. Der Ursprung der Blütenpollen, also das Anbaugebiet, bzw. Ernte- und Herstellerland, müssen angegeben sein. Ist kein Ursprungsland ausgewiesen, sollte von einem Kauf eines solchen Produkts Abstand genommen werden. Blütenpollen gehören generell nicht zu den günstigsten Produkten. Ist in diesem Fall ein Produkt besonders billig, sollte ein Blick auf die Angaben gemacht werden.
Gute Qualität ist dann gegeben, wenn Blütenpollen-Produkte keine Zusatzstoffe beinhalten wie Konservierungsmittel, Zucker, Aromen.
Die Zwischenlagerung der Blütenpollen-Produkte ist mitentscheidend für den Erhalt der Qualität. Ein kühler, dunkler Ort ist notwendig, damit das Produkt und seine Inhaltsstoffe keinen Schaden nehmen. Daher beim Kauf auf einen etablierten und seriösen Händler achten. Hochwertige Blütenpollen gibt es hier zu kaufen.
Geschichte der Blütenpollen
Der Konsum von Blütenpollen ist so alt, dass er sogar in der Bibel festgehalten ist. Der Mensch konsumierte Blütenpollen zuerst zusammen mit Honig. Er beobachtete die Arbeit der Bienen, wie ihnen Blütenpollen als Nahrung diente und die Bienenpopulation vor Bakterien schützte. Im Laufe der Zeit probierten die Menschen aus, wie das wertvolle Gut der Bienen auf verschiedene Zustände und Beschwerden wirkte. In der Antike erkannte man in verschiedenen Gebieten der Erde (China, Griechenland, Ägypten, Rom) Blütenpollen als nahrhafte Quellen. Im antiken China schätzen Anwenderinnen Blütenpollen zur Aufhellung der Haut sowie in der Chinesischen Medizin gegen zahlreiche Beschwerden. Aristoteles, Hippokrates, Pythagoras und Plinius machen in den antiken medizinischen Texten Rede von den Blütenpollen. Aus dem Mittelalter existieren schriftliche Aufzeichnung über die beruhigende Wirkung von Blütenpollen und den Vorzügen bei Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Die Pollenfallen, wie sie Imker in der modernen Bienenzucht verwenden, sind seit den 1950er Jahren in Verwendung. Die moderne Wissenschaft hat Interesse daran gefunden, die Bestandteile von Blütenpollen zu untersuchen und die Vielzahl an positiven Wirkungen zu belegen. Der Einsatz in der Naturheilkunde erfährt eine zunehmend fundiertere Basis über die Apitherapie. Im Zuge des Superfood-Booms geraten Blütenpollen noch mehr in den Mittelpunkt.
Aussichten von Blütenpollen
Die Wissenschaft beschäftigt sich schon seit längerem mit der Wirkung von Blütenpollen in unterschiedlichen Studien. Die vielversprechende Bandbreite an potenziell bioaktiven und therapeutischen Eigenschaften der Pollenkörner ist Ausgangspunkt weiterer Untersuchungen. Intensivere Studien sind notwendig, um Blütenpollen in der medizinischen Therapie verwenden zu können. Es existieren zahlreiche Bestandteile und Eigenschaften in Blütenpollen, die noch keiner Studie unterzogen wurden. Die Herausforderung sind ihre variablen Komponenten aufgrund der geografischen Verbreitung. Blütenpollen sind ein reines Naturprodukt, das in identer Weise nicht synthetisch hergestellt werden kann, bzw. gerade durch die natürliche Entstehung so wertvoll ist.
Blütenpollen – Fazit
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Die Anwendung von Blütenpollen als ergänzende oder unterstützende Maßnahme bei Leistungsschwäche, Mangelernährung oder physischer Anstrengung hat sich nachweislich als positiv erwiesen. Die Ansätze aus klinischen Untersuchungen bei verschiedenen Krankheitsbildern, als komplementäre Gabe, sind vielversprechend, benötigen jedoch weitere klinische und experimentelle Studien, um Blütenpollen als therapeutisches Mittel zu verifizieren und gezielt zu verabreichen. Nach dem bisherigen Stand der Forschung wird vorgeschlagen, Versuche zur Isolierung schädlicher Toxine und Pestizide sowie Schwermetalle zu unternehmen. Durch den hohen Gehalt an Phenolen und Flavonoiden stellen Blütenpollen ein effektives Mittel zur Bekämpfung Freier Radikale dar. Bioaktive Blütenpollen-Inhaltsstoffe scheinen demnach den größten Stellenwert als Tinktur zu haben.
Quellenverzeichnis
1. Cai et al. (2014). Pollen extract in association with vitamins provides early pain relief in patients affected by chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome. Experimental and Therapeutic Medicine 8: 1032-1038. https://www.vitalstoffmedizin.ch/images/studies/Pollen-study-pain-relief-prostate-and-pelvic-pain.pdf
2. Denisow, B. Denisow-Pietrzyk, M. (2016) Biological and therapeutic properties of bee pollen: a review. J Sci Food Agric: 96(13); 4303-4309. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27013064
3. Haro et al. (2000). Beneficial Effect of Pollen and/or Propolis on the Metabolism of Iron, Calcium, Phosphorus, and Magnesium in Rats with Nutritional Ferropenic Anemia. J. Agric. Food Chem., 48 (11), 5715-5722. https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/jf000635h#
4. Ishikawa et al. (2008). Inhibitory effect of honeybee-collected pollen on mast cell degranulation in vivo and in vitro. J Med Food. 2008 Mar;11(1):14-20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18361733
5. Kafadar et al. (2012). Royal jelly and bee pollen decrease bone loss due to osteoporosis in an oophorectomized rat model. Eklem Hastalik Cerrahisi. 2012;23(2):100-5. http://www.tevak.org/pdf/dergi/2012/pdfsno2/23_2_100_105.pdf
6. Kocot et al. (2018). Antioxidant Potential of Propolis, Bee Pollen, and Royal Jelly: Possible Medical Application. Oxid Med Cell Longev. 2018 May 2;2018:7074209. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5954854/
7. McFrederick et al. (2018). Wild Bee Pollen Usage and Microbial Communities Co-vary Across Landscapes. Microb Ecol. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30069710
8. aric et al. (2009). Antioxidant effects of flavonoid from Croatian Cystus incanus L. rich bee pollen. Food and Chemical Toxicology 47 (2009) 547-554. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19124059
9. Xi et al. (2018). The Potential of Using Bee Pollen in Cosmetics: a Review. J Oleo Sci. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30111679
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Heiße Milch mit Honig ist ein altes Hausmittel, das bei verschiedenen Beschwerden Linderung verschaffen soll. Aber ist dies auch mit wissenschaftlichen Fakten vereinbar? Kann heiße Milch mit Honig tatsächlich bei Halsschmerzen, Einschlafproblemen oder anderen Leiden helfen? In diesem Artikel klärt eine promovierte Biologin über das bekannte Hausmittel auf.
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Heiße Milch mit Honig als Hausmittel
Am bekanntesten ist heiße Milch mit Honig wohl als Hausmittel gegen Halsschmerzen oder als Einschlafhilfe. Darüber hinaus soll das warme Getränk aber noch weitere Vorteile für die Gesundheit bieten. So soll es förderlich für die Verdauung, den Stoffwechsel und die Knochen sein, Husten lindern oder als Schönheitskur für die Haut dienen. Wie so oft bei Hausmitteln, gibt es auch für die Kombination von Milch und Honig kaum Studien, die die Wirksamkeit eindeutig beweisen. Dennoch lassen sich anhand der Studienlage Aussagen darüber treffen, bei welchen Beschwerden Milch mit Honig tatsächlich helfen könnte und bei welchen Leiden außer einem Placeboeffekt keine Wirkung zu erwarten ist.
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Wobei kann heiße Milch mit Honig helfen?
Honig alleine gilt als antimikrobielles und heilungsförderndes Mittel, das mittlerweile selbst Schulmediziner in Form von medizinischem Honig bei schlecht heilenden Wunden zur Behandlung nutzen. Milch hat vor allem aufgrund ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe wie Proteine, Mineralstoffe und Vitamine einen guten Ruf. In einigen Fällen können sich die Eigenschaften von Honig und Milch ergänzen und in Kombination eine sinnvolle Anwendungsmöglichkeit ergeben.1
Heiße Milch mit Honig bei Husten und Halsschmerzen
Wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen ist die Wirksamkeit von heißer Milch mit Honig bei Halsschmerzen und Husten nicht. Allerdings deuten eine Studie und vor allem die antimikrobiellen Eigenschaften des Honigs darauf hin, dass das Hausmittel bei Halsschmerzen und trockenem Husten tatsächlich Linderung verschaffen kann.2 In dieser Studie erhielten Kinder mit akutem Husten an drei aufeinanderfolgenden Abenden 90 Milliliter Milch mit 10 Millilitern Wildblumenhonig. Die Eltern beschrieben anhand eines Fragebogens die Entwicklung des Hustens ihrer Kinder. Bei 80 Prozent der Kinder verbesserte sich der Husten nach dieser Behandlung merklich. Jedoch schließen die Wissenschaftler einen Placeboeffekt nicht ganz aus. Außerdem kann das Hausmittel Husten mit Auswurf sogar verschlimmern, weil Milch die Schleimproduktion anregt. In dem Fall ist purer Honig womöglich die bessere Wahl. Denn schon Honig alleine zeigt in Studien eine lindernde Wirkung bei Husten.3
Milch mit Honig zur Stärkung der Knochen?
Milch gilt allgemeinhin als eine gute Quelle für Kalzium und soll daher förderlich zur Stärkung der Knochen sein. Auch wenn manche Kritiker das Gegenteil behaupten, spricht die aktuelle Studienlage immer noch für Milch als nützliche Kalziumquelle, wie eine Übersichtsstudie herausstellt.4 Ein Kritikpunkt an Milch ist, dass der Körper nur verhältnismäßig wenig des enthaltenen Kalziums aufnimmt. Das Problem könnte Honig möglicherweise lösen. Denn in einer Studie konnten Wissenschaftler die Kalziumaufnahme von Ratten durch gleichzeitig verabreichten Honig zumindest kurzzeitig um mehr als 30 Prozent steigern.5 Demnach kann gerade die Kombination aus Milch und Honig für die Stärkung der Knochen geeignet sein. Allerdings konnten die Wissenschaftler die gesteigerte Kalziumaufnahme nicht über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Gewissheit über die Wirkung von Milch mit Honig auf die Knochen besteht also noch nicht.
Milch mit Honig für die Haut
Wie wirksam Milch und Honig als Schönheitskur für die Haut ist, scheint von der Art der Anwendung abzuhängen. Milch mit Honig kann als Bad genossen oder lokal auf die Haut aufgetragen durchaus zu zarterer Haut führen. Milch als Nahrungsmittel kann jedoch laut Studien die Entwicklung einer Akne begünstigen.6, 7 Zumindest dann, wenn eine entsprechende genetische Veranlagung vorliegt. Zwar beziehen sich die Studien auf Milch alleine, aber in Milch gelöster Honig ändert daran wahrscheinlich nichts.
Einfluss von Milch mit Honig auf die Verdauung und den Stoffwechsel
Studien liefern einige Hinweise, dass sowohl Honig als auch Milch die Darmflora beeinflussen können.8-10 Daher besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass heiße Milch mit Honig sich positiv auf die Verdauung und den Stoffwechsel auswirken kann. Für eine absolute Gewissheit gibt es allerdings noch nicht genügend aussagekräftige Studien, vor allem nicht für die Kombination aus Milch mit Honig. Vielleicht zeigt die Mischung einen stärkeren Effekt, möglicherweise ist aber auch Honig mit fermentierten Milchprodukten wie Joghurt wirksamer oder sogar Honig alleine. Außerdem darf selbstverständlich keine Laktoseintoleranz vorliegen, die zusätzliche Verdauungsprobleme verursacht.
Ist heiße Milch mit Honig als Einschlafhilfe wirksam?
Heiße Milch mit Honig gilt als Hausmittel zum einschlafen.
Forscher machten schon vor längerer Zeit einen bestimmten Inhaltsstoff für die Wirkung von heißer Milch mit Honig als natürliches Schlafmittel verantwortlich. Das war die in der Milch enthaltene Aminosäure Tryptophan. Im Gehirn kann aus Tryptophan das Schlafhormon Melatonin entstehen, das an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist und für einen erholsamen Schlaf unerlässlich ist. Die Aufgabe für den Honig stand ebenfalls bald fest. Der Zucker des Honigs lässt den Insulinspielgel ansteigen, was wiederum zu einer besseren Aufnahme von Tryptophan ins Gehirn führt. Dennoch zweifelten Wissenschaftler an einer tatsächlich schlaffördernden Wirkung von heißer Milch mit Honig und nach heutigem Stand scheinen sie damit richtig zu liegen. Denn Milch enthält schlicht viel zu wenig Tryptophan.11
Einen Placeboeffekt kann heiße Milch mit Honig aber durchaus haben. Schließlich helfen gerade beim Einschlafen psychische Einflüsse wie Rituale oder einfach ein wohliges Gefühl. Wer also denkt, dass das Getränk beim Einschlafen hilft, kann womöglich wirklich davon profitieren, auch wenn es eigentlich keine direkte Wirkung auf den Schlaf hat.
Heiße Milch mit Honig: Zubereitung und Anwendung
Bei heißer Milch mit Honig sollte es sich vielmehr um warme Milch mit Honig handeln. Denn das Getränk darf nicht zu heiß sein, damit wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Das gilt insbesondere für den Honig. Daher ist es sinnvoll, den Honig erst nach dem Erwärmen der Milch hinzuzugeben. Ein Teelöffel Honig für eine Tasse Milch ist ausreichend. Es empfiehlt sich gerade bei Halsschmerzen und Husten, die heiße Milch mit Honig in kleinen Schlucken und nicht zu schnell zu trinken. So ist die mögliche Wirkungsdauer am längsten.
Heiße Milch mit Honig – Fazit
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Für manche Anwendungsgebiete liefert die Wissenschaft ein paar Fakten, die die Wirksamkeit von heißer Milch mit Honig unterstützen. Vor allem bei einem trockenen Husten kann das Hausmittel hilfreich sein. Eine schlaffördernde Wirkung von heißer Milch mit Honig bestätigt die Wissenschaft hingegen nicht, obwohl immerhin ein Placeboeffekt möglich ist. Manchmal ist aber auch gar kein tieferer Grund nötig, um ein Glas heiße Milch mit Honig zu genießen. Dann darf es einfach nur lecker schmecken. Leckerer und hochwertiger Honig in BIO Qualität kann hier gekauft werden.
Quellenverzeichnis
1. Al-Jabri.(2005) Honey, milk and antibiotics. African Journal of Biotechnology.4(13):1580-7. http://www.academicjournals.org/AJB
2. Miceli Sopo, et al.(2015) Effect of multiple honey doses on non-specific acute cough in children. An open randomised study and literature review. Allergol Immunopathol (Madr).43(5):449-55. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25201759
3. Oduwole, et al.(2018) Honey for acute cough in children. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://doi.org//10.1002/14651858.CD007094.pub5
4. Fardellone, et al.(2017) Osteoporosis: Is milk a kindness or a curse? Joint Bone Spine.84(3):275-81. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27726930
5. Ariefdjohan, et al.(2008) Acute and chronic effects of honey and its carbohydrate constituents on calcium absorption in rats. J Agric Food Chem.56(8):2649-54. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18361495
6. Di Landro, et al.(2012) Family history, body mass index, selected dietary factors, menstrual history, and risk of moderate to severe acne in adolescents and young adults. J Am Acad Dermatol.67(6):1129-35. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22386050
7. Dai, et al.(2018) The effect of milk consumption on acne: a meta-analysis of observational studies. J Eur Acad Dermatol Venereol.32(12):2244-53. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30079512
8. Sanz, et al.(2005) In vitro investigation into the potential prebiotic activity of honey oligosaccharides. J Agric Food Chem.53(8):2914-21. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15826039
9. Rettedal, et al.(2019) The Effects of Unfermented and Fermented Cow and Sheep Milk on the Gut Microbiota. Front Microbiol.10:458. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30930871
10. Ezz El-Arab, et al.(2006) Effect of dietary honey on intestinal microflora and toxicity of mycotoxins in mice. BMC Complement Altern Med.6:6. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16533410
11. Schneider-Helmert, et al.(1986) Evaluation of L-tryptophan for treatment of insomnia: a review. Psychopharmacology.89(1):1-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3090582
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Die Empfehlung, in der Schwangerschaft keine naturbelassenen tierischen Produkte zu essen, ist recht bekannt. Doch gilt das auch für Honig? Schließlich hat Honig antimikrobielle Eigenschaften. Aber warum dürfen dann Kleinkinder keinen Honig essen? In diesem Beitrag klärt eine promovierte Biologin darüber auf und zeigt, ob Honig sogar Vorteile für Schwangere haben kann.
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Ist Honig in der Schwangerschaft erlaubt?
Die gute Nachricht ist: Schwangere dürfen getrost Honig essen und sich damit die Zeit bis zur Geburt ein wenig versüßen. Denn im Gegensatz zu anderen rohen tierischen Produkten wie Rohmilchkäse und Rohwürste hat naturbelassener Honig antimikrobielle Eigenschaften. Daher besteht nicht die Gefahr, sich durch Honig mit Listeriose oder Toxoplasmose anzustecken.
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Ein Keim ist aber besonders hartnäckig und kann in Form von Sporen im Honig überdauern. Dabei handelt es sich um das Bakterium Clostridium botulinum. Gelangen die Sporen in eine für das Bakterium günstige Umgebung, können sie sich aktivieren und die Bakterien ausbreiten. Dann sind die Bakterien in der Lage, das Nervengift Botulinumtoxin zu produzieren und die Vergiftungserkrankung Botulismus zu verursachen. Der Verdauungstrakt eines gesunden Erwachsenen ist glücklicherweise eine ungünstige Umgebung für das Bakterium. Im Milieu des Magen-Darm-Trakts können sich die Sporen nicht aktivieren, weshalb Erwachsene nichts zu befürchten haben, falls sie doch einmal mit Botulinum-Sporen belasteten Honig essen. Auch Schwangere sind auf diese Weise vor dem Bakterium geschützt und schützen gleichzeitig ihr ungeborenes Kind.
Ab welchem Alter dürfen Kinder Honig essen?
Kinder dürfen ab dem ersten Lebensjahr Honig genießen.
Kinder ab einem Jahr dürfen Honig essen.1 Für Kinder unter einem Jahr ist die Gefahr zu groß, sich mit Botulismus zu infizieren. Denn ihr Magen-Darm-Trakt bietet noch keinen ausreichenden Schutz vor Clostridium botulinum. Er ist noch sehr empfindlich und das dort herrschende Milieu ist nicht sauer genug. Die Sporen können sich im Darm von Säuglingen unter zwölf Monaten aktivieren, wodurch sich die Bakterien vermehren und das Kind mit dem Botulinumtoxin vergiften. Daher ist Honig erst für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ein unbedenkliches Lebensmittel. Das Thema ab wann Kinder Honig essen dürfen, haben wir ausführlich in einem anderen Artikel behandelt.
Honig während der Stillzeit?
Für stillende Mütter ist Honig ebenfalls als Nahrungsmittel erlaubt. Denn die Sporen gehen nicht in die Muttermilch über. Folglich kann Stillen keinen Botulismus beim Säugling verursachen. Allerdings sollten stillende Mütter darauf achten, dass ihr Kind nicht versehentlich Honig aufnimmt. Beispielsweise sollten Stillende wunde Brustwarzen nicht etwa mit Honig behandeln. Ansonsten nimmt das Kind beim Stillen den Honig womöglich auf und könnte sich mit den Sporen infizieren.
Woher kommt der Mythos vom Honigverbot für Schwangere?
Auf Honiggläsern steht der Hinweis, dass Honig für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet ist. Gleichzeitig erhalten Schwangere die Information, keine naturbelassenen tierischen Lebensmittel zu essen. Honig ist tatsächlich sowohl ein tierisches Produkt als auch in der Regel naturbelassen. Daher hält sich der Irrglaube, Schwangere müssen auf Honig verzichten. Honig stellt jedoch aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften eine Ausnahme dar und ist für Schwangere und ihr ungeborenes Kind völlig unbedenklich, solange sie ihn in Maßen genießen.
Honig nur in Maßen essen
Obwohl Honig einen sehr gesunden Ruf hat, sollten Schwangere ihn wie alle anderen nicht in zu großen Mengen essen. Schließlich enthält Honig zu etwa 80 Prozent Zucker und hat pro 100 Gramm ungefähr 300 Kilokalorien.2 Aber gerade in der Schwangerschaft besteht durch zu hohen Zuckerkonsum eine Gefahr für Mutter und Kind. Beispielsweise ist das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes erhöht, wenn Frauen während der Schwangerschaft übermäßig stark an Körpergewicht zunehmen.3 Ein Schwangerschaftsdiabetes kann schwerwiegende und langfristige Folgen für Mutter und Kind nach sich ziehen. Für betroffene Frauen kann es ratsam sein, während der Schwangerschaft gänzlich auf Zucker und somit ebenso auf Honig zu verzichten. Zwar gibt es Studien, die Honig eine antidiabetische Wirkung zuschreiben, aber diese beziehen sich auf Diabetes Typ 1 oder 2 und nicht auf Schwangerschaftsdiabetes.2, 4 Daher sollten die Betroffenen sicherheitshalber den Empfehlungen ihrer Ärzte nachgehen. Oftmals ist eine derartige Ernährungsumstellung ein Teil der Behandlung.
Hat Honig in der Schwangerschaft Vorteile?
Für Schwangere kann es vorteilhaft sein, ihr Verlangen nach etwas Süßem durch Honig anstelle von Zucker zu stillen.
Studien weisen darauf hin, dass Honig gesünder ist als raffinierter Zucker. Forscher vermuten, dass der Körper Honig aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe anders verstoffwechselt als Zucker.4-6 Daher kann es auch für Schwangere vorteilhaft sein, ihr Verlangen nach etwas Süßem durch Honig anstelle von Zucker zu stillen. Übertreiben sollten sie es allerdings nicht, denn in größeren Mengen ist Honig wegen des hohen Zuckeranteils sicherlich nicht mehr gesund.
Darüber hinaus können Schwangere Honig bei Husten nutzen, um sich Linderung zu verschaffen, wie erste Studien nahelegen.7 Generell gilt bei Erkältungserscheinungen wie Husten und Halsschmerzen vor allem der neuseeländische Manuka-Honig als hilfreich, da er dank seiner einmaligen Inhaltsstoffe besonders antimikrobiell und entzündungshemmend wirken soll.8 Gerade in der Schwangerschaft kann Honig eine gute Wahl sein, da Medikamente oft gar nicht erst in Frage kommen. Für eine möglichst effektive Wirkung bei Husten oder Halsschmerzen können Schwangere einen Teelöffel puren Honig im Mund zergehen lassen (am besten BIO Honig verwenden). Unmittelbar danach sollten sie weder essen noch trinken.
Honig zur Wundheilung?
Weder Schwangere noch andere dürfen naturbelassenen Honig jedoch auf offene Wunden auftragen, obwohl die fördernde Wirkung von Honig auf die Wundheilung mittlerweile sogar in der Schulmedizin angekommen ist.8 Dazu eignet sich ausschließlich spezieller medizinischer Honig, der sterilisiert ist. Denn bei naturbelassenem Honig kann es durch die möglicherweise enthaltenen Sporen von Clostridium botulinum zu einem Wundbotulismus kommen. Gelangen die Sporen über eine Wunde und nicht über den Magen-Darm-Trakt in den Körper, können sich die Bakterien in der Wunde vermehren und durch das Nervengift sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gefährlich werden.
Studien zum Nutzen von Honig für Schwangere
Zur medizinischen Verwendung von Honig bei Schwangeren gibt es nur sehr wenige Studien. Eine dieser Studien beschäftigt sich mit der Wirkung von Honig auf Bakterien, die zu Harnwegsinfekten führen und gegen andere Medikamente resistent waren.9 Die Forscher entnahmen die Bakterien aus den Harnwegen von schwangeren Frauen und konnten die antibakterielle Wirkung von verschiedenen Honigen auf diese Keime nachweisen. Da derartige Keime vor allem in der Schwangerschaft schwer in den Griff zu bekommen sind, sehen die Wissenschaftler in Honig ein großes Potential, um Harnwegsinfekte bei Schwangeren zukünftig sicher zu therapieren. Bis Ärzte Honig für diesen Zweck routiniert verwenden können, dürfte noch einige Zeit vergehen. Schließlich testeten die Forscher den Honig zunächst nur in Zellkulturversuchen. Eine andere Studie war da weniger vorsichtig und untersuchte die Wirkung von einem Gemisch aus Honig und Joghurt auf vaginale Pilzinfektionen direkt an Schwangeren.10 Die Heilungsrate lag bei über 76 Prozent. Dennoch stehen auch in diesem Anwendungsgebiet noch weitere Studien aus, bevor die Methode in die Praxis kommen könnte.
Honig in der Schwangerschaft – Fazit
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Schwangere und stillende Frauen dürfen Honig wie andere auch ohne Risiko genießen, solange sie es aufgrund des hohen Zuckergehalts in Maßen tun. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig allerdings tabu. Bei einer Erkältung kann Honig gerade für Schwangere sehr wohltuend sein und Beschwerden lindernd, während viele Medikamente für sie keine Option darstellen (leckerer und hochwertiger Honig in BIO Qualität kann hier gekauft werden).
Hinweis!
Schwangere sollten im Zweifelsfall oder bei individuellen Anliegen ihren Frauenarzt über den Verzehr von Honig befragen.
Quellenverzeichnis
1. von der Ohe.(2003) Das Bieneninstitut Celle informiert: Honig und Botulismus. LAVES – Institut für Bienenkunde Celle.03/2003https://www.laves.niedersachsen.de/download/41359/Honig_und_Botulismus.pdf
2. Bobis, et al.(2018) Honey and Diabetes: The Importance of Natural Simple Sugars in Diet for Preventing and Treating Different Type of Diabetes. Oxidative medicine and cellular longevity.2018:4757893. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5817209/
3. MacDonald, et al.(2017) Patterns of Gestational Weight Gain in Early Pregnancy and Risk of Gestational Diabetes Mellitus. Epidemiology.28(3):419-27. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28151742
4. Ramli, et al.(2018) A Review on the Protective Effects of Honey against Metabolic Syndrome. Nutrients.10(8)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30072671
5. Hemmati, et al.(2015) Anti-atherogenic Potential of Natural Honey: Anti-diabetic and Antioxidant Approaches. Journal of Pharmacy and Pharmacology.3(2015):278-84.
6. Larson-Meyer, et al.(2010) Effect of Honey versus Sucrose on Appetite, Appetite-Regulating Hormones, and Postmeal Thermogenesis. Journal of the American College of Nutrition.29(5):482-93. https://doi.org/10.1080/07315724.2010.10719885
7. Oduwole, et al.(2018) Honey for acute cough in children. Cochrane Database of Systematic Reviews.(4)https://doi.org//10.1002/14651858.CD007094.pub5
8. Carter, et al.(2016) Therapeutic Manuka Honey: No Longer So Alternative. Front Microbiol.7:569. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27148246
9. Bouacha, et al.(2018) Honey Bee as Alternative Medicine to Treat Eleven Multidrug-Resistant Bacteria Causing Urinary Tract Infection during Pregnancy. Sci Pharm.86(2)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29652864
10. Abdelmonem, et al.(2012) Bee-honey and yogurt: a novel mixture for treating patients with vulvovaginal candidiasis during pregnancy. Arch Gynecol Obstet.286(1):109-14. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22314434
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Honig besteht hauptsächlich aus Zucker. Dementsprechend viele Kalorien enthält er. Allerdings liefert die Wissenschaft einige Hinweise dafür, dass die Verstoffwechselung von Honig anders verläuft als von reinem Zucker. Studien zufolge könnte das unter bestimmten Bedingungen sowohl für das Körpergewicht als auch für die Gesundheit vorteilhaft sein. In diesem Beitrag gibt ihnen eine Biologin einen Überblick über die in Honig enthaltenen Kalorien und den Stand der Wissenschaft dazu.
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Wie viele Kalorien hat Honig?
Honig ist ein Naturprodukt. Die Inhaltsstoffe sind daher von Honig zu Honig verschieden. Der Zuckeranteil ist jedoch meist in etwa gleich hoch und liegt ungefähr bei 80 Prozent. Fructose macht mit etwa 35 bis 40 Prozent den größten Anteil davon aus und Glucose mit etwa 30 bis 35 Prozent den zweitgrößten. Disaccharide und Oligosaccharide sind in kleineren Mengen vertreten. Der in Honig enthaltene Zucker bestimmt auch die Kalorien von Honig.
Durchschnittliche Nährwerte von Honig
Je 100 g
Teelöffel (10 g)
300 kcal
30 kcal
Sind Kalorien aus dem Honig gesünder?
Studien zufolge scheint es vorteilhaft zu sein, Zucker konsequent durch hochwertigen Honig zu ersetzen.
Bezüglich des Energiegehalts sind Kalorien gleich Kalorien. Allerdings enthalten zum einen 100 Gramm Haushaltszucker mit etwa 387 Kilokalorien etwas mehr Kalorien als 100 Gramm Honig (ca. 300 Kcal).1 Zum anderen kann es für die Gesundheit einen Unterschied machen, ob jemand die Kalorien in Form von raffiniertem Zucker oder Honig aufnimmt. Denn naturbelassener und hochqualitativer Honig ist ein Zuckergemisch und besteht zudem aus einer Vielzahl von weiteren Inhaltsstoffen, auch wenn diese in nur sehr kleinen Mengen vorkommen. Deshalb soll der menschliche Körper Zucker aus dem Honig anders verstoffwechseln als raffinierten Zucker. Zweifellos bewiesen ist dies jedoch noch nicht. Außerdem ist nicht bekannt, wie diese Verstoffwechselung des Honigs im Detail abläuft.
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Einige Forscher vermuten aber, dass Honig ein längeres und stärkeres Sättigungsgefühl vermitteln kann und über das Hormon Adiponektin die Insulinwirkung verbessert.2, 3 Auf diese Weise könnte Honig das Risiko für Stoffwechselkrankheiten und das Körperfett reduzieren. Andere Forscher begründen die Wirkung von Honig auf den Stoffwechsel mit der Eigenschaft von Honig, auf Enzyme wie alpha-Amylase und alpha-Glucosidase hemmend zu wirken.4 Dadurch verhindert Honig, dass alpha-Amylase Stärke zu Zucker abbaut und alpha-Glucosidase Mehrfachzucker in Einfachzucker wie Fructose und Glucose spaltet. Laut der Theorie der Forscher gelangen so weniger Zuckermoleküle über den Darm ins Blut, was weder den Blutzuckerspiegel noch den Insulinspiegel nach dem Essen plötzlich so stark ansteigen lässt.
Studien zur Wirkung von Honig auf den Stoffwechsel
Weitere wissenschaftliche Studien sprechen ebenfalls für derartige Wirkungen von Honig. Mehrere Studien berichten von einem anti-diabetischen Effekt von Honig.2, 5-10 In Tierversuchen hatten manche Honigsorten einen positiven Einfluss auf Blutzucker, Insulinkonzentration und Blutfettwerte. Außerdem weisen tierexperimentelle Studien darauf hin, dass Honig sich vorteilhaft auf das Körpergewicht auswirken könnte.11, 12 Mit Honig gefütterte Tiere nahmen weniger an Körpergewicht zu und hatten einen geringeren Körperfettanteil als Tiere der Kontrollgruppe, die Zucker statt Honig erhielten.
Eine andere Studie gibt Grund zur Hoffnung, dass Honig nicht nur das Körpergewicht positiv beeinflussen kann, sondern auch negative Folgen von Übergewicht wie Bluthochdruck mindern könnte.13 In dieser Studie veränderte sich der Blutdruck von Ratten nicht, die ein sehr kalorienreiches Futter inklusive Honig erhielten. Der Blutdruck der Tiere aus der Kontrollgruppe stieg hingegen an. Diese bekamen ebenfalls ein Futter mit sehr vielen Kalorien, allerdings ohne Honig.
Um diese Wirkung von Honig auf das Körpergewicht eindeutig zu belegen, fehlen noch umfangreichere Humanstudien. Zwei kleinere Humanstudien bestätigen zumindest eine leichte Tendenz in die gleiche Richtung wie die tierexperimentellen Studien.7, 14 Jedoch kommt nicht jede Studie zu einem derartigen Ergebnis.15 Das kann durchaus an der verwendeten Honigsorte liegen, da die Zusammensetzung eines Honigs von vielen Faktoren abhängt. Dazu gehören unter anderem Klima, Jahreszeit, Standort der Honiggewinnung und die Pflanzenarten, von denen der Honig stammt. Außerdem ist nicht jeder Honig gleichwertig. Bei minderwertigem Honig fehlen viele wertvolle Inhaltsstoffe, also vielleicht auch diejenigen, die den Stoffwechsel vorteilhaft beeinflussen können.
Wie viel Honig pro Tag?
Trotz der möglicherweise positiven Effekte von Honig auf den Stoffwechsel und die Gesundheit sollte Honig nicht in zu großen Mengen auf dem täglichen Speiseplan stehen. Denn auch dann würde der Körper zu viel Zucker und zu viele Kalorien aufnehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät, maximal fünf Prozent des Energiebedarfs in Form von Zucker zu sich zu nehmen.16 Im Durchschnitt sind das täglich ungefähr 25 Gramm Zucker. Wer also drei Teelöffel Honig pro Tag isst, darf demnach keine weiteren zuckerhaltigen Lebensmittel essen.
Honig Kalorien – Fazit
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Honig enthält zwar viel Zucker und entsprechend viele Kalorien. Allerdings deuten wissenschaftliche Studien darauf hin, dass die Verstoffwechselung von Honig aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung gesünder verläuft als bei raffiniertem Zucker. Demnach scheint es tatsächlich vorteilhaft zu sein, zugesetzten Zucker konsequent durch hochwertigen Honig zu ersetzen (leckerer und hochwertiger Honig kann hier gekauft werden). Die Gesamtmenge von Zucker und Kalorien, egal in welcher Form, sollte pro Tag dennoch nicht zu hoch sein.
Quellenverzeichnis
1. Bobis, et al.(2018) Honey and Diabetes: The Importance of Natural Simple Sugars in Diet for Preventing and Treating Different Type of Diabetes. Oxidative medicine and cellular longevity.2018:4757893. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5817209/
2. Hemmati, et al.(2015) Anti-atherogenic Potential of Natural Honey: Anti-diabetic and Antioxidant Approaches. Journal of Pharmacy and Pharmacology.3(2015):278-84.
3. Larson-Meyer, et al.(2010) Effect of Honey versus Sucrose on Appetite, Appetite-Regulating Hormones, and Postmeal Thermogenesis. Journal of the American College of Nutrition.29(5):482-93. https://doi.org/10.1080/07315724.2010.10719885
4. Ramli, et al.(2018) A Review on the Protective Effects of Honey against Metabolic Syndrome. Nutrients.10(8)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30072671
5. Arabmoazzen, et al.(2015) Antidiabetic effect of honey feeding in noise induced hyperglycemic rat: involvement of oxidative stress. Iranian journal of basic medical sciences.18(8):745-51.
6. Aziz, et al.(2017) Pancreatoprotective effects of Geniotrigona thoracica stingless bee honey in streptozotocin-nicotinamide-induced male diabetic rats. Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie.89:135-45.
7. Bahrami, et al.(2009) Effects of natural honey consumption in diabetic patients: an 8-week randomized clinical trial. International journal of food sciences and nutrition.60(7):618-26.
8. Erejuwa, et al.(2016) Nigerian Honey Ameliorates Hyperglycemia and Dyslipidemia in Alloxan-Induced Diabetic Rats. Nutrients.8(3):95.
9. Erejuwa, et al.(2010) Antioxidant protection of Malaysian tualang honey in pancreas of normal and streptozotocin-induced diabetic rats. Annales d’endocrinologie.71(4):291-6.
10. Krishnasree, et al.(2017) In vitro antidiabetic activity and glycemic index of bee honeys.
11. Chepulis, et al.(2008) The long-term effects of feeding honey compared with sucrose and a sugar-free diet on weight gain, lipid profiles, and DEXA measurements in rats. Journal of food science.73(1):H1-7. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1750-3841.2007.00592.x
12. Nemoseck, et al.(2011) Honey promotes lower weight gain, adiposity, and triglycerides than sucrose in rats. Nutrition research (New York, NY).31(1):55-60.
13. Romero-Silva, et al.(2011) Effects of honey against the accumulation of adipose tissue and the increased blood pressure on carbohydrate-induced obesity in rat. Letters in Drug Design & Discovery.8(1):69-75.
14. Yaghoobi, et al.(2008) Natural honey and cardiovascular risk factors; effects on blood glucose, cholesterol, triacylglycerole, CRP, and body weight compared with sucrose. TheScientificWorldJournal.8:463-9.
15. Raatz, et al.(2015) Consumption of Honey, Sucrose, and High-Fructose Corn Syrup Produces Similar Metabolic Effects in Glucose-Tolerant and -Intolerant Individuals. The Journal of nutrition.145(10):2265-72.
16. World Health Organization.(2015) Guideline: Sugar intake for adults and children. http://www.who.int/nutrition/publications/guidelines/sugars_intake/en/
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Honig ist für seine sehr lange Haltbarkeit bekannt. Das liegt an seinen besonderen Eigenschaften. Allerdings kann Honig auch verderben, wenn die Lagerung falsch ist. In diesem Beitrag erklärt ihnen eine promovierte Diplom-Biologin, wodurch Honig so gut haltbar wird und wie die ideale Lagerung aussieht.
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Diese Eigenschaften machen Honig lange haltbar
Der niedrige Wassergehalt und hohe Zuckergehalt eines Honigs sind wesentlich für die Haltbarkeit entscheidend.1 Für die Produktion von qualitativ gutem Honig streben Imker einen Wassergehalt von unter 18 Prozent an.
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Es gibt jedoch auch Honigsorten, bei denen der Wassergehalt höher liegt. Heidehonig darf einen Wassergehalt von 21,5 Prozent haben und gilt dann immer noch als hochwertig. Bei vielen anderen Honigsorten ist ein höherer Wassergehalt ein Merkmal für eine schlechtere Qualität und kann den Honig schneller verderben lassen.
Gut zu wissen!
Je weniger Wasser Honig enthält, desto ungünstiger sind die Lebensbedingungen für Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze.
Neben dem niedrigen Wassergehalt besitzt Honig einige Stoffe, die eine antimikrobielle Wirkung haben.1, 2 Honig enthält im Allgemeinen das Enzym Glucose-Oxidase, das Wasserstoffperoxid bildet. Wasserstoffperoxid wirkt keimtötend. Weitere in Honig zu findende Inhaltsstoffe sind Phenolsäuren, Flavonoide und proteinartige Bestandteile, denen Wissenschaftler ebenfalls eine antimikrobielle Wirkung zuschreiben. Zudem weist Honig in der Regel einen niedrigen pH-Wert auf, der vor Keimen schützt. Der neuseeländische Manuka-Honig ist darüber hinaus reich an Methylglyoxal, was diesen Honig Studien zufolge besonders antimikrobiell macht.3 Die antimikrobielle Wirkung von Honig nutzen mittlerweile auch Ärzte zur Behandlung von infizierten Wunden.4 Dazu verwenden sie speziellen medizinischen Honig, der sterilisiert sowie standardisiert ist und die Zulassung als Medizinprodukt hat.
Die richtige Lagerung von Honig
Honig sollte man am besten kühl, trocken und dunkel lagern.
Die richtige Lagerung von Honig ist wichtig, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten und die Qualität zu erhalten. Honig ist an einem kühlen, trockenen und vor Licht geschützten Ort am besten aufgehoben. Die Lagerungstemperatur sollte unter 18 °C und idealerweise bei 15 °C liegen.5 Licht und wärmere Temperaturen können wertvolle Inhaltsstoffe des Honigs wie Enzyme und Vitamine zerstören sowie den Geschmack beeinträchtigen. Der Kühlschrank ist wiederum kälter als notwendig und vor allem bei größeren Mengen kostspieliger, also kein idealer Lagerungsort. Die kalten Temperaturen lassen den Honig aber auch nicht verderben.
Außerdem sollte das Honigglas fest verschlossen sein, damit der Honig kein Wasser aus der Luft aufnimmt. Honig ist schließlich aufgrund des hohen Zuckergehalts hygroskopisch, zieht also Wasser an. Bei einer offenen Lagerung würde der Wassergehalt des Honigs so stark ansteigen, dass der Honig schnell verdirbt. Darüber hinaus nimmt Honig leicht Gerüche aus der Umgebung an und kann dadurch einen schlechten Geschmack erhalten. Zudem sollten keine Verunreinigungen in den Honig gelangen, beispielsweise durch einen schon anderweitig benutzten Löffel.
So sieht die optimale Lagerung von Honig aus:
Kühl lagern, idealerweise bei 15 °C
Trockenen und vor Licht geschützten Ort wählen
Das Honig Glas fest verschließen
Honig mit sauberem Besteck entnehmen
So lange ist Honig haltbar
Honig ist bei richtiger Lagerung und ohne Verunreinigung jahrelang haltbar.5 Die Länge der Lagerung kann allerdings die Zusammensetzung des Honigs wie beispielsweise die Konzentration an Mineralstoffen und Enzymen verändern.5, 6 Für Imker ist es vor allem wichtig, dass sie die vorgegebenen Grenzwerte für bestimmte Inhaltsstoffe wie etwa Hydroxymethylfurfural (HMF) beachten. HMF im Honig entsteht natürlicherweise aus Zucker, kommt aber in qualitativ gutem Honig nur in geringen Mengen vor. In höheren Mengen gilt HMF als potentiell krebserregend. Laut einer Studie kann Honig seine Eigenschaften bei einer Lagerung bei 15 °C im Dunkeln und fest verschlossen länger als dreieinhalb Jahre beibehalten.5 Zu den untersuchten Eigenschaften, die gleichzeitig Qualitätsparameter des Honigs sind, zählten:
Aktivität des Enzyms Invertase (spaltet Saccharose in Glucose und Fructose)
Aktivität des Enzyms Diastase (baut Stärke zu Zucker ab)
HMF-Gehalt
Konsistenz
Gärung
Bei einer Lagerung über 18 °C ist früher mit Veränderungen zu rechnen. Es kann zum Verderb des Honigs kommen oder dazu, dass der Honig nicht mehr die vorgeschriebenen Grenzwerte bestimmter Inhaltsstoffe einhält.
Die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums
Seit 2004 sind Imker verpflichtet, ein Mindesthaltbarkeitsdatum für den Honig anzugeben. Die Honigverordnung schreibt die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums vor, das zwei Jahre nach dem Abfülldatum liegt. Nach Ablauf dieses Datums ist der Honig nicht zwangsläufig verdorben oder ungenießbar, wenn die Lagerung angemessen war. Wer sich aber nicht an die Angaben zur Lagerung hält und den Honig unter sehr schlechten Bedingungen aufbewahrt, kann sich auch nicht auf das Mindesthaltbarkeitsdatum verlassen und der Honig kann schon früher verderben. Daher ist es so oder so hilfreich, verdorbenen Honig unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum zu erkennen.
Wann verdirbt Honig?
Ein steigender Wassergehalt führt unweigerlich dazu, dass Honig verdirbt. Denn dann können sich Hefezellen im Honig vermehren, die Zucker zu Kohlendioxid und Alkohol abbauen. Der Honig beginnt also zu gären und der Alkoholgehalt steigt an. Bereits ab einem Wasseranteil von 20 Prozent kann Honig auf diese Weise verderben. Zunächst ist der Honig dann noch fruchtig. Mit der Zeit entwickelt sich durch die Gärung ein recht säuerlicher Geschmack, bis er einfach nur noch verdorben schmeckt. Da neben dem Alkohol auch Kohlendioxid entsteht, bilden sich an der Oberfläche des Honigs kleine Bläschen oder gar richtiger Schaum. Zudem wöbt sich der Deckel des Honigglases nach außen, sofern der Verschluss dicht ist. Eine unmittelbare Entsorgung des Honigs ist jedoch nicht unbedingt nötig. Zumindest am Anfang der Gärung kann der Honig noch zum Süßen oder zur Gewinnung von Honigwein dienen. Beim Kochen und Backen des Honigs verfliegt ein Großteil des Alkohols.
Kristallbildung ist kein Anzeichen für schlechten Honig
Keine Angst vor Kristallbildung beim Honig.
Auskristallisierter Honig ist kein Zeichen dafür, dass Honig schlecht ist. Das ist bei den meisten Honigsorten sogar ein Hinweis für eine gute Qualität und Natürlichkeit. Denn naturbelassener Honig kristallisiert nach einiger Zeit natürlicherweise aus und wird fest, da sich das Verhältnis von Glucose zu Fructose ändert. Glucose kristallisiert eher als Fructose. Je mehr Fructose zu Glucose wird, desto fester wird der Honig. Wenn allerdings nur ein Teil des Honigs kristallisiert und sich oben eine flüssigere Phase abzeichnet, kann diese aufgrund des höheren Wasseranteils leichter gären. Dann ist die richtige Lagerung umso wichtiger. Die auskristallisierte Phase ist aber in der Regel vor Gärung geschützt. Kristallisiert ein Honig auch nach längerer Zeit nicht, handelt es sich entweder um eine Honigsorte wie Tannenhonig oder um stark erhitzen Honig. Stark erhitzter Honig ist minderwertig, da die hohe Temperatur wertvolle Inhaltsstoffe zerstört.
Honig Halbtarkeit – Fazit
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Honig kann über mehrere Jahre ohne Qualitätsverlust haltbar bleiben, wenn die Lagerung bei einer Temperatur unter 18 °C an einem dunklen erfolgt und das Honigbehältnis fest verschlossen ist. So kann die tatsächliche Haltbarkeit von Honig auch das vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum deutlich überschreiten. Bei falscher Lagerung kann Honig allerdings durchaus verderben.
1. Khan, et al.(2018) Honey: Single food stuff comprises many drugs. Saudi Journal of Biological Sciences.25(2):320-5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5815988/
2. N, et al.(2013) Differences in composition of honey samples and their impact on the antimicrobial activities against drug multiresistant bacteria and pathogenic fungi. Arch Med Res.44(4):307-16.
3. Carter, et al.(2016) Therapeutic Manuka Honey: No Longer So Alternative. Front Microbiol.7:569. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27148246
4. McLoone, et al.(2016) Honey: A Therapeutic Agent for Disorders of the Skin. Cent Asian J Glob Health.5(1):241. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29138732
5. von der Ohe, et al.(2013) Auswirkung der Lagerung auf die Honigqualität unter besonderer Berücksichtigung des Datums der Mindesthaltbarkeit von Honig. Sonderbeilage DIB AKTUELL 1/2013 https://deutscherimkerbund.de/237-Wissenschaft_Forschung_Zucht
6. Solayman, et al.(2016) Physicochemical Properties, Minerals, Trace Elements, and Heavy Metals in Honey of Different Origins: A Comprehensive Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety.15(1):219-33. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1541-4337.12182
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In der Bandbreite aller Bienenprodukte ist Gelée Royale das teuerste und empfindlichste und vielleicht das mit den meisten Geheimnissen. In diesem Artikel werden sie alles wichtige über Gelée Royale erfahren.
Seit jeher hat Gelée Royale in seiner Wirkung fasziniert: Nur durch Gelée Royale wird eine Bienenlarve zur Königin und besitzt ein Vielfaches an Gewicht, Größe, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit als alle anderen Bienen. Wissenschaftliche Studien haben das Bienenprodukt genauer unter die Lupe genommen und eine Reihe von möglichen positiven und gesundheitsfördernden Eigenschaften festgestellt. Als kostbares Nahrungsergänzungsmittel nehmen Menschen seit dem Alten Ägypten Gelée Royale ein und berichten von seiner wohltuenden und leistungssteigernden Wirkung.
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Was ist Gelée Royale?
Gelée Royale ist ein „königliches“ Produkt aus der Bienen-Produktion: der Futtersaft der Bienenkönigin. Aus den Drüsen der Bienen dient Gelée Royale zunächst als Nahrung für die Aufzucht aller Larven. Nur eine bekommt ihn bis ans Ende ihres Bienenlebens und sie wird zur Königin.
Neugierig? Erfahre woher der Name Gelée Royale kommt
„Gelée Royale“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „königliches Gelee“, bzw. „königlicher Saft“. Er wird auch „Weiselfuttersaft“ oder „Bienenköniginnen-Futtersaft“ genannt. Die Königin nennt man Weisel oder Stockmutter. Die Bezeichnung „Weisel“ leitet sich ab von „den Weg weisen“ und meint das Oberhaupt, die Anführerin des Bienenvolkes. Umgangssprachlich nennen einige den Futtersaft „Bienenmilch“. Historisch in Überlieferungen hat sich die Bezeichnung als „Speise der Götter“ etabliert.
Es handelt sich bei Gelée Royale um ein natürliches Produkt der Bienen. Aus den Sekreten der Kopfdrüsen produziert, wird Gelée Royale als Nahrungsergänzungsmittel in verschiedenen Formen verkauft. Die Apitherapie beschäftigt sich mit der gesundheitsfördernden Wirkung ausschließlich von Bienenprodukten. Dennoch ist Gelée Royale kein Arzneimittel und hat keine definierte Heilwirkung. Unter allen Bienenprodukten ist dieser Königinnen-Futtersaft der teuerste im Handel. Das hat zwei Gründe:
Ein Grund ist der altersverzögernde und potenziell lebensverlängernde Effekt sowie erhöhte Fruchtbarkeit; Eigenschaften, die man dem Futtersaft zuschreibt. Er bewirkt bei der Bienenkönigin ein längeres Leben, eine enorme Leistungsfähigkeit und ein Wachstum um ein Vielfaches der Größe anderer Bienen. Diese Eigenschaften mochte sich der Mensch seit der Entdeckung von Gelée Royale zunutze machen.
Zum anderen ist die Gewinnung selbst durch den sachkundigen Imker ein sehr aufwändiges Verfahren. Es steht noch dazu in der Kritik, weil es in die natürliche Dynamik der Bienenpopulation eingreift. Im Vergleich zu anderen Bienenerzeugnissen ist der Saft der Bienenkönigin eine seltene Quelle und wird dementsprechend preislich angesetzt. Nur wenige Imkereien ernten Gelée Royale für die Weiterverarbeitung. Es gibt das Produkt am häufigsten für die kurmäßige Einnahme (frisch, pur, als Trinkampullen und Kapseln) oder zur äußerlichen Anwendung.
Durch viel Arbeit im Labor ist es gelungen, synthetisches Gelée Royale herzustellen. Es soll ähnliche Wirkung haben. An die Zusammensetzung des natürlich produzierten Gelée Royales kommt jedoch kein synthetisches Erzeugnis heran. Sie ist zu komplex und die speichelspezifischen Stoffe der Biene sind nicht im Labor herstellbar.
Aussehen, Konsistenz und Geschmack von Gelée Royale
Wie der Name schon sagt, ist Gelée Royale ein gallertartiger und milchiger, mitunter schleimiger Saft. Er ist weißlich bis gelblich. Von seiner Funktion her könnte man ihn mit Muttermilch vergleichen, da er die Brut ernährt und alle wichtigen Stoffe für das Wachstum und die Entwicklung der Bienen enthält. Der Saft wird von den Bienen in den Wabenzellen gelagert, sofort nachdem er von den Drüsen produziert und abgesondert wurde. Gelée Royale hat keinen Kontakt mit der Welt außerhalb des Bienenstocks und gilt daher als besonders rein.
Der Geschmack von Gelée Royale ist äußerst bitter bis säuerlich, in seiner Intensität stechend (phenolisch). Keiner, der jemals Gelée Royale frisch aus dem Bienenstock probiert hat, findet den stechenden Geschmack bekömmlich, berichten Imker aus direkter Erfahrung. Die Bienenkönigin bleibt die einzige. Die meisten Trinkampullen und als pur bezeichneten Produkte sind bekömmlich gemacht, indem sie in Alkohol gelöst abgefüllt werden. Gelée Royale wird oft in Honig zugesetzt, fruchtig schmeckende Säfte oder Mus beigemengt (Sanddorn, Orange).
Entstehung von Gelée Royale
Für die Fütterung der Bienenlarven sind die Arbeiterinnen zuständig. Sie produzieren in ihrem Stadium als Ammenbiene zwischen ihrem 4. und 12. Lebenstag in den Kopfdrüsen das Sekret, mit dem sie den Nachwuchs ernähren. In dieser Zeit ist der Saft am nährstoffreichsten.
Bei der Drüse handelt sich um die Futtersaftdrüse, die sehr viele verschiedene Bezeichnungen hat; das sind „Ammendrüse“, „Brutfutterdrüse“, „Kopfspeicheldrüse“ oder „Schlunddrüse“. Der anatomisch korrekte Begriff ist Hypopharynx-Drüse oder Hypopharyngeal-Drüse. Sie ist paarig angeordnet. Der Saft wird in den Mund der Biene abgesondert und zum Teil mit Sekreten aus der Honigblase und aus den Mandibeldrüsen (Mandibeln sind die scherenartigen Mundwerkzeuge) angereichert. Man vermutet, dass die Zusammensetzung des Gemisches variiert und besonders reichhaltig ist, wenn es an die Königinnenlarven verfüttert wird. Ein möglicherweise geplanter Vorgang, so die Theorie von Bienenforschern.
Die Futtersaftdrüsen werden durch Hormone aktiviert. Es kann vorkommen, dass es zu einem Mangel an Ammenbienen im Bienenstock kommt, weil übermäßig viele Eier von der Bienenkönigin gelegt werden und die Brut überhand nimmt. In diesem Fall aktivieren sich die Drüsen der älteren Arbeiterinnen, um ausreichend Futtersaft zu erzeugen. Dieser Funktionswechsel macht deutlich, in welcher organisierten Einheit sich Bienenvölker arrangieren und sich ihre Physiologie an die Erfordernisse anpasst.
Ist das Sekret-Gemisch von den Ammenbienen fertig produziert, werden in den ersten drei Lebenstagen alle Larven einheitlich damit gefüttert. Die Bienen bestimmen eine Larve, aus der die Königin werden soll und setzen die Fütterung mit Gelée Royale fort, während alle anderen Maden und Puppen Pollen und Honig bekommen. Die Königinnenmade schwimmt regelrecht im Futtersaft, mit dem die Wabe bist zum oberen Rand gefüllt ist und mit einem Deckel aus Bienenwachs verschlossen. Diese Brutwabenzellen der angehenden Königin sind die sogenannten „Weiselzellen“. Daraus schlüpft die fertige Königin nach 16 Tagen.
Die Bienenkönigin unterscheidet sich in ihrem Phänotyp, also im Aussehen, von allen anderen Bienentypen. Durch die kontinuierliche Fütterung mit Gelée Royale nimmt die Königinnen-Larve das 3000-fache an Gewicht zu. Gehirn, Beine und Ovarien entwickeln sich weiter. Beim Schlüpfen ist sie doppelt so groß wie die Arbeiterinnen. Die Königin lebt einige Jahre, im Schnitt 5 Jahre, während andere Bienen, je nach Funktion, zwischen 5 und 50 Tagen leben. Sie erbringt eine unglaubliche Leistung: die Königin produziert durchschnittlich eine Viertel Million Eier pro Jahr. Das Maximum an Eiern wurde mit 2500 pro Tag angegeben. Praktisch variiert diese Zahl natürlich und ist abhängig von mehreren Faktoren. Diese ausgeprägte Legefähigkeit wird durch bestimmte Proteine im Gelée Royale hervorgerufen, die für die Entwicklung der Eierstöcke benötigt werden.
Im Larvenstadium sind alle Bienen gleich, sie besitzen dieselben genetischen Voraussetzungen. Die Differenzierung in Königin und „restliche“ Bienen erfolgt allein nach der Änderung der Futtergabe nach dem dritten Tag. Aus dieser Beobachtung heraus erhielt Gelée Royale seinen Ruf als beinahe magisches Mittel der Bienen zur Leistungssteigerung und als verjüngender, lebensverlängernder Anti-Aging-Trunk. Wissenschaftlich ist das Rätsel, ob die Königin tatsächlich nur durch die Nährstoffe im Gelée Royale entsteht, bis dato nicht eindeutig geklärt.
Gewinnung von Gelée Royale durch Imker
Wenige Imker-Betriebe im europäischen Raum widmen sich der Gewinnung von Gelée Royale. Das Prozedere ist heikel und mit sehr viel Aufwand zu betreiben. Der Imker greift – wesentlich stärker als bei der Honig-, Bienenwachs-, Propolis- oder Blütenpollen-Ernte – in die Dynamik des Bienenstocks ein. Das Gelée Royale muss den Larven „weggenommen“ werden, idealerweise zwischen dem dritten und vierten Tag und bevor der Saft von den Larven komplett verzehrt wird. Dazu entfernt der Imker die Larve aus der Weiselzelle und „erntet“ den Futtersaft. Über eine Spritze, Pipette oder ein Vakuum-Instrument saugt er den wertvollen Saft frisch ab und bewahrt ihn in einem dunklen Behältnis auf. Ein Filter verhindert, dass die Larven oder andere Blütenpollen in das Absaug-Instrument gelangen. Die sofortige luftdichte Lagerung ist wichtig, damit die Eigenschaften des Gelée Royale nicht beeinträchtigt werden.
Im gesamten Bienenvolk werden nur etwa 10 Larven auserwählt, die zur Königin „herangefüttert“ werden. Die Vorbereitung für die Gelée Royale Ernte dauert für den Imker mehrere Monate. Durch die Anbringung von zusätzlichen Weisenzellen bringt man die Tiere dazu, mehr vom Futtersaft zu produzieren. Die Entfernung der Zelleninhalte – auch wenn nur für kurze Zeit – erzeugt Stress im Bienenstock, was als nicht tierkonform kritisiert wird, weil die Bienen durch die Stresssituation zur vermehrten Produktion von Gelée Royale gezwungen werden. Oft sind es die Imker selbst, die sich tierschützend einsetzen und aus diesem Grund kein Gelée Royale ernten. Daneben gibt es verantwortungsvolle Imker, die sehr bedacht mit dem Verfahren umgehen und wissen, wann eine Entnahme zuviel ist und dem Bienenvolk schaden würde. Zum Schutz der Bienen und Arterhaltung bremst er das Ernteausmaß im richtigen Moment ein und nimmt den geringen Ertrag in Kauf. Er erfahrener Imker agiert nach Ermessen, wieviel Gelée Royale er ernten kann und trotzdem die natürliche Dynamik in der Bienenpopulation erhalten bleibt.
Imker, die zur Selbstversorgung Gelée Royale ernten, arbeiten anders: Sie schneiden die gewünschte Zelle aus und kratzen manuell den Saft heraus. Die Ernte-Menge ist davon abhängig, ob genügend Futter vorhanden ist, von der Größe des Bienenvolks und der Anzahl der Ammenbienen.
Im Durchschnitt wird pro Bienenvolk ein halbes Kilo Gelée Royale pro Saison erwirtschaftet.
Was ist so besonders an Gelée Royale?
Wie die Produktionsweise der Bienen gezeigt hat, ist Gelée Royale in natürlicher Form einzigartig. Die Wissenschaft hat noch nicht restlos alle Stoffe identifiziert, die im Futtersaft enthalten sind. Synthetisch ist Gelée Royale möglich, aber in dieser Form nicht herstellbar. Einige klinische Studien befassen sich mit der Wirkung des kostbaren Saftes und werten die Anwendbarkeit am Menschen aus. Es gibt immer noch Bedarf an mehr zuverlässigen Studien.
Die größte Resonanz bekam Gelée Royale durch Erfahrungsberichte und Beobachtungen der Menschen seit die Produkte im Bienenstock entdeckt und für die Menschheit genutzt wurden. Immunstärkende und leistungssteigernde Wirkung sind die am häufigsten festgehaltenen Erfahrungen.
Gelée Royale Inhaltssoffe, Zusammensetzung und Nährwerte
Die vollständigen Inhaltsstoffe und ihre Wirkweisen sind, wie auch bei anderen Bienenprodukten, zu einem Teil noch unerforscht. In Gelée Royale wurden bisher aber bereits 185 Inhaltsstoffe ermittelt. Den größten Teil im Gelée Royale nehmen Wasser, Zuckerverbindungen und Eiweiße ein. In ungefährer Aufteilung sieht die Zusammensetzung so aus
Wasser 60 – 70 %
Zuckerverbindungen 10 – 25 %
Proteine, Aminosäuren 12 – 20 %
Fruktose 5 %
Glukose 4,5 %
Fette 4 – 7 %
Vitamine 2 – 3 %
Mineralstoffe und Spurenelemente unter 2 %
Sucrose 1,8 – 2 %
Mineralsalze 1,5 %
Nicht-organische Reste, bis 1,5 %
Und viele weitere Inhaltsstoffe
Forscher betonen, dass die Inhaltsstoffe von der Physiologie der Bienen abhängen und je nach Lebensumständen und Saison variabel sind. Variabel sind die enthaltenen Stoffe auch bei frischem oder gefriergetrocknetem Gelée Royale.5
Nährwerte
pro 100g
Kalorien
145 kcal / 614 KJ
Kohlenhydrate
12 g
Eiweiß
4 - 4,5 g
Fett
0,3 g
Wirkung von Gelée Royale
Antiallergisch & Antibakteriell
Das Protein MRJP3 ist es, das erneut in den Mittelpunkt von Forschungen gerückt ist. Man assoziiert seit langem antibakterielle und antiallergische Eigenschaften mit Gelée Royale. Eine klinische Studie testete im Zuge der Aktivität von grampositiven und gramnegativen Bakterienstämmen Stoffe aus Gelée Royale. Man vermutet eine Funktion von MRJP3 darin, dass es zu Schutzzwecken in den Honigbienen vorhanden ist und die Brut vor Keimen bewahrt. In dem klinischen Experiment wurde Mäusen das Protein aus Gelée Royale in seiner isolierten Form in den Bauchraum verabreicht (intraperitoneal).
Das Ergebnis zeigte eine antiallergische Wirkung der Gelée Royale Fraktionen. Die Antikörper-Produktion nahm durch die Polypeptide des Proteins ab. Die Komponente MRJP3 erwies sich als hitzestabil, die Wirkung wurde durch fünfminütiges Kochen nicht beeinträchtigt. Erst Kochen über 20 Minuten machte das Protein unwirksam. Die Studie schlägt weitere Untersuchungen vor und sieht in Gelée Royale Komponenten mögliche antiallergische und immunregulatorische Wirkungen, die für den Menschen von Nutzen sein könnten.4
Blutdrucksenkend
Die Komponenten in Gelée Royale weisen ein komplexes Zusammenspiel auf, wie oben gezeigt. Es scheint mehrere wirkungsvolle Bestandteile zu geben, darunter speziell Peptide und Protein-Verbindungen, die auch bei hohem Blutdruck als effektiv gemessen werden konnten. Eine klinische Studie untersuchte die Wirkung eines isolierten Peptids aus Gelée Royale auf Renin, das von der Niere produziert wird und Blutdruck und Elektrolyt-Haushalt regelt. Das Peptid zeigte Einfluss auf Renin und einen blutdrucksenkenden Effekt. Es könnte zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, die mit Bluthochdruck einhergehen.7
Hormonstabilisierend
Gelée Royale wirkt laut klinischen Studien an Mäusen nachweislich auf die hormonelle Konzentration im Blut. Traditionellerweise wird Gelée Royale bei Beschwerden in der Menopause angewendet und bei Prämenstruellem Syndrom (PMS). Es kann das Gleichgewicht des Hormongehaltes im Blut wiederherstellen, indem es follikelstimulierende Hormone (FSH) reduziert und den Östrogengehalt steigert. Gelée Royale erwies sich als lindernd bei Prämenstruellem Syndrom (PMS).8
Anti-Aging
Die wohl gefragteste Wirkung von Gelée Royale ist die Verzögerung des Alterungsprozesses. Was steckt nun dahinter? Kann Gelée Royale das Leben verlängern, wie es im Bienenvolk bei der Königin der Fall ist? Aus dem Zusammenhang der antioxidativen Eigenschaften von Gelée Royale, des Einflusses auf den Hormongehalt und die Geschlechtsorgane entsteht ein möglicher Effekt, welcher der vorzeitigen Alterung unter Umständen entgegenwirken kann. Die molekularen Mechanismen dazu sind als Basis gegeben. Geht man davon aus, dass oxidativer Stress die Hauptursache für das Altern ist, kann Gelée Royale positiv einwirken, indem Freie Radikale neutralisiert werden. Durch seinen Einfluss auf die Zellaktivität wird oxidativer Stress in den Zellen reduziert. In den Alterungsprozess involviert sind das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Östrogen kontrolliert diese beiden Hormone. Ein erhöhter FSH-Spiegel führt zu einer Abnahme der Follikel-Menge und beeinträchtigt die Qualität der Eizellen (Oozyten) bei Frauen. Dieser Prozess führt zur ovariellen Alterung, also zur Alterung der Eierstöcke (Ovarien).
Durch die Aktivität eines Inhaltsstoffes im Gelée Royale (10-HDA 10-Hydroxydecensäure) kann eine positive Wirkung auf diesen hormonbedingten Alterungs-Zyklus genommen werden. 10-HDA 10-Hydroxydecensäure hat einen messbaren Einfluss auf die Synthese der Ovulations-Hormone und hält FSH und LH auf einem niedrigeren Niveau. Die Einnahme von Gelée Royale als Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung frühzeitiger Alterung kann hier Wirkung entfalten. Ein verlängertes Leben hängt von wesentlich mehr Faktoren ab (Genetik, Ernährung, Lebensstil, Vorerkrankungen, Belastung, Umwelt) und kann nicht per se durch die Einnahme von Gelée Royale hervorgerufen werden.8
Neuroprotektiv
Möglicherweise kann die Einnahme von Gelée Royale bei Erkrankungen, die mit dem Alterungsprozess verbunden sind sowie bei neurodegenerativen Erkrankungen hilfreich sein. Neuroprotektive Effekte an Ratten konnten bereits erfasst werden. Eine Verbesserung kognitiver Leistungen fand statt.8
Fruchtbarkeitssteigernd
Der Ovulationsprozess benötigt und verbraucht Antioxidantien. Dadurch kann es zu einem Mangel an antioxidativen Stoffen im Körper kommen, die die Zeichen des Alterungsprozess vermindern würden. Werden Antioxidantien von außen zugeführt, fördert das umgekehrt die Ovulationsfähigkeit. Gelée Royale enthält Substanzen, die nachweislich die Qualität der Eizellen (Oozyten) verbessern.6, 8
Wundheilend
Untersuchungen haben die wundheilenden Eigenschaften von Gelée Royale nachgewiesen. Dabei stellte sich ein Einfluss auf die menschliche Fibroblasten-Aktivität heraus. Fibroblasten sind Zellen, die sich im Bindegewebe bewegen. Gelée Royale konnte die Heilungsphase verletzter Hautareale verkürzen. Weiters zeigten sich schützende Eigenschaften auf die Haut bei Einwirkung von UV-Strahlung. Umschläge mit Gelée Royale erwiesen sich als unterstützend bei der Behandlung und Wundheilung von Diabetes bedingten Geschwüren an den Füßen (Diebetes-Ulcera). Die Bestandteile hatten einen Effekt auf die Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) um das Areal der Hautläsion herum. Sie können helfen, neuen Infektionen durch ihre antimikrobielle Eigenschaft vorzubeugen.3
Lipotoxizität
Was bedeutet der Begriff Lipotoxizität? Lipotoxizität bezeichnet die Giftikeit von Fetten und steht in Zusammenhang mit Fettleibigkeit und seinen häufigen Folge-Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes. Die Toxizität der Fette im Körper wird dann relevant, wenn sie sich außerhalb des Fettgewebes befinden. Man geht davon aus, dass die Fette – solange sie sich nur im Fettgewebe anlagern – „ungefährlich“ sind. Da bei Fettleibigkeit jedoch ein erheblicher Teil dieser Fette auf Organe und Skelett-Muskulatur übergeht, spricht man von Lipotoxizität. Der Großteil aller Diabetes-II-Erkrankten sind übergewichtig. Der toxische Effekt der Fette ist noch nicht restlos untersucht. Man nimmt aber an, dass er bei manchen Menschen stärker ausgeprägt ist und sie möglicherweise durch erbliche Vorbelastung gefährdet sind.
Lipide, die toxisch wirken, beeinflussen die Zellfunktionen im Körper. Forscher konnten ein fettspaltendes Enzym identifizieren, das für den Fettabbau verantwortlich ist (ATGL, Adipose Triglyzerid Lipase). Drei Folgen durch die (In-)Aktivität von ATGL konnte man festhalten:
Je mehr von ATGL vorhanden ist, umso weniger Gefahr besteht, dass das vorhandene Fett im Fettgewebe toxische Wirkung auf andere Zellen ausübt. Ist ATGL vorhanden und verabreicht man (in dem Fall an Mäusen) Stoffe, die das Enzym hemmen, so zeigte sich ein positiver Effekt, indem Diabetes nicht ausbrach. Die Folge ist aber: Ist das Enzym nicht aktiv, breitet sich das toxische Fett an den Organen aus. Hier konnte eine massive Herzverfettung beobachtet werden.1
In einer aktuellen klinischen Studie wurde ein Versuch an älteren und adipösen Ratten mit Stoffwechselerkrankungen unternommen, bei denen mit Gelée Royale supplementiert wurde. Fett waren am meisten nachweisbar in Leber, Nieren, Herz und Skelett-Muskulatur. Man vermutet die Aktivität mancher Fettsäuren als Auslöser. Als Folgen verzeichnete man zelluläre Fehlfunktionen bis hin zum Zelltod.
Der Alterungsprozess steht messbar in Zusammenhang mit einer Erhöhung des Fettgewebes und einer Umverteilung im Körper. Die Proteine im Gelée Royale, bzw. ein spezielles (MRJP3) sowie insulinähnliche Peptide stehen bei der Untersuchung im Fokus. Das Protein soll entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften haben, die Peptide den Blutzuckerspiegel senken. Der genaue Mechanismus der Entzündungshemmung ist unbekannt, die Wirkung aber bestätigt.
Diese Untersuchung baut auf der vorhandenen Forschung auf, die die gesundheitsfördernden Effekte von Gelée Royale ermittelt hat. Dazu gehören: blutdrucksenkende, cholesterinsenkende, entzündungshemmende, antioxidative, antimikrobielle Wirkung sowie die Reduktion von hohen Blutfettwerten. Ratten wurden in fünf Gruppen eingeteilt und in unterschiedlicher Gewichtung gefüttert. Sie bekamen anschließend 1 ml Gelée Royale, in destilliertem Wasser gelöst, über einen Zeitraum von acht Wochen oral verabreicht. Das Ergebnis zeigte bei der Gruppe der normal ernährten Ratten eine signifikante Verminderung der Gewichtszunahme und Zunahme von abdominalem Körperfett im Fettgewebe. Das gleiche Ergebnis zeigte sich bei den älteren Ratten mit normaler Ernährung. Bei den älteren fettleibigen Ratten ohne Gabe von Gelée Royale wurde eine Gewichtszunahme und Zunahme des abdominalen Körper-Fettgewebes festgehalten. Bei den älteren fettleibigen Ratten, die Gelée Royale erhielten, zeigte sich eine signifikante Abnahme von Körpergewicht und Fett im Fettgewebe.
Des weiteren wurde das Fett-Profil analysiert. Dabei stellte sich eine signifikante Abnahme von Cholesterol, Blutzucker und eine Veränderung der Triglyzerid-Werte bei den Ratten mit Gelée Royale Einnahme heraus.
Resümierend lässt sich sagen, dass Übergewicht ein Risikofaktor im älteren Organismus ist. Die Studie ermittelte eine Reduktion der Gewichtszunahme trotz Anhäufung von abdominalem Körperfett. Verantwortlich sind die bioaktiven Protein-Komponenten im Gelée Royale (MRJP3). Gelée Royale wurde dabei nicht in isolierte Komponenten gespalten und verabreicht, sondern in Vollständigkeit aller Inhaltsstoffe.
Hervorgehoben wird weiters die säurebindende Aktivität von Gelée Royale, die Senkung von Blutzucker durch insulinähnliche Peptide und eine potenziell positive Wirkung auf den Lipoprotein-Stoffwechsel beim Menschen.
Der Alterungsprozess des Menschen steht nachweislich in Zusammenhang mit einem erhöhten Körperfett-Anteil und einer gesteigerten Entzündungsbereitschaft aufgrund der Lipotoxizität, was Auslöser für Folge-Erkrankungen sein kann. Wie eingangs festgestellt, wurde ein entzündungshemmender Effekt beobachtet, der genaue Mechanismus ist noch zu untersuchen. Gelée Royale wird als Nahrungsergänzungsmittel aufgrund seiner antioxidativen Wirkung geschätzt, Freie Radikale unschädlich zu machen. Gelée Royale als alternativer Lipidsenker wird vorgeschlagen, weil Forscher eine größere Akzeptanz als bei dauerhaften Medikamenten in der breiten Öffentlichkeit vermuten und eine dietätische Maßnahme relativ einfach durchzuführen wäre.5, 9
Die cholesterinsenkende Wirkung in Abhängigkeit vom Alter wurde in einer anderen Studie untersucht. Patienten mit Hypercholesterinämie erhielten täglich 10 Gramm Gelée Royale über zwei Wochen. Vor der Studie und am Ende wurden Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride gemessen. Ein möglicher Einfluss psychologischer Variablen wurde durch Fragebogen geprüft. Ältere Probanden zeigten einen signifikanten Anstieg des HDL-Cholesterins (p = 0,001). Bei LDL-Cholesterin konnte keine Verbesserung festgestellt werden. Gelée Royale beeinflusst demnach nicht bei allen Probanden die Blutfettwerte, bei jungen Studienteilnehmern konnte keine Veränderung beobachtet werden. Hypercholesterinämie wurde nur bei einer Gruppe durch die Einnahme von Gelée Royale verbessert. Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen gab es keine.
Auch hier hielt man fest: Als Nahrungsergänzungsmittel würde Gelée Royale eine alternative Quelle für die Senkung der Blutfettwerte bei Risikopatienten mit Störungen des Fettstoffwechsels darstellen. Die Bereitschaft zur arzneimittelgestützten Dauermedikation sei nicht sehr groß. Folge-Erkrankungen könnten dadurch vermindert werden (Herz-Kreislauf, Schlaganfall).2
Anwendungsgebiete von Gelée Royale
Die Anwendungsgebiete ergeben sich aus den klinischen Studien und beschreiben mögliche positive Wirkungen. Sie stellen keine Heilversprechen dar. Es muss berücksichtigt werden, dass die Studien Anwendungsbeispiele enthalten, oftmals in Tierversuchen getestet wurden und für den unterstützenden Einsatz von Gelée Royale (in oraler Einnahme sowie als Hautsalbe) gedacht sind. Mehr Studien am Menschen sind sinnvoll, um die bisherigen Ergebnisse zu festigen.
Da Gelée Royale als Nahrungsergänzungsmittel klassifiziert ist und nicht als Arzneimittel, entsprechen die Anwendungsgebiete nicht dem klassischen Behandlungsbild von Krankheiten. Die angeführten Beschwerden und Symptome können durch die Einnahme, bzw. das Auftragen von Gelée Royale möglicherweise gelindert werden. Die wirksamsten Ergebnisse haben sich gezeigt bei:
Entzündungen
Wundheilung
Hautverletzungen
Verminderte Leistungsfähigkeit
Durchblutungsstörungen
Frühzeitiger Alterung (Anti-Aging)
Neurodegenerativen Erkrankungen
Übergewicht
Störungen im Fettstoffwechsel
Bluthochdruck
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingt durch Bluthochdruck
Immunschwäche
Mangelnde Fruchtbarkeit
Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Wechseljahre (Menopause)
Sensibilisierung bei bestehenden Allergien
Gelée Royale in Kosmsetikprodukten und Pharmazie
Haut: Gelée Royale zeigt in zahlreichen Studien einen antioxidativen und entzündungshemmenden Effekt. Für den pharmazeutischen Gebrauch bedeutet das, dass das Bienenprodukt in Salben zur Wundheilung wirksam eingesetzt werden kann. Im Bienenstock schützen die Inhaltsstoffe die Larven vor bakteriellem Befall. Von dieser Funktion profitiert der Mensch. Die Neubildung von Hautzellen und Kollagen werden angeregt, Entzündungsherde reduziert und der Zeitraum der Wundheilung beschleunigt.
Anti-Aging: Durch seine Fähigkeit, Freie Radikale zu neutralisieren, ist Gelée Royale als Komponente in Anti-Aging-Cremes von Bedeutung. Freie Radikale aus der UV-Strahlung und aus Umweltgiften lassen unsere Haut vorzeitig altern, indem sie Zellen schädigen. Das macht sich bemerkbar durch eine dünne, trockene Haut mit vermehrter Faltenbildung. Inhaltsstoffe im Gelée Royale können bei regelmäßiger Anwendung das Ausmaß der Zellschädigung reduzieren und frühzeitiger Hautalterung entgegenwirken. Zusätzlich antioxidativ wirkt Gelée Royale durch die Vitamine A und E.
Gelée Royale kaufen – Was sollte beachtet werden?
Auf den ersten Blick sind organische von synthetischen Produkten nicht immer erkennbar. Ein Blick auf die Plakette oder Zusammensetzung gibt Auskunft, ob es sich um originales, natürliches Gelée Royale handelt. Wer trotzdem nicht sicher ist, erkennt bei Ampullen oder frischem Saft mit „reinem“ Gelée Royale ohne Zusatzstoffe am Geschmack, ob das Produkt natürlichen Ursprungs ist. Der stechende (bitter, säuerlich) Geschmack ist so markant, dass das Produkt dadurch entlarvt wird.
Der Preis ist ein weiteres Kriterium dafür, ob ein Produkt künstlich oder natürlich hergestellt ist. Sehr günstige Produkte sind verdächtig und ein zweiter Blick lohnt sich. Wer kann, greift zu Erzeugnissen aus der EU. Durch die strengen Richtlinien wird die Reinheit und Qualität des Gelée Royale gewährleistet. Aber: Der Bienen-Rohstoff ist selten und der europäische Markt kann den Bedarf kaum decken. Daher können auch importierte Produkte gut sein, die durch Qualitätskontrollen beim Import laufen. Hersteller und Importeure sollten dazu genaue Angaben machen auf dem Produkt oder in der Packungsbeilage.
Was muss man bei den verschiedenen Gelée Royale besonders beachten?
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Gelée Royale Produkten auf dem Markt.
Pur/ Frisch: Die reinste Form von Gelée Royale erhält man frisch abgefüllt ohne Zusatzstoffe und ohne Verdünnung. Direkt beim Imker sind die frischen Produkte erhältlich und man kann sich vor Ort gleich von der Qualität der Imkerei persönlich überzeugen. Beim puren Gelée Royale unbedingt die Dosierungs-Empfehlung beachten. Das Produkt kann bei empfindlichen Menschen Übelkeit und Magenbeschwerden auslösen. Die Haltbarkeit von frischem Gelée Royale ist begrenzt. Im Kühlschrank gelagert ist es nach spätestens 8 Wochen zu entsorgen. Alternativ kann es tiefgekühlt werden.
Pulver: Das Pulver selbst ist nicht zum Verzehr bestimmt, sondern als Basis für die Weiterverarbeitung. Mit Gelée Royale Pulver lassen sich Salben und Cremes herstellen. Auch hier unbedingt auf gute Qualität und den natürlichen Ursprung achten.
Gelée Royale Trinkampullen.
Trinkampullen: Bei Trinkampullen ist die Natürlichkeit ausschlaggebend. Ein synthetisches Erzeugnis kommt nie an alle positiven Eigenschaften von natürlichem Gelée Royale heran. Ampullen sind für die einmalige Anwendung abgefüllt und für eine kurmäßige Einnahme gedacht. Ampullen sind praktisch, da sie hygienisch sind, für die einmalige Einnahme und anschließend entsorgt werden können. Das Gelée Royale in der Ampulle kann alternativ in Getränke (nicht in Milch!) eingerührt werden, um den Geschmack zu verändern, bzw. erträglicher zu machen. Oft enthalten Trinkampullen schon eine Anreicherung mit Fruchtsäften oder wertvollen Ölen. Ampullen für einen spezifischen Anwendungsbereich (Anti-Aging) enthalten zusätzliche Stoffe, die den Anti-Aging-Prozess unterstützen.
Gelée Royale Kapseln.
Kapseln/ Kombinationsprodukte: Die sicherlich praktischste Form, Gelée Royale einzunehmen, bieten Kapseln. Im Handel ist Gelée Royale in Kapseln als gefriergetrocknetes Erzeugnis (Lyophilisat) erhältlich. Durch den Vorgang, den Futtersaft in Kapseln zu verarbeiten, nehmen die Inhaltsstoffe keinen Schaden. Häufig findet man Gelée Royale in Kapseln kombiniert mit Propolis oder Blütenpollen. Viele Eigenschaften vom Propolis verstärken die Effekte von Gelée Royale (antibakteriell, entzündungshemmend, antibiotisch). In Kapselform lassen sich gut weitere Stoffe zusetzen (Vitamine, Öle).
Wer mit einer Unverträglichkeit auf Gelatine reagiert, sollte auf pflanzliche Kapselhüllen achten. Es gibt etliche Hersteller, die Gelée Royale Kapseln mit pflanzlicher Hülle anbieten, um bei Unverträglichkeit oder für Vegetarier die Produkte zugänglich zu machen.
Salben: Salben dienen der Wundheilung, aber auch der Pflege trockener Haut. Weitere Inhaltsstoffe in reichhaltigen Salben machen die Haut geschmeidig und haben rückfettende und hautregenerierende Wirkung. Hersteller bieten Salben mit Gelée Royale für verschiedene Zwecke an. Beliebte Zusätze sind Sheabutter, pflanzliche Öle, Honig und Propolis.
Cremes: Für Anti-Aging-Cremes scheint Gelée Royale ein optimaler Inhaltsstoff zu sein. Durch die Anregung der Kollagenbildung und den antioxidativen Eigenschaften ist Gelée Royale ein kostbarer Stoff zur Vorbeugung frühzeitiger Hautalterung. Für die Verarbeitung in Cremes liegt Gelée Royale meist in pulverisierter Form vor. Je nach Hauttyp sind Gelée Royale Cremes entweder mit mehr Wassergehalt oder mit mehr rückfettenden Stoffen ausgestattet. Die hauttypgerechte Pflege ist wichtig, um Unreinheiten bei zu reichhaltigen Cremes oder eine Unterversorgung trockener Haut mit Fetten bei zu dünnen Cremes auszuschließen.
Gelée Royale Produkte selber machen
Für die Herstellung einer Salbe mit Gelée Royale werden folgende Zutaten benötigt:
3 g Gelée Royale, frisch, pur oder als Pulver
7 g Bienenwachs, am besten Pastillen
100 ml pflanzliches Öl nach Wahl
Zubereitung: Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und in flüssiger Form zum Erkalten in ein kaltes Wasserbad stellen. Das Gelée Royale unter Rühren hinzufügen. Wenn die Konsistenz etwas dicker und geliger ist, kann das Gemisch in einen Tiegel gefüllt werden. Durch die Zugabe eines Konservierungsmittels lässt sich die Haltbarkeit gut verlängern. Wem natürliche Inhaltsstoffe zur Konservierung wichtig ist, kann Vitamin-E-Tropfen hinzugeben. Vitamin E (Tocopherol) ist ein solcher natürlicher Konservierer, der auch in der Naturkosmetik gerne verwendet wird.
Preis – Was kostet Gelée Royale?
Mehrmals wurde der hohe Preis von Gelée Royale angesprochen. Was bedeutet das konkret in Zahlen? Der durchschnittliche Kilopreis liegt bei 100 Euro oder deutlich darüber.
Die richtige Einnahme von Gelée Royale
Für die Einnahme kann pauschal keine Empfehlung abgegeben werden, weil die Einnahme stark von der Art des Produkts abhängt. In jedem Fall sind die Dosierungsangaben auf der Packung einzuhalten. Kauft man ein Produkt direkt beim Imker, kann er kompetente Informationen geben.
Ein Hinweis, der trotzdem hilfreich sein kann: Bei oraler Einnahme von frischem Gelée Royale oder von Ampullen hat sich die stärkste Wirkung ergeben, wenn eine Absorption über die Schleimhäute stattfindet. Idealerweise tropft man den Bienenfuttersaft unter die Zunge und lässt ihn langsam vom Organismus aufnehmen. Für Menschen, die den Geschmack abstoßend finden, ein schwieriges Unterfangen.
Der optimale Zeitpunkt zur Einnahme ist morgens auf nüchternen Magen. Allerdings kann bei empfindlichen Menschen oder bei Einnahme von mehr als die angegebene Dosierung Übelkeit auftreten. Eine Lösung: mit einer kleineren Menge als angegeben beginnen und die Dosis allmählich steigern.
Die Anwendung als Kur, das heißt zeitlich begrenzt, wird empfohlen. Zur Dauereinnahme liegen noch nicht ausreichend Studien vor. Man vermutet, dass die antibakterielle Wirkung in Gelée Royale möglicherweise bei dauerhafter Einnahme auch die „guten“ Bakterien (Darm) reduziert. Um das zu verhindern hat man den kurmäßigen Zeitraum meist mit einem Monat Dauer festgelegt und mit etwa dreimal pro Jahr.
Wer sich für die detaillierten Angaben und Empfehlungen interessiert, kann sich an Apitherapeuten wenden. Sie beschäftigen sich intensiv mit der Wirkung und Anwendung von Bienenprodukten.
Aufbewahrung von Gelée Royale
Frisches und pures Gelée Royale sowie Ampullen sind empfindlicher als Kapseln und Cremes. Frisches Gelée Royale ist nicht konserviert und hält maximal 8 Wochen im Kühlschrank. Eine Tiefkühlung ist möglich. Die Lagerung an einem kühlen und dunklen Ort ist bei allen Produkten empfohlen, um die Inhaltsstoffe bestmöglich zu schützen.
Risiken und Nebenwirkungen von Gelée Royale
Gelée Royale kann – wie alle Bienenprodukte – bei Überempfindlichkeit oder einer Allergie entsprechend Symptome auslösen. Interessanterweise stellt Gelée Royale selbst ein Anti-Allergikum dar, mit dem eine vorsichtige Desensibilisierung versucht werden kann. In Anwesenheit eines Arztes kann ein anaphylaktischer Schock oder allzu heftige Reaktionen vermieden werden.
Reaktionen von Überempfindlichkeit können sich wie folgt äußern:
Allergische Reaktion der Haut (Rötung, Ausschlag, Juckreiz)
Schwellungen, Asthma-Anfälle
Verschlimmerung bei bestehendem Asthma
Übelkeit
Erbrechen, Durchfall
Kopfschmerzen
Blutdruckabfall
Herzrasen
Magenkrämpfe, Verdauungsprobleme
Bei vorhandenem Asthma muss von einer Einnahme sicherheitshalber abgeraten werden. Gleichermaßen bei einer Honig- oder Bienengift-Allergie. Da für die Einnahme in der Schwangerschaft und beim Stillen nicht genügend klinische Ergebnisse vorliegen, ist hier ebenfalls von einer Einnahme aus Sicherheitsgründen abzuraten. Kinder sind grundsätzlich nicht davon ausgeschlossen, Gelée Royale einzunehmen. Es empfiehlt sich jedoch aufgrund der möglichen allergenen Wirkung von Gelée Royale zuvor den Arzt zu konsultieren. Bei Kindern ist maximal die Hälfte der angegebenen Dosis angebracht, oder weniger.
Gelée Royale – Fazit
Gelée Royale, insbesondere die enthaltenen Proteine und Peptide, kann ein Produkt mit gesundheitsfördernden Eigenschaften darstellen. Aus Erfahrungsberichten und klinischen Studien an Tier und teilweise am Menschen setzt sich das mögliche Anwendungsspektrum zusammen. Allen voran steht die entzündungshemmende und zellerneuernde Wirkung bei der Wundheilung. Als Anti-Aging-Produkt ist Gelée Royale eingenommen oder als Creme ein probates Mittel, um vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Die antioxidativen Inhaltsstoffe sorgen für die Neutralisierung von Freien Radikalen aus der UV-Strahlung und aus umweltbedingten Giftstoffen in der Luft. Durch seine hormonausgleichende Wirkung konnte ein Einfluss auf die Fruchtbarkeit verzeichnet werden. Eine umfassendere Prüfung ist allerdings notwendig. Aufgrund der aufwändigen Gewinnung und den Eingriff in die Dynamik und das Verhalten in der Bienenpopulation ist Gelée Royale ein seltener Rohstoff. Dementsprechend hoch sind die Preise. Einige Imker im europäischen Raum haben sich auf die nachhaltige Ernte von Gelée Royale spezialisiert.
Quellenverzeichnis
(1) DiabSite. (2015). Gestörter Fettstoffwechsel. Risikofaktor für Typ-2-Diabetes und andere Krankheiten. (21-01-2015). https://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2015/150121.html
(2) Henschel, Michael. (2010). Zum Einfluss von Gelée royale auf den Lipidstoffwechsel bei Patienten mit bekannter Hypercholesterinämie. Justus-Liebig-Universität Gießen. http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8604/pdf/HenschelMichael_2011_12_20.pdf
(3) Kim et al (2010). Royal jelly enhances migration of human dermal fibroblasts and alters the levels of cholesterol and sphinganine in an in vitro wound healing model. Nutrition Research and Practice. 2010;4(5):362-368. https://e-nrp.org/DOIx.php?id=10.4162/nrp.2010.4.5.362
(4) Okamoto et al. (2003). Major royal jelly protein 3 modulates immune responses in vitro and in vivo. Life Sci. 2003 Sep 5;73(16):2029-45. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12899927
(5) Metwally et al. (2018). Royal jelly supplementation reduces skeletal muscle lipotoxicity and insulin resistance in aged obese rats. Pathophysiology. 2018 Jun 12. pii: S0928-4680(18)30011-7. https://www.pathophysiologyjournal.com/article/S0928-4680(18)30011-7/pdf
(6) Seyyedi et al. (2016). Comparison of the effects of vaginal royal jelly and vaginal estrogen on quality of life, sexual and urinary function in postmenopausal women. Journal of Clinical and Diagnostic Research. 2016;10(5, article QC01). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4948482/
(7) Sultana et al. (2008). A dipeptide YY derived from royal jelly proteins inhibits renin activity. Int J Mol Med. 2008 Jun;21(6):677-81. https://www.spandidos-publications.com/ijmm/21/6/677
(8) Visweswara et al. (2017). Honey, Propolis, and Royal Jelly: A Comprehensive Review of Their Biological Actions and Health Benefits. Oxid Med Cell Longev. 2017; 2017: 1259510. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5549483/
(9) Yoshida et al. (2017). Royal jelly improves hyperglycemia in obese/diabetic KK-Ay mice. J Vet Med Sci. 2017 Feb; 79(2): 299-307. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5326934/
Propolis ist ein von Bienen hergestelltes Harz. Das Naturprodukt ist für seine vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen bekannt; Propolis-Tropfen und Propolis-Salbe erfreuen sich in Naturheilkunde und Kosmetik großer Beliebtheit. Unser Diplom-Biologe Dr. Harald Stephan und Imker Dr. rer. nat. Florian Wöll klärt darüber auf, was es mit dem Bienenharz auf sich hat.
Propolis – Das Wichtigste auf einen Blick!
Für die Gewinnung von Propolis sammeln Honigbienen Harz von Pflanzen und mischen es mit Bienenwachs, Pollen und Enzymen.
Das Ergebnis ist eine aromatische klebrige Masse, das die Bienen im Bienenstock als Kittharz verwenden und ihn so von Pilzen und Bakterien freihalten.
Die desinfizierenden, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften nutzt man in Naturheilmitteln: Aus Propolis-Tinktur lassen sich Propolis-Salbe, Creme, Kapseln und Spray herstellen.
Ihre medizinische Wirkung nutzt man zur Stärkung der Immunabwehr, bei Erkältungen und Entzündungen im Mundraum, bei Hauterkrankungen und zur Wundheilung – auch bei Tieren.
Zudem ist Propolis-Tinktur in vielen Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.
Eindeutige wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Propolis stehen bisher aus.
Propolis kaufen kann man beim Imker (oft aber verunreinigt mit PAK), in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder (#Anzeige) online im Internet.
Für was ist Propolis gut?
Propolis sagt man eine ganze Palette von gesundheitlichen Vorteilen nach:
Antibakteriell, antivital und fungizid. Propolis wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Studien haben gezeigt, dass sie gegen Krankheitserreger wie Staphylokokken und Erkältungsviren wirksam ist.
Entzündungshemmend. Propolis kann Entzündungen im Körper reduzierenden, etwa bei Krankheiten wie Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen.
Antioxidativ. Flavonoide im Propolis schützen vor freien Radikalen. Damit könnten sie den Alterungsprozess verlangsamen und das Risiko für chronische Krankheiten reduzieren.
Wundheilung. Propolis setzt man traditionell ein, um die Bildung von neuem Gewebe zu fördern und Wunden schneller heilen zu lassen.
Unterstützung der Immunabwehr. Eine regelmäßige Einnahme von Propolis könnte dabei helfen, das Immunsystem zu stärken und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.
Stand der Wissenschaft
Die desinfizierende Wirkung von Propolis ist gut dokumentiert und unstrittig. Propolis zeigt zudem eine Vielzahl von biologischen Aktivitäten, darunter antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften12, 13, 17.
Es gibt auch wissenschaftliche Belege für einige der vielfach angepriesenen gesundheitlichen Vorteile von Propolis. Studien haben gezeigt, dass Propolis antiproliferative und antikarzinogene Eigenschaften besitzt, die das Wachstum von Krebszellen hemmen und Apoptose induzieren können11, 13, 15, 16. Diese Effekte wurden in verschiedenen Krebsarten, einschließlich Magenkrebs, Brustkrebs und Darmkrebs, beobachtet11, 14, 18.
Für die angebliche Prävention von Krebs sind jedoch noch weitere wissenschaftliche Studien erforderlich. Obwohl es vielversprechende Hinweise aus in vitro Forschung gibt, die zeigen, dass Propolis das Zellwachstum hemmen und Apoptose fördern kann, sind umfassende klinische Studien notwendig, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Propolis in der Krebsprävention und -behandlung zu bestätigen11, 12, 15, 19. Diese vielversprechenden Ergebnisse aus der Grundlagenforschung machen Mediziner zunehmend neugierig auf das Potenzial von Propolis als ergänzende Therapie14, 17, 20.
Was ist Propolis?
Die Propolis ist eine harzige Masse, die Honigbienen im Bienenstock als universelles Kittharz verwenden. Dazu vermischen sie Harze aus Knospen und Wunden von Bäumen und Sträuchern mit Bienenwachs, Pollenbalsam und ihrem enzymhaltigen Speichel.
Für die Gesundheit des Bienenvolkes ist der keimtötende Bienenkitt unverzichtbar. Damit dichten sie alle Ritzen und Fugen ab, befestigen ihre Waben und konservieren Eindringlinge, die für den Transport zu groß sind. Insekten, sogar Mäuse werden damit mumifiziert und verwesen nicht.
Im feucht-warmen Bienenstock haben Pilze, Viren und Bakterien dank der stark desinfizierenden Wirkung von Propolis keine Chance – sehr wichtig, da Bienen nur ein rudimentäres Immunsystem haben.
Es ist übrigens eine Fehldarstellung im Internet, wenn behauptet wird, dass sich eine keimtötende Fußmatte aus Propolis im Eingang des Bienenstocks befindet, an der Erreger und andere Insekten kleben bleiben würden.
Wie wird Propolis hergestellt?
Zur Propolis-Gewinnung legt der Imker ein spezielles Gitter über den Wabenrahmen. Das wird von den Arbeiterinnen sofort mit dem Bienenkitt verkleistert, damit es nicht zieht. Gekühlt lässt sich die zähe Masse leicht ablösen. Zerkleinert bildet sie unregelmäßig geformte Brocken.
Meistens löst man die Roh-Propolis in Alkohol – das Ergebnis ist eine leicht zu dosierende Propolis-Tinktur.
Wie sieht Propolis aus und was sind seine Bestandteile?
Die aromatisch duftende Kittmasse ist gelb, braun, rötlich, violett bis schwarz oder grünlich. Ihre Farbe hängt von den Harzen ab, die die Bienen in ihrer Umgebung finden. Zudem spielen Wetter und Jahreszeit eine Rolle. Propolis besteht aus ätherischen Ölen, Bienenwachs, Pollenbalsam, Flavonoiden, Gerbstoffen und anderen organischen Verbindungen. Hinzu kommen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Propolis-Tinktur nennt man eine alkoholische Lösung des Kittharzes, das in Wasser unlöslich ist. Die handelsüblichen Propolis-Tropfen (kann man aus Roh-Propolis auch selbermachen) enthalten meistens 5 % Propolis in 70 % Ethanol. Propolis-Tropfen ohne Alkohol enthalten meist Glycerin oder Essig als Lösungsmittel.
Dem Bienenkitt sagt man antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften nach. Extrakte werden zu Medikamenten, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet. Salbe und Creme setzt man bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute ein, Propolis-Tinktur, Kapseln und Tabletten zur Stärkung des Immunsystems, bei Herz-Kreislauf-Beschwerden und Erkältungen.
Unabhängig von der Packungsbeilage: Wenn Du Propolis-Präparate für Gesundheit und Wohlbefinden nutzen willst, solltest Du am besten mit Deinem Arzt oder Heilpraktiker sprechen. Er kann Dir dabei helfen, die beste Form und Dosierung für Deine speziellen Bedürfnisse zu finden. Neben Propolis-Tropfen gibt es Kapseln und Tabletten zum Einnehmen, Mundspülungen, Bonbons und Sprays für den Rachen, Salben und Cremes für die Anwendung auf der Haut.
In der Apotheke und im Drogeriemarkt gibt es Salbe und Creme, die Du übrigens auch ganz leicht selber machen kannst. Dazu brauchst Du nur Propolis, Bienenwachs und etwas Öl – sieh Dir mal unser Rezept für Propolis-Salbe an. Die Beste unserer Meinung nach, denn da weiß man, was drin ist.
Roh-Propolis solltest Du dunkel, kühl und gut verschlossen lagern, dann ist es praktisch unbegrenzt haltbar. Bei Propolis-Tropfen ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben; hier verfliegt bestenfalls der Alkohol, ohne dass das die Wirksamkeit beeinträchtigt.
Die Farbe von Propolis hängt vor allem von den Harzen ab, die die Bienen sammeln. Die unregelmäßig geformten Brocken und Plättchen sind gelb, braun, rötlich bis violett oder beinahe schwarz.
Überhaupt nicht süß nach Honig, sondern herb, bitter und ein bisschen scharf. Den Bienenkitt sollte man nicht pur essen, denn so wird kaum etwas davon über den Darm aufgenommen. Propolis-Tinktur in Form von Propolis-Tropfen ist dafür besser geeignet.
Propolis ist ein Naturprodukt. Eine allergische Reaktion kann somit nicht ausgeschlossen werden, etwa bei Heuschnupfen: Kleine Mengen Pollen sind auch in dem Kittharz der Bienen vorhanden.
Einige Menschen reagieren auf darin enthaltene Kaffeesäureester oder die Benzylester von Zimtsäure und Salicylsäure.
Auch bei Allergien gegen Bienengift sollte man auf Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis verzichten.
Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln sind ebenfalls möglich; wer mehrere Medikamente nimmt sollte am besten Rücksprache mit einem Arzt halten.
Säuglinge dürfen überhaupt keine Bienenprodukte bekommen (noch nicht einmal Honig!). Ihre Immunabwehr schützt sie noch nicht ausreichend gegen Bakterien, die in Naturprodukten enthalten sein könnten.
Bei einem Kleinkind ab dem ersten Lebensjahr sind Propolis-Tropfen kein Ersatz für Medikamente, die der Kinderarzt verschreibt; frag lieber nach, ob ihm davon etwas geben darfst.
Für Schulkinder und Jugendliche ist Propolis unbedenklich und nur gefährlich, wenn eine Allergie besteht.
In Schwangerschaft und Stillzeit sollte Rücksprache mit dem betreuenden Arzt gehalten werden, bevor frau Propolis einnimmt. Auch hier darf keine Allergie gegen Pollen oder andere Bestandteile bekannt sein.
Für Tiere ist das äußerliche Anwenden von Propolis-Tinktur oder Propolis-Salbe bei Hautkrankheiten in der Regel unbedenklich. Hunden geben viele Tierärzte Propolis-Tropfen bei Infektionen, Magen-Darm-Beschwerden, zur Stärkung der Immunabwehr und zum Schutz vor Parasiten.
Lieber nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt; bei Katzen kann die Leber sekundäre Pflanzenstoffe nur sehr begrenzt abbauen und durch Glucuronidierung mit Harn und Kot ausscheidbar machen. Äußerlich etwa bei Katzenakne ist Propolis trotz Lecken bei der Fellpflege nicht gefährlich.
Roh-Propolis kann man direkt beim Imker kaufen, ist aber zumeist mit PAK belastet, Propolis-Tropfen wie auch Tabletten, Kapseln, Salbe und Creme bekommt man auch in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder im Internet, beispielsweise bei Bienenherz in überprüfter Qualität.
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Quellen, Links und weiterführende Literatur
Bücher zur Anwendung von Propolis:
1. Bee Products: Beeswax, Bee Pollen, Propolis. [No authors listed] 2022 May 1. LiverTox: Clinical and Research Information on Drug-Induced Liver Injury [Internet]. Bethesda (MD): National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases; 2012–. PMID: 35593876 Free Books & Documents. Review.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Propolis:
2. Pasupuleti VR, Sammugam L, Ramesh N, Gan SH. Honey, Propolis, and Royal Jelly: A Comprehensive Review of Their Biological Actions and Health Benefits. Oxid Med Cell Longev. 2017;2017:1259510. doi: 10.1155/2017/1259510. Epub 2017 Jul 26. PMID: 28814983 Free PMC article. Review. 3. Zullkiflee N, Taha H, Usman A. Propolis: Its Role and Efficacy in Human Health and Diseases. Molecules. 2022 Sep 19;27(18):6120. doi: 10.3390/molecules27186120. PMID: 36144852 Free PMC article. Review. 4. Przybyłek I, Karpiński TM. Antibacterial Properties of Propolis. Molecules. 2019 May 29;24(11):2047. doi: 10.3390/molecules24112047. PMID: 31146392 Free PMC article. Review. 5. Forma E, Bryś M. Anticancer Activity of Propolis and Its Compounds. Nutrients. 2021 Jul 28;13(8):2594. doi: 10.3390/nu13082594. PMID: 34444754 Free PMC article. Review. 6. Braakhuis A. Evidence on the Health Benefits of Supplemental Propolis. Nutrients. 2019 Nov 8;11(11):2705. doi: 10.3390/nu11112705. PMID: 31717277 Free PMC article. Review. 7. Hossain R, Quispe C, Khan RA, Saikat ASM, Ray P, Ongalbek D, Yeskaliyeva B, Jain D, Smeriglio A, Trombetta D, Kiani R, Kobarfard F, Mojgani N, Saffarian P, Ayatollahi SA, Sarkar C, Islam MT, Keriman D, Uçar A, Martorell M, Sureda A, Pintus G, Butnariu M, Sharifi-Rad J, Cho WC. Propolis: An update on its chemistry and pharmacological applications. Chin Med. 2022 Aug 26;17(1):100. doi: 10.1186/s13020-022-00651-2. PMID: 36028892 Free PMC article. Review. 8. Kocot J, Kiełczykowska M, Luchowska-Kocot D, Kurzepa J, Musik I. Antioxidant Potential of Propolis, Bee Pollen, and Royal Jelly: Possible Medical Application. Oxid Med Cell Longev. 2018 May 2;2018:7074209. doi: 10.1155/2018/7074209. eCollection 2018. PMID: 29854089 Free PMC article. Review. 9. Salatino A. Perspectives for Uses of Propolis in Therapy against Infectious Diseases. Molecules. 2022 Jul 19;27(14):4594. doi: 10.3390/molecules27144594. PMID: 35889466 Free PMC article. Review. 10. Bhargava P, Mahanta D, Kaul A, Ishida Y, Terao K, Wadhwa R, Kaul SC. Experimental Evidence for Therapeutic Potentials of Propolis. Nutrients. 2021 Jul 24;13(8):2528. doi: 10.3390/nu13082528. PMID: 34444688 Free PMC article. Review. 11. Rivera-Yañez, N., Ruiz-Hurtado, P., Rivera-Yañez, C., Arciniega-Martínez, I., Yepez-Ortega, M., Mendoza-Arroyo, B., Rebollar-Ruíz, X., Méndez-Cruz, A., Reséndiz-Albor, A., & Nieto-Yañez, O. (2023). The role of propolis as a natural product with potential gastric cancer treatment properties: A systematic review. Foods, 12(2), 415. 12. Bjørklund, G., Storchylo, O., Peana, M., Hangan, T., Lysiuk, R., Lenchyk, L., Koshovyi, O., Antonyak, H., Hudz, N., & Chirumbolo, S. (2023). Caffeic acid phenethyl ester: A potential therapeutic cancer agent? Current Medicinal Chemistry, 30(29), 2921–2935. 13. Forma, E., & Bryś, M. (2021). Anticancer activity of propolis and its compounds. Nutrients, 13(8), 2594. 14. Shen, M., Liu, C., Chang, K., Lai, C., Chang, S., & Huang, C. (2023). Propolis has an anticancer effect on early-stage colorectal cancer by affecting epithelial differentiation and gut immunity in the tumor microenvironment. Nutrients, 15(1), 15. 15. Altabbal, S., Athamnah, K., Rahma, A., Wali, A., Eid, A., Iratni, R., & Dhaheri, Y. (2023). Propolis: A detailed insight of its anticancer molecular mechanisms. Pharmaceuticals, 16(3), 450. 16. Oršolić, N., & Jembrek, M. (2022). Molecular and cellular mechanisms of propolis and its polyphenolic compounds against cancer. International Journal of Molecular Sciences, 23(18), 10479. 17. Ruiz-Bustos, P., Alday, E., Garibay-Escobar, A., Sforcin, J., Lipovka, Y., Hernández, J., & Velázquez-Contreras, C. (2023). Propolis: Antineoplastic Activity, Constituents, and Mechanisms of Action.. Current topics in medicinal chemistry. 18. Hermansyah, D., Zulhendri, F., Perera, C., Firsty, N., Chandrasekaran, K., Abdulah, R., Herman, H., & Lesmana, R. (2022). The Potential Use of Propolis as an Adjunctive Therapy in Breast Cancers. Integrative Cancer Therapies, 21. 19. Patel, S. (2016). Emerging adjuvant therapy for cancer: Propolis and its constituents. Journal of Dietary Supplements, 13(3), 245–268. 20. Elumalai, P., Muninathan, N., Megalatha, S., Suresh, A., Kumar, K., Jhansi, N., Kalaivani, K., & Krishnamoorthy, G. (2022). An Insight into Anticancer Effect of Propolis and Its Constituents: A Review of Molecular Mechanisms. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM, 2022.
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Manche sagen, Honig sei so ungesund wie Zucker. Andere preisen Honig regelrecht als Wundermittel gegen diverse Krankheiten. Was stimmt tatsächlich und was sollte beachtet werden? Spielt die Honigsorte dabei eine Rolle? Die Forschung liefert eine Reihe an Fakten, die bei der Beantwortung dieser Fragen helfen.
Eine promovierte Diplom-Biologin hat sich zahlreiche Studien zu dem Thema für uns angeschaut und gibt Einblicke in den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft zum Thema Honig und Gesundheit.
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Was enthält Honig?
Honig besteht hauptsächlich aus Einfachzuckern (Monosaccharide), wobei Fruchtzucker (Fructose) mit ungefähr 32 bis 40 Prozent den größten Anteil ausmacht, dicht gefolgt von Traubenzucker (Glucose).
Zu kleineren Anteilen sind noch Zweifachzucker (Disaccharide) wie Saccharose („Haushaltszucker“) und Oligosaccharide („Wenigzucker“) enthalten.
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Hinzu kommen etwa 18 Prozent Wasser und ein kleiner Anteil an anderen Bestandteile wie organische Säuren, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Enzyme und andere Proteine sowie sekundäre Pflanzenstoffe.1, 2
Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich von Honig zu Honig. Schließlich ist sie direkt davon abhängig, von welchen Pflanzen der Honig abstammt. Das Gleiche gilt auch für mögliche gesundheitsfördernde Eigenschaften von Honig.
Die allgemeine Zusammensetzung von Honig ist in etwa:2-4
Monosaccharide (Einfachzucker):70–75 %
Fructose
Glucose
Disaccharide und Oligosaccharide:5–10 %
Saccharose
Maltose
Isomaltose
Melezitose
Erlose
Wasser:16–20 %
Organische Säuren: (verantwortlich für den pH-Wert von 3,2–4,5)
Wasserstoffperoxid (antibakterielle Wirkung, entsteht durch Glucose-Oxidase)
Honigsorten im Vergleich bezüglich Inhaltsstoffe
Wie unterschiedlich die Inhaltsstoffe verschiedener Honigsorten ausfallen können, veranschaulicht eine Analyse spanischer Wissenschaftler.5 Sie untersuchten mehrere französische Honigsorten, die von verschiedenen Pflanzen abstammten.
Die Honige unterschieden sich schon allein bei der Betrachtung der Flavonoide:
8-Methoxykaempferol war dabei das einzige Flavonoid, das in allen untersuchten Honigen vorkam. Zudem war der Gehalt der einzelnen Flavonoide in allen Honigen völlig unterschiedlich. Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Ihnen wird eine antibakterielle und antioxidative Wirkung zugesprochen. Sie sind vermutlich neben Phenolverbindungen und Proteinen für den gesunden Ruf von Honig hauptverantwortlich.
Inhaltsstoffe von Manuka-Honig und Tualang-Honig
Die zwei medizinisch anerkanntesten Honigsorten sind neuseeländischer Manuka-Honig und Tualang-Honig. Allerdings wird Tualang-Honig von wild lebenden Bienen im malaysischen Regenwald geraubt. Aus Umweltwicht spricht dadurch mehr für Manuka-Honig.
Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich von Ernte zu Ernte und von Bienenstock zu Bienenstock. Daher ist kein exakter Vergleich von Manuka- und Tualang-Honig möglich. Für Manuka-Honig ist vor allem das Methylglyoxal charakteristisch, das laut Wissenschaftlern für eine besonders antibakterielle Wirkung verantwortlich ist.6
Inhaltsstoffe von Manuka-Honig und Tualang-Honig im Detail
Exemplarisch können die Inhaltsstoffe folgendermaßen zusammengefasst werden:7-9
Man muss nicht jede chemische Verbindung hinter den komplizierten Begriffen kennen, um die enorme Vielfalt an Inhaltsstoffen in beiden Honigsorten zu erkennen. Sicherlich ist diese Liste immer noch nicht vollständig. Es ist auch für kaum einen der Inhaltsstoffe bekannt, an welcher Wirkung des Honigs er tatsächlich beteiligt ist. Für viele dieser Inhaltsstoffe wird eine antimikrobielle, antioxidative oder das Immunsystem unterstützende Eigenschaft vermutet.
Welche Honigarten gibt es?
Honigarten sind beinahe so vielfältig wie die nektarproduzierende Flora. Selbst innerhalb einer Honigart gibt es Unterschiede in Farbe, Geschmack und Inhaltsstoffen. Dennoch gibt es eine grobe Einteilung, nach der man sich richten kann. Beim Honig wird grundsätzlich zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig unterschieden.
So entsteht Blütenhonig
Blütenhonig produzieren Bienen, indem sie Nektar von Blüten sammeln und im Bienenstock weiter zu Honig verarbeiten. Stammt der Nektar dabei hauptsächlich von einer Pflanzenart, entsteht ein monofloraler Honig. Für multifloralen Honig sammeln Bienen den Nektar von mehreren verschiedenen Pflanzenarten.
Monofloraler Honig
Monofloraler Honig stammt zu mindestens 51 Prozent von einer einzigen Pflanzenart. Deshalb wird er auch als sortenrein oder Sortenhonig bezeichnet. Für die Imker gibt es unterschiedliche Methoden, sortenreinen Honig zu erhalten. Sie können den Standort ihrer Bienenstöcke so wählen, dass im Umfeld die gewünschte Pflanze nahezu ausschließlich wächst. Wenn das Angebot einer Pflanzenart reichhaltig genug ist, neigen Bienen dazu, sich auf eine Blütenart festzulegen. Der Blütenhonig ist dann sogar zu weit mehr als 51 Prozent sortenrein. Das ist beispielsweise bei großen Rapsfeldern in Monokultur der Fall. Der Wunsch nach sortenreinem Rapshonig unterstützt somit häufig Monokulturen, die bekanntlich problematisch für die Umwelt sind. Unbedenklicher ist hingegen monofloraler Honig aus Pflanzen, die an bestimmten Standorten natürlicherweise gehäuft vorkommen.
Außerdem können Imker die unterschiedliche Blütezeit der jeweiligen Pflanzenarten nutzen. So wachsen Manuka- und Kanuka-Bäume in Neuseeland häufig in unmittelbarer Nähe zueinander. Da der Manuka-Baum früher blüht als der Kanuka-Baum, können die Imker den Honig einfach vor der Blütezeit des Kanuka-Baumes ernten. In vielen anderen Fällen ist ein multifloraler Honig aus verschiedenen Pflanzenarten jedoch ausdrücklich gewünscht.
Multifloraler Honig
Multifloraler Honig wird auch Mischhonig genannt, weil Bienen den Nektar verschiedener Pflanzenarten zu dessen Herstellung verwenden. Daher ist er oft umweltfreundlicher und kann aufgrund der vielfältigeren Inhaltsstoffe sogar gesünder sein. Diese Vielfalt macht den Geschmack des Honigs zudem spannender und interessanter. So unterscheiden sich im Grunde alle multifloralen Blütenhonige untereinander, was das Angebot an Honigen noch abwechslungsreicher gestaltet. Die Imker wissen in der Regel ziemlich genau, von welchen Pflanzenarten der Nektar ihres Honigs stammt. Sie kennen schließlich die Pflanzen ihres Standorts und deren Blütezeit. Wenn eine Pflanzenart besonders stark vertreten ist, weisen die Imker das meist auf ihrem Honig aus. Darüber hinaus sind Angaben wie „Frühtracht“ oder „Sommertracht“ zu finden, die den Blütezeitraum andeuten.
Was ist Honigtauhonig?
Honigtau entsteht, wenn Blattläuse und andere Insekten Pflanzensäfte fressen und verdauen. Die süßlichen Ausscheidungen der Blattläuse werden Honigtau genannt und von Bienen als Alternative zum Nektar eingesammelt. Wie Nektar verarbeiten die Bienen Honigtau weiter zu Honig. Häufig stammt der Honigtau aus Wäldern und oft von Nadelbäumen. Daher ist eine bekanntere Bezeichnung für Honigtauhonig auch Waldhonig. Genaugenommen beschreibt Waldhonig jedoch nur den Honig, den die Bienen aus Honigtau von Nadelbäumen herstellen. Eine dunkle Färbung und ein intensiv würziger Geschmack sind typisch für Waldhonig. Wenn der Honigtau hingegen von Laubbäumen stammt, wird der Honig als „Blatthonig“ bezeichnet. Darüber hinaus gibt es noch Tannenhonig, für dessen Herstellung Honigtau von der Weißtanne gesammelt wird. Für Tannenhonig ist charakteristisch, dass er besonders lange flüssig bleibt.
Honig von exotischen Bienenarten
Nicht nur die Pflanzenarten, von denen der Nektar stammt, können die Honigsorte bestimmen. Die Honigsorte kann auch von der Bienenart abhängen, die den Honig produziert. Der weltweit größte Anteil von Honig auf dem Markt wird von der Westlichen Honigbiene Apis mellifera hergestellt. Ursprünglich war sie in Europa, Afrika und Teilen Asiens heimisch. Aufgrund ihres hohen Wertes als Nutztier wurde sie in der restlichen Welt durch den Menschen verbreitet. Von asiatischen Imkern wird zudem die Östliche Honigbiene Apis cerana zur Honiggewinnung eingesetzt. Ebenso werden die Zwerghonigbiene Apis florea sowie einige Bienenarten der stachellosen Bienen wie Geniotrigona thoracica und Trigona irridipennis in manchen Ländern als Honigproduzenten genutzt.
Wilder Honig
Darüber hinaus gibt es noch einige wildlebende Honigbienenarten, die jedoch nicht als Nutztiere kultiviert wurden. Ihren Honig erhält man nur durch Raub aus dem wilden Bienenstock, was die entsprechende Honigbienenart ihrer Ausrottung näher bringt und nicht gefördert werden sollte. Außerdem ist diese Art, an Honig zu gelangen, nicht gerade ungefährlich für die Honigsammler. Es wird gelegentlich argumentiert, dass die Förderung des Honigsammelns zum Erhalt von Regenwald beitragen würde. Beispielsweise baut die Riesenhonigbiene Apis dorsata ihre Nester im sogenannten Tualang-Baum des malaysischen Regenwalds und produziert Tualang-Honig. Damit steht der Tualang-Honig wirtschaftlich in Konkurrenz zum Holz des Tualang-Baumes. Durch Förderung des Tualang-Honigs sollen angeblich die Bäume und somit Regenwald geschützt werden. Allerdings würde das wohl lediglich dann funktionieren, wenn nicht mehr Honig gesammelt würde, als die Bienen für ihren eigenen Bedarf benötigen. Bei einer gesteigerten Nachfrage und einem dementsprechend hohen Preis darf dies wohl stark bezweifelt werden. Gleiches gilt für den malaysischen Gelam-Honig, der ebenfalls von der Riesenhonigbiene hergestellt wird. Beim Gelam-Honig handelt es sich im Gegensatz zum Tualang-Honig um einen monofloralen Honig, der vom Gelam-Baum abstammt.
Scheibenhonig
Zwei Stücke Scheibenhonig
Die Bezeichnung „Scheibenhonig“ bezieht sich auf die Art und Weise, wie der Honig angeboten wird. Beim Scheibenhonig wird der Honig nicht aus den Waben herausgeschleudert, sondern in den mit Wachs verdeckelten Waben belassen. Daher wird die Bezeichnung „Wabenhonig“ synonym verwendet. Stückchenweise kann der Scheibenhonig gekaut werden, wobei das Wachs nicht mitgegessen wird. Dabei wird der Scheibenhonig entweder als Süßigkeit genossen oder zur Linderung von Infektionen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Durch das Auskauen der Waben tritt der Honig nach und nach aus, wodurch es leichter fällt, den Honig möglichst lange im Mund zu behalten. Dazu eignet sich Manuka-Honig besonders gut, da dieser eine außergewöhnliche antibakterielle Aktivität besitzt. Zusätzlich zum Honig weisen Wachs und Propolis, die im Scheibenhonig noch enthalten sind, ebenfalls antimikrobielle und antivirale Eigenschaften auf. Scheibenhonig kann darüber hinaus auch einfach zum Süßen von heißen Getränken oder als Brotaufstrich genutzt werden. In jedem Fall muss jedoch berücksichtigt werden, dass das Bienenharz Propolis Allergien auslösen kann.
Medizinischer Honig
Medizinscher Honig ist als Medizinprodukt zugelassen und findet vor allem in der Wundbehandlung Anwendung. Der wichtigste Aspekt von medizinischem Honig ist seine Keimfreiheit. Damit sich Wunden nicht durch Keime infizieren, die in Honig enthalten sein können, wird medizinischer Honig mit Gamma-Strahlen sterilisiert. Zudem muss medizinischer Honig standardisiert sein, so dass der gewünschte Effekt mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit eintrifft. Manuka-Honig besitzt eine außergewöhnlich starke antibakterielle Aktivität und zeigt sogar heilungsfördernde Eigenschaften. Daher wird bevorzugt Manuka-Honig zu medizinischem Honig verarbeitet. Medizinischer Honig ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich, kann aber auch von Ärzten verschrieben und dann von der Krankenkasse teilweise erstattet werden. Einige Kliniken nutzen medizinischen Honig zur Behandlung schwer heilender Wunden oder von Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr anschlagen.
Veganer Honig? Honig im eigentlichen Sinne ist nicht vegan. Schließlich wird er von Bienen hergestellt, die vom Menschen als Nutztiere gehalten werden. Nach dem deutschen Lebensmittelrecht darf nur Bienenhonig unter der Bezeichnung „Honig“ verkauft werden. Es gibt jedoch verschiedene vegane Alternativen zum Honig. Dazu gehören beispielsweise Agavendicksaft, Ahornsirup und Invertzuckercreme. Aber auch selbstgemachter „Löwenzahnhonig“ ist beliebt, für den Löwenzahnblüten einfach ausgekocht und mit Zucker versetzt werden. Es fehlen in den veganen Alternativen allerdings Inhaltsstoffe wie einige Enzyme, die von den Bienen selbst stammen.
Einige Honigarten im Überblick:
Kategorie
Honigart/Sorte
Blütenhonig (monofloral)
Akazienhonig
Heidehonig
Lindenblütenhonig
Rapshonig
Sonnenblumenhonig
Kleehonig
Ahornhonig
Lavendelhonig
Eukalyptushonig
Edelkastanienhonig
Rosmarinhonig
Thymianhonig
Fenchelhonig
Löwenzahnhonig
Buchweizenhonig
Manuka-Honig
Blütenhonig (multifloral)
Frühtracht
Sommertracht
Wiesenblüte
Obstblütenhonig
Waldblüte
Honigtauhonig
Waldhonig
Tannenhonig
Blatthonig
Lindenhonig
Eichenhonig
Fichtenhonig
Scheibenhonig / Wabenhonig
Honig in der Waabe
Medizinischer Honig
Steriler und standardisierter Manuka-Honig
KEIN HONIG
Vegane Honigalternativen
Agavendicksaft
Ahornsirup
Invertzuckercreme/-sirup
Selbstgemachter Blütensirup (z. B. „Löwenzahnhonig“)
Außerdem bietet so gut wie jedes Land oder jede Region Honigsorten, die aufgrund der dort vorherrschenden Flora einzigartig sind.
Das sagt die Wissenschaft über die Wirkung von Honig
Honig werden eine Vielzahl an Heilwirkungen nachgesagt. Nicht alle sind wissenschaftlich einwandfrei bewiesen. Das größte Problem von Forschern ist, dass sich jede Honigsorte von der anderen unterscheidet. Dennoch existieren zahlreiche Studien, die sich mit Honig und dessen Wirkung befassen. Von antibakteriellen und heilungsfördernden Eigenschaften des Honigs lassen sich inzwischen sogar Schulmediziner überzeugen. Die aktuelle Studienlage lässt zudem auf weitere wissenschaftlich fundierte Anwendungen hoffen.
Antibakterielle Eigenschaften
In wissenschaftlichen Studien zeigten mehrere Honigsorten eine antibakterielle Aktivität. Für den neuseeländischen Manuka-Honig ist die Lage am eindeutigsten und die antibakterielle Wirkung unumstritten. In zahlreichen Laborversuchen wirkte Manuka-Honig effektiv gegen verschiedenste Erreger.10 Wissenschaftler entdeckten Methylglyoxal als hauptsächlich antibakteriell wirksame Substanz in Manuka-Honig. Da Methylglyoxal in Manuka-Honig in wesentlich höheren Konzentrationen vorkommt als in anderem Honig, ist auch die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig meist dementsprechend höher.6
Besonders interessant ist Manuka-Honig für die Behandlung von Infektionen durch Keime, gegen die mehrere Antibiotika wirkungslos geworden sind. Forscher sammelten solche multi-resistenten Keime aus Wunden von Patienten und behandelten sie im Labor mit Manuka-Honig. Manuka-Honig konnte die multi-resistenten Keime erfolgreich abtöten.11, 12
Wodurch wirkt Honig antibakteriell?
Allerdings ist Methylglyoxal nicht die einzige antibakteriell wirksame Substanz, die in Honig gefunden wurde. Daher werden die antibakteriellen Eigenschaften anderer Honigsorten ebenfalls untersucht. Aufgrund des niedrigen Wasser- und hohen Zuckergehalts ist Honig imstande, Keimen Wasser zu entziehen und somit abzutöten. Auch der niedrige pH-Wert von Honig erschwert Keimen das Überleben. Des Weiteren produziert das im Honig enthaltene Enzym Glucose-Oxidase Wasserstoffperoxid. Wasserstoffperoxid ist ein bekanntes keimtötendes Mittel. Wissenschaftler zweifeln jedoch an, ob diese drei Wege ausreichend sind, um in der medizinischen Praxis effektiv Erreger abzutöten. Nicht zu vernachlässigen, sind deswegen die antibakteriellen Eigenschaften von anderen Inhaltsstoffen. Dazu gehören Phenolsäuren und Flavonoide. Auf welche Weise Honig aber tatsächlich effektiv gegen Keime wirkt, ist nicht geklärt. Abgesehen von Manuka-Honig. Wissenschaftler vermuten, dass Honig auf mehreren Wegen antibakteriell wirken kann. Sie begründen das damit, dass viele verschiedene Honigsorten wirkungsvoll gegen Keime sind, die sich alle in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.4
Welche Honige wirken antibakteriell?
Bisher zeigten beispielsweise folgende Honige zumindest in Versuchen an Bakterienkulturen eine antibakterielle Aktivität:
Name des Honigs:
Ursprungsland:
Manuka-Honig10
Neuseeland
Tualang-Honig13
Malaysia
Multifloraler Blütenhonig14
Deutschland
Diverse Honige15
Pakistan
Mehrere multiflorale Honige16
Brasilien
Multifloraler Blütenhonig17
Neuseeland
Zwei Honige18
Äthiopien
Drei Honige19
Indien
Buchweizenhonig und Sägepalmenhonig20
USA
Jujube-Honig21
Jemen
Sumra-Honig21
Jemen*
Dhahian-Honig21
Saudi-Arabien*
Talah-Honig21
Saudi-Arabien*
*Honig von verschiedenen Akazienarten. Mitteleuropäischer „Akazienhonig“ stammt genaugenommen von Robinien, die auch als „falsche Akazie“ oder „Scheinakazie“ bezeichnet werden.
Honig gegen Viren?
Inwieweit Honig antiviral wirkt, ist noch umstritten. Dennoch liefern einige Studien Hinweise, dass Honig gegen Viren helfen kann. In Zellkulturversuchen fanden Forscher eine antivirale Wirkung von Honig gegenüber folgenden Viren:
Herpes-Simplex-Virus22
ein Influenzavirus23 (Grippe)
Varizella-Zoster-Virus24 (Windpocken, Gürtelrose)
Rötelnvirus25
Hilft Honig gegen Pilzinfektionen?
Manche Honigsorten scheinen gegen Pilze, also antifugal, zu wirken. So hemmt Jujube-Honig im Laborversuch den Pilz Candida albicans, der unter anderem auch als „Windelpilz“ bei Säuglingen bekannt ist.26 Manuka-Honig und ein weiterer Honig verhindern laut einer anderen Studie das Wachstum mehrerer Hautpilze.27 Manuka-Honig war dabei deutlich effektiver als der andere Honig.
Honig gegen Husten?
Im Rahmen einer aktuellen Übersichtsstudie bewerteten unabhängige Experten die Studienlage zu der Fragestellung, ob Honig gegen Husten bei Kindern hilft.28 Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Honig Husten lindern kann und womöglich sogar besser oder zumindest gleich effizient wirkt wie einige gängige Hustenblocker. Für unerwünschte Nebenwirkungen konnten sie keine Anzeichen finden. Allerdings finden sie die Studienlage noch nicht eindeutig und umfangreich genug, um sich klar für oder gegen Honig als Hustenstiller auszusprechen.
Wer jedoch guten Honig ohnehin im Haus hat und akut unter Hustenanfällen leidet, wird Honig vor diesem Hintergrund berechtigterweise einfach ausprobieren wollen.
Viele Honigsorten sind antioxidativ
Für verschiedene Honigsorten wurden ihre antioxidativen Eigenschaften bereits chemisch nachgewiesen.29, 30 Laut Wissenschaftlern steht die Stärke der antioxidativen Wirkung im direkten Zusammenhang mit dem Gehalt an Phenolverbindungen im Honig.33 Einige biologische Studien bestätigen die antioxidative Wirkung von Honig. So fütterten Wissenschaftler Ratten über einen Zeitraum von 30 Tagen mit Manuka-Honig, wodurch DNA-Schäden gemindert werden konnten.31 Andere Forscher erreichten mit Manuka-Honig einen Schutz vor oxidativen Schädigungen der Leber in einem Tierversuch.32 Ebenso konnten menschliche Blutzellen im Laborversuch durch Manuka-Honig vor einer oxidativen Schädigung der DNA bewahrt werden.33
Honig in der Wundversorgung
Honig wird bereits in einigen Kliniken von Medizinern zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden angewandt. Für die Wundversorgung wird steriler medizinischer Honig verwendet, um zusätzliche Infektionen wie Botulismus auszuschließen. Außerdem ist der medizinische Honig in gewisser Weise standardisiert, so dass die erhoffte Wirkung mit möglichst großer Wahrscheinlichkeit eintritt. Da medizinischer Honig aus Manuka-Honig besteht, wurden viele Studien zur Wundheilung auch direkt mit Manuka-Honig durchgeführt.
Die antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften des Manuka-Honigs schaffen eine solide Grundlage zur erfolgreichen Behandlung von Wunden. Darüber hinaus konnte Manuka-Honig in Tierversuchen den Kollagen- und Bindegewebsaufbau verbessern, die Ausbildung von Blutgefäßen fördern sowie die Heilungsdauer verkürzen.34-36 Zudem gibt es einige Humanstudien, die die heilungsfördernde Wirkung von Manuka-Honig bestätigen. Der Heilungsprozess von schlecht heilende Wunden verlief mit Manuka-Honig erfolgreicher. Infolge der Versorgung mit Manuka-Honig schlossen sich sogar einige Wunden, die bis dahin erfolglos behandelt wurden.37-40 Außerdem verliefen Wundheilungsprozesse mit Manuka-Honig nach Aussagen von Patienten schmerzfreier.37, 41
Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch anderer Honig eine fördernde Wirkung auf die Wundheilung hat. In Tierversuchen erreichten Wissenschaftler mit nicht näher beschriebenem Honig eine Förderung des Kollagenaufbaus.42, 43 Ebenso konnte indischer Honig den Kollagenaufbau bei Patienten mit schlecht heilenden Wunden verstärken.44
Wirkung von Honig auf das Immunsystem
Das Immunsystem ist für die Wundheilung verantwortlich. Es muss eingedrungene Erreger bekämpfen, beschädigtes Gewebe entfernen und den Aufbau von neuem Gewebe regulieren. Dazu reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung und steuert die gerade benötigten Zellen zum richtigen Zeitpunkt über entzündungsfördernde und entzündungshemmende Signalstoffe an die passende Stelle. Bei schlecht heilenden Wunden sind die Abläufe des Immunsystems gestört. Wissenschaftler vermuten, dass insbesondere Manuka-Honig das Immunsystem bei der Auflösung der Störung unterstützten kann. Das würde erklären, warum Wissenschaftler sowohl entzündungshemmende als auch entzündungsfördernde Eigenschaften von Manuka-Honig fanden.9
Ist eine Behandlung von Krebs durch Honig möglich?
Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass vor allem Manuka-Honig in der Krebstherapie eingesetzt werden könnte. Wissenschaftler entdeckten, dass Manuka-Honig das Wachstum von Krebszellen in Zellkultur- und Tierversuchen verlangsamen kann.45-49 Dabei soll Manuka-Honig gesunde Zellen verschont haben.45 Allerdings sollte Honig nicht ohne ärztliche Therapieanweisung und nicht zur Selbstmedikation bei einer vorliegenden Krebserkrankung eingesetzt werden. Zumal es wohl kaum ausreichen würde, den Honig zu essen oder irgendwie oberflächlich aufzutragen. Da aber auch andere Chemotherapeutika oft rein pflanzlich sind, wäre eine zukünftige schulmedizinische Verwendung von Manuka-Honig in der Krebstherapie nicht überraschend. Dazu muss jedoch noch einiges an Forschung betrieben werden.
Womöglich blutdrucksenkende Wirkung von Honig
Es gibt ein paar Studien, die Honig eine blutdrucksenkende Wirkung zusprechen. Eine Forschergruppe konnte mit Hilfe von Tualang-Honig den Blutdruck von Ratten mit spontanen Blutdruckspitzen senken, während sich der normale Blutdruck von Kontrollratten nicht veränderte.7, 50 Im Rahmen einer anderen tierexperimentellen Studie konnte der Blutdruck durch Honig auf einem Niveau gehalten werden, obwohl die Ratten hochkalorienreiches Futter erhielten und die Kontrollgruppe ohne Honig dadurch einen Blutdruckanstieg aufwiesen.51 Welchen Honig die Forscher verwendeten, gaben sie nicht genauer an.
In drei Humanstudien konnte die einmalige Gabe von Honig den Blutdruck senken.52-54 Allerdings waren die Ergebnisse keiner Studie eindeutig genug, um ein endgültiges Fazit daraus ziehen zu können.
Honig und Zucker im Vergleich
Honig und Zucker unterscheiden sich erheblich in ihren Inhaltsstoffen. Betrachtet man Mittelwerte von Blüten- und Honigtauhonig im Vergleich zu raffiniertem Haushaltszucker ergibt sich folgendes Bild:2
Bestandteil je 100 g
Honig
Zucker
Glykämischer Index
58
60
Kalorien
300 Kcal
387 Kcal
Zucker
80,0 g (35-40 g Fructose, 30-35 g Glucose)
99,9 g
Fette
0,02 g
-
Proteine
0,3 g
-
Calcium
6,0 mg
1,0 mg
Eisen
0,42 mg
0,01 mg
Magnesium
2,0 mg
-
Phosphor
4,0 mg
-
Zink
0,22 mg
-
Kalium
52,0 mg
2,0 mg
Vitamin C
0,5 mg
-
Riboflavin
0,038 mg
0,019 mg
Vitamin B3
0,121 mg
-
Vitamin B5
0,068 mg
-
Vitamin B6
0,024 mg
-
Folsäure
0,002 mg
-
Wasser
17 g
0,03 g
Zudem enthält Honig noch organische Säuren, Proteine und sekundäre Pflanzenstoffe.
Der glykämische Index ist ein Maß dafür, wie stark und schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Der glykämische Index für Honig und Haushaltszucker liegt im mittleren Bereich, wobei es auch Honigsorten mit einem niedrigeren glykämischen Index gibt.1 Bei einem Wert unterhalb von 55 hat wird der glykämische Index als niedrig eingestuft. Fructose hat einen niedrigen glykämischen Index von 19. Dennoch gilt Fructose unter Medizinern nicht als gesund und wird auch Diabetikern nicht mehr empfohlen. In Bezug zu Honig stellt der glykämische Index ein weiteres Rätsel dar, denn Honig könnte für Diabetiker besser geeignet sein als Fructose.2, 55, 56 Eindeutig bewiesen ist dies allerdings noch nicht und daher ist dieser mögliche Widerspruch weiterhin Gegenstand der aktuellen medizinischen Forschung.
Honig: gesunde Zuckeralternative?
Honig soll jedoch nicht nur gesünder sein als raffinierter Haushaltszucker, sondern auch als Fruchtzucker oder Traubenzucker. Denn vor allem Fruchtzucker gilt als Risikofaktor für die Entwicklung von Fettleber und Insulinresistenz. Außerdem soll Fruchtzucker oxidativen Stress fördern, während Honig antioxidativ wirken soll.1, 2 Honig enthält neben Zucker eben noch eine Reihe weiterer Inhaltsstoffe, die Studien zufolge zu einer anderen Verstoffwechselung des Zuckers aus dem Honig führen. Diese Behauptung ist jedoch nicht zweifelsfrei bewiesen, weil unter anderem noch unklar ist, wie genau dies geschieht. Dennoch liefert die Wissenschaft schon eine Reihe an Hinweisen, die für einen gesundheitlichen Vorteil von Honig gegenüber raffiniertem Zucker sprechen.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Honig in großen Mengen verzehrt werden sollte. Zu viel Zucker kann auch durch zu viel Honig aufgenommen werden und dann ist er ebenso ungesund.
Honig und Diabetes
Patienten mit einem Diabetes vom Typ 2 haben infolge einer Insulinresistenz zu hohe Blutzuckerwerte. Insulin sorgt bei Gesunden dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. Bei Typ-2-Diabetikern reagieren die Zellen weniger auf Insulin und der Zucker sammelt sich im Blut an. Übergewicht und zu wenig Bewegung tragen zusammen mit einer entsprechenden genetischen Veranlagung zur Entstehung eines Diabetes Typ 2 bei. Für Typ-2-Diabetiker besteht ein erhöhtes Risiko, dass Organe und Blutgefäße geschädigt werden. Vor allem Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschwäche gelten als häufige Folgeerkrankung eines Typ-2-Diabetes.
Der Typ-1-Diabetes ist hingegen eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schädigung der Bauspeicheldrüse führt. Die Bauchspeicheldrüse ist für die Insulinproduktion verantwortlich.
Ist Honig für Diabetiker gesund?
In einer Studie mit diabetischen Ratten konnte Honig der Bienenart Geniotrigona thoracica einen Anstieg des Nüchternblutzuckers verhindern, die Insulinkonzentration erhöhen sowie die Blutfettwerte stabilisieren und teilweise verbessern.57 Außerdem verringerten sich oxidativer Stress und Entzündungsmarker der Bauchspeicheldrüse. Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihren Ergebnissen, dass dieser spezielle Honig die Bauchspeicheldrüse schützen kann, und sprechen dem Honig eine anti-diabetische Wirkung zu. Es wird vermutet, dass das im Honig enthaltene L-Phenylalanin dafür verantwortlich ist.1, 57
Ähnliche Ergebnisse wurden auch mit anderen Honigsorten erzielt. Anti-diabetische Eigenschaften besitzen demnach folgende Honigsorten:
Honig der stachellosen Bienenart Geniotrigona thoracica57
Tualang-Honig58
iranischer Jujube-Honig59
multifloraler iranischer Honig60
nicht näher beschriebener iranischer Honig aus der Stadt Urmia61
nigerianischer Honig62
verschiedene multiflorale indische Honige63
Honig und seine Wirkung auf den Stoffwechsel
Doch warum wirkt Honig, der hauptsächlich aus Zucker besteht, so anders als raffinierter Zucker? Forscher vermuten, dass dies an der Fähigkeit des Honigs liegt, bestimmte Enzyme wie alpha-Amylase und alpha-Glucosidase zu hemmen.1 Denn auch wenn die übrigen Inhaltsstoffe nur einen kleinen Anteil im Honig ausmachen, scheinen sie erstaunliche Effekte zu vollbringen und den Honig deutlich von einem künstlichen Zuckergemisch abzugrenzen. Alpha-Amylase baut Stärkebestandteile zu Oligosacchariden ab. Alpha-Glucosidase spaltet wiederum Oligosaccharide sowie Zwei- und Dreifachzucker in Einfachzucker auf. Die Hemmung dieser beiden Enzyme verzögert die Aufnahme von Einfachzucker aus dem Darm, wodurch der Blutzuckerspiegel nach dem Essen nicht so steil ansteigt. Damit würde Honig ähnlich wirken wie einige Medikamente, die zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.
Eine Studie untersuchte deshalb, wie stark verschiedene Honigsorten alpha-Amylase und alpha-Glucosidase hemmen.63 Die Forscher bezogen dafür fünf multiflorale Honigsorten verschiedener Bienenarten von indischen Imkern:
Apis mellifera (Westliche Honigbiene)
Apis cerana indica (Indische Honigbiene)
Apis dorsata (Riesenhonigbiene)
Apis florea (Zwerghonigbiene)
Trigona irridipennis (stachellose Bienenart)
Alle fünf Honigsorten hemmten in den Laborversuchen alpha-Amylase und alpha-Glucosidase, wobei der Honig der stachellosen Bienenart Trigona irridipennis die stärkste hemmende Aktivität aufwies. Die Autoren der Studie sehen Honig daher als gute Alternative zu Zucker, insbesondere für Diabetiker.
Da aber weder für jeden Honig verlässliche Daten vorliegen noch eine allgemeingültige Dosierungsempfehlung, sollten Diabetiker ihren behandelnden Arzt um Rat fragen und nicht eigenständig mit Honig herumexperimentieren. Zumal im Falle einer Wirksamkeit auch Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen werden können. Gesunde können womöglich sogar von einer präventiven anti-diabetischen Wirkung des Honigs profitieren.
Gesund abnehmen mit Honig?
Honig könnte dabei helfen, das Verlangen nach Süßem zu stillen und gleichzeitig nicht so stark an Körpergewicht zuzunehmen wie mit Haushaltszucker. Zumindest gibt es ein paar tierexperimentelle Studien, die dafür sprechen.64-67 Die Forscher untersuchten jedoch nicht nur die Auswirkungen auf das Körpergewicht, sondern auch auf die Blutfett- und Blutzuckerwerte. Bei den Blutfettewerten achteten sie unter anderem auf das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin. Ein niedriges Verhältnis von LDL (low-density Lipoprotein) zu HDL (high-density Lipoprotein) gilt als erstrebenswert, während ein hohes Verhältnis mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird.
Tierexperimentelle Studien zur Wirkung von Honig auf Körpergewicht und Blutwerte
Neuseeländische Forscher fütterten 45 Ratten 52 Wochen lang mit Futter, das entweder acht Prozent Saccharose oder zehn Prozent Honigtauhonig enthielt oder zuckerfrei war.65 Die Ratten, die mit dem Saccharose-Futter ernährt wurden, nahmen am meisten an Körpergewicht zu und hatten den größten Körperfettanteil. Hingegen wiesen die Ratten mit der Honigfütterung eine vergleichbare Gewichtszunahme und einen in etwa gleichhohen Körperfettanteil wie die zuckerfrei gefütterten Ratten auf. Außerdem waren die Blutzuckerwerte der Ratten mit Honigfutter geringer und ihre HDL-Cholesterinwerte höher als die der anderen Ratten. Die Menge an Futter und die aufgenommene Energie unterschieden sich dabei nicht zwischen den drei verschiedenen Gruppen.
Ähnliche Ergebnisse erzielte ein amerikanisches Forscherteam mit Kleehonig.67 Je eine Gruppe aus 18 Ratten erhielt ein Futter mit 20 Prozent Kleehonig oder mit 20 Prozent Saccharose. Wie in der neuseeländischen Studie nahmen die Ratten aus der Honiggruppe weniger an Körpergewicht zu als die anderen Ratten. Auch der Körperfettanteil war in der Honiggruppe geringer. Bezüglich der Cholesterinwerte stimmte die Studie jedoch nicht mit den Ergebnissen aus Neuseeland überein.
Beschützt Honig die Organe vor Verfettung?
Andere Forscher verglichen den Effekt von Sonnenblumenhonig im Vergleich zu Rohrzuckersirup auf die Baucheingeweide von heranwachsenden Ratten.64 Rohrzuckersirup veränderte Organe der Ratten krankhaft durch Verfettung, während Sonnenblumenhonig das Wachstum und die Struktur einiger Bauchorgane positiv beeinflusste. Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass Honig auch die Organfunktion verbessern könnte und somit einen gesundheitlichen Nutzen haben könnte. Sie konnten jedoch keinen eindeutigen Effekt auf das gesamte Körpergewicht der heranwachsenden Ratten am Ende des Versuchs feststellen.
Nicht jeder Honig wirkt gleich stark auf Körpergewicht und Blutwerte
Eine Studie mit zwei verschiedenen Honigsorten aus Malaysia verdeutlicht, dass Honig nicht gleich Honig ist.68 Die malaysischen Forscher fütterten Ratten ein sehr fettreiches Futter, um eine Fettleibigkeit herzustellen. Nach vier Wochen gaben sie jeweils sechs Ratten zusätzlich zum fettreichen Futter Gelam-Honig von wild lebenden Bienen oder Akazienhonig, während eine andere Gruppe weiterhin nur das fettreiche Futter erhielt. Weitere vier Wochen später war die Gewichtszunahme bei der Gelam-Honiggruppe geringer als bei der Gruppe, die ausschließlich das fettreiche Futter bekam. Merkwürdigerweise nahmen die Ratten aus der Gelam-Honiggruppe am meisten Futter zu sich. Der Akazienhonig war bezüglich des Körpergewichts nicht erfolgreich. Jedoch hatten die Ratten aus beiden Honiggruppen einen geringeren Körperfettanteil sowie niedrigere Blutzucker- und Blutfettwerte als die Ratten mit der reinen fettreichen Fütterung. Gelam-Honig zeigte aber hinsichtlich dieser Parameter einen etwas stärkeren Effekt als Akazienhonig.
Humanstudien zum Thema Abnehmen
Bislang gibt es wenige Studien, die sich mit der Auswirkung von Honig auf den menschlichen Stoffwechsel befassen. Zwei Forschergruppen aus dem Iran untersuchten, inwiefern der Verzehr von Honig Blutfettwerte, Blutzuckerwerte und das Körpergewicht beeinflusst. In beiden Studien konnten die Forscher einen positiven Effekt diesbezüglich feststellen.60, 69 Allerdings waren die Auswirkungen in beiden Studien nicht besonders groß, wobei die Studien lediglich über vier69 beziehungsweise acht60 Wochen gingen. Am unzuverlässigsten war dabei der Effekt auf das Körpergewicht.
Eine Forschergruppe aus Pakistan kam zu ähnlichen Ergebnissen mit einem Honig aus Saudi-Arabien (Alshifa Natural Honey).70 Diese Studie zeigte zudem noch einmal deutlich, dass es für jede Person einzeln gesehen keine Garantie für ein erfolgreiches Abnehmen und eine Verbesserung der Blutwerte durch Honig gibt. Zumindest nicht in so einer kurzen Zeit und ohne andere Ernährungs- und Verhaltensweisen zu ändern.
In einer deutschen Studie konnte die tägliche Einnahme von Honig über einen Zeitraum von zwei Wochen die Blutfettwerte nicht verbessern.71 Während jedoch das LDL-Cholesterin durch die Einnahme einer Zuckerlösung im gleichen Zeitraum anstieg, blieb es durch die Honigeinnahme immerhin konstant. Daher sprechen die Autoren der Studie Honig dennoch einen gesundheitlichen Nutzen zu, wenn Honig als Ersatz für Zucker verwendet wird. Zudem könnte auch die Auswahl des Honigs eine Rolle spielen, da hier ein industrieller Honig gewählt wurde.
Nicht jede Studie zeigt Erfolge
Amerikanische Wissenschaftler verglichen die Auswirkung von Honig, Saccharose und Maissirup, der zu 55 Prozent aus Fructose bestand, auf verschiedene Stoffwechselparameter von freiwilligen Versuchspersonen.72 Der ausgewählte Honig war eine für US-amerikanische Haushalte typische Honigmischung. Hinsichtlich Fettstoffwechsel, Entzündungsparameter, Blutzuckerwerte und Gewichtszunahme konnten die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen den drei Süßungsmitteln feststellen.
Anhand dieser Studien wird die Problematik mit wissenschaftlichen Untersuchungen von Honig deutlich. Da sich jeder Honig unterscheidet, sind Vergleiche verschiedener Studien und eine daraus folgende eindeutige Aussage meistens nicht möglich. So bleibt unsicher, ob die Honigauswahl für das widersprüchliche Ergebnis verantwortlich ist oder ob die übrigen Studienergebnisse dadurch widerlegt werden.
Wie ist die Wirkungsweise von Honig?
Möglicherweise sind die Hormone Ghrelin und Peptid YY an den unterschiedlichen Einflüssen von Honig und Saccharose auf das Körpergewicht beteiligt. Ghrelin wird bei Nahrungsmangel hauptsächlich vom Magen ausgeschüttet und vermittelt ein Hungergefühl. Peptid YY wird hingegen nach der Nahrungsaufnahme freigesetzt, um eine Sättigung zu signalisieren. In einer Studie mit gesunden Probandinnen verzögerte eine Honigmahlzeit die Ghrelin-Ausschüttung und verstärkte die Freisetzung von Peptid YY im Vergleich zu einer Mahlzeit mit Saccharose.73 Demnach könnte Honig ein stärkeres und längeres Sättigungsgefühl verschaffen und zu einer geringeren Kalorienzufuhr führen.
Denkbar ist ebenso ein Einfluss von Honig auf das Hormon Adiponektin, wie eine Studie an diabetischen Ratten zeigte.59 Adiponektin wird von den Fettzellen gebildet und verstärkt die Wirkung von Insulin. Die Fettzellen von Übergewichtigen produzieren weniger Adiponektin, wodurch gleichzeitig die Wirkung von Insulin abgeschwächt wird. Es sind vor allem Übergewichtige mit viel Bauchfett betroffen. Vermutlich gehen vom Fettgewebe Signale aus, die die Adiponektinproduktion hemmen.74 Die daraus entstehende Beeinflussung der Insulinwirkung spielt wiederum bei der Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 eine Rolle. In der Studie wurde diabetischen Ratten drei Wochen lang einmal am Tag Honig verabreicht. Ihr Adiponektinspiegel entsprach dem von gesunden Ratten und war höher als der Adiponektinspiegel von diabetischen Ratten, die keinen Honig bekamen. Außerdem waren die Blutfett- und Blutzuckerwerte nach der dreiwöchigen Honigfütterung verbessert.59 Dadurch könnte nicht nur das Risiko für Diabetes Typ 2, sondern auch das Körperfett reduziert werden.
Wobei kann Honig wirklich helfen?
Die Wissenschaft liefert einige Hinweise, dass Honig bei folgenden Leiden helfen könnte:
Erkältung und andere Infekte
Husten: vor dem Zubettgehen einen Teelöffel Honig pur einnehmen oder in Tee (nicht heiß) auflösen
Entzündungen im Mund- und Rachenraum: einen Teelöffel Honig pur im Mund zergehen lassen, direkt danach nichts trinken oder essen
Infektionen des Magen-Darm-Trakts: bis zu dreimal täglich einen Teelöffel Honig einnehmen
Übergewicht: als Ersatz von Zucker, dennoch möglichst wenig
Wunden: medizinscher Honig/medizinische Wundverbände nach Anleitung
Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis: medizinischer Honig
Lippenherpes: nach Bedarf auftragen, idealerweise medizinischen Honig
Allerdings ist der Erfolg nicht garantiert und wahrscheinlich von der Honigsorte abhängig.
Wie viel Honig ist gesund?
Letztlich gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, dass ein täglicher Honigkonsum Krankheiten vorbeugt. Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollte nicht zu viel Honig verzehrt werden. Wer keinesfalls auf Süßes verzichten kann, sollte Honig gegenüber einfachem Zucker bevorzugen. So kommt man ohnehin schnell auf die oftmals empfohlene Menge von ein bis drei Teelöffeln Honig am Tag. Mehr Zucker, in welcher Form auch immer, sollte es dann aber nicht sein. Denn die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nur 5 Prozent des täglichen Energiebedarfs als Zucker aufzunehmen.75 Das entspricht durchschnittlich etwa 25 Gramm Zucker pro Tag.76 Dabei muss selbstverständlich der Zucker aller Mahlzeiten mit eingerechnet werden.
Honig – Mythos oder Wahrheit?
Wenn es um Honig geht, hat der Volksmund so einige Weisheiten auf Lager. Doch was ist dran an den landläufigen Behauptungen?
Warme Milch mit Honig gegen Halsschmerzen
Warme Milch mit Honig ist als Hausmittel bei Halsschmerzen sehr beliebt. Das Getränk soll die Schleimhäute beruhigen und die Schmerzen lindern. Wissenschaftlich bewiesen ist das in der Form nicht. Die Wirkungen von Honig auf Infekte und Entzündungen sprechen jedoch durchaus für dieses Hausmittel. Anstelle von Milch kann auch Tee mit Honig versetzt werden. Denn Milch kann zu einer stärkeren Verschleimung führen, was bei einer Erkältung unangenehm ist. Der Honig sollte jedenfalls erst nach dem Erwärmen in die Milch oder den Tee gegeben werden. Allerdings ist es wahrscheinlich sogar effektiver, einen Löffel puren Honig langsam im Mund zergehen zu lassen.
Besser einschlafen mit warmer Milch und Honig
Als Einschlafhilfe wird warme Milch mit Honig ebenfalls gerne verwendet. Die in der Milch enthaltene Aminosäure Tryptophan soll dafür sorgen, dass die Müdigkeit zunimmt und man besser einschlafen kann. Denn Tryptophan kann im Gehirn zu Serotonin und anschließend zu Melatonin umgebaut werden. Das oft als Schlafhormon bezeichnete Melatonin steuert mit anderen Hormonen den Tag-Nacht-Rhythmus und ist für das Einschlafen verantwortlich. Aber auch Serotonin unterstützt die Einschlafphase. Der Honig soll dafür sorgen, dass das Tryptophan besser ins Gehirn gelangt. Wissenschaftlern zufolge besteht dabei allerdings das Problem, dass Milch für solch eine Wirkung zu wenig Tryptophan enthält.77 Wenn Milch mit Honig beim Einschlafen hilft, dann eher aus psychologischen Gründen. Das warme Getränk gibt einem ein gutes Gefühl und signalisiert als allabendliches Ritual die Schlafenszeit. Wenn einem aber warme Milch mit Honig beim Einschlafen hilft, ist letztlich egal, warum das so ist.
Honig ist nichts für Säuglinge
Honig ist für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet. Im Honig können Keime enthalten sein, die dem Kind erheblich schaden könnten. Trotz hohem Zucker- und niedrigem Wasseranteil sowie antibakterieller Substanzen im Honig, können Sporen einiger Bakterienarten überleben. Solche Bakterien sind in der Lage, ihren Stoffwechsel herunterzufahren und als inaktive Sporen annähernd dauerhaft auszuharren. Auf diese Weise können sie Extrembedingungen überleben. Dazu gehört das Bakterium Clostridium botulinum, das durch die Produktion des Nervengifts Botulinumtoxin für lebensgefährliche Vergiftungen sorgen kann. Gesunden Erwachsenen können die im Honig möglicherweise enthaltenen Sporen nichts anhaben. Der natürliche Schutz des Magen-Darm-Trakts vor Erregern ist stark genug. Das sieht bei Kindern unter einem Jahr noch anders aus. Wenn sie Honig mit Sporen von Clostridium botulinum essen, können sich die Sporen in ihrem Darm wieder aktivieren, sich vermehren und die Vergiftungserkrankung Botulismus auslösen.
Honig ist für Allergiker nicht geeignet
Naturbelassener Honig enthält immer eine gewisse Menge an Blütenpollen. Daher verzichten manche Allergiker auf Honig. Dabei ist der Pollenanteil im Honig so gering, dass er kaum allergische Reaktionen hervorrufen kann.78 Die wenigen bekannten Fälle an allergischen Reaktionen auf Honig sind vermutlich eher auf Insektenbestandteile zurückzuführen.78
Honig kann zur Therapie bei Heuschnupfen eingesetzt werden
Vor allem der regionale Mischhonig spiegelt die Pollenvielfalt der Region wider. Deswegen soll er bei Heuschnupfen hervorragend hyposensibilisierend wirken. Laut Allergologen ist das aber nicht der Fall, da dafür wesentlich höhere Konzentrationen an Pollen nötig wären.78
Fester Honig hat eine mindere Qualität oder ist schlecht geworden
Ganz im Gegenteil. Jeder hochwertige, naturbelassene Honig wird nach einer gewissen Zeit fest. Die Kristallisation des Honigs ist ein natürlicher Prozess, der im Wesentlichen vom Mengenverhältnis der Glucose zur Fructose abhängt. Denn Fructose kristallisiert kaum. Je mehr Fructose der Honig im Verhältnis zur Glucose enthält, desto länger bleibt er flüssig. Tannenhonig ist beispielsweise ein Honig mit einem hohen Fructose-Glucose-Verhältnis. Die meisten anderen Honigarten beginnen schon nach einigen Wochen zu kristallisieren. Wenn die Kristallisation ausbleibt, ist dies ein Zeichen von schlechter Qualität. Dieser Honig ist dann höchstwahrscheinlich stark erhitzt worden, wodurch viele wertvolle Inhaltsstoffe zerstört wurden. Wer seinen Honig lieber flüssig mag, kann auskristallisierten Honig im Wasserbad bei unter 40 °C langsam erwärmen. Dabei ist es ratsam, immer nur so viel Honig zu verflüssigen, wie gerade benötigt wird.
Honigqualität – Worauf ist zu achten?
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Damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zerstört werden, darf Honig nicht zu stark erhitzt werden. Dabei ist jedoch nicht die Temperatur beim Schleudern das Problem. Denn Honig wird im Normalfall immer bei Raumtemperatur beziehungsweise Bienenstocktemperatur geschleudert. Denn sonst verflüssigt sich auch das Wachs der Waben, wodurch sich der Honig nicht mehr so leicht vom Wachs trennen lässt und die Waben nicht wiederverwendet werden können. Es ist also unnötig auf Angaben wie „kaltgeschleudert“ Wert zu legen. Wichtiger ist darauf zu achten, dass der Honig nach dem Schleudern nicht zu stark erhitzt wird. Dies machen einige Imker und vor allem industrielle Großbetriebe, weil der Honig sich dann leichter umfüllen lässt. Außerdem wird durch das Erhitzen die Kristallisation verzögert, so dass der Honig lange flüssig bleibt. Viele Verbraucher wünschen das, jedoch ist es eigentlich ein Zeichen von schlechterer Honigqualität.
Ebenso wenig sollte Honig durch zu feinporige Filter gelaufen sein, die Pollen und ähnlich mikroskopisch kleine Teilchen herausfiltern. Das ist nicht mit der überall gängigen Praktik zu verwechseln, bei der gröbere Teilchen wie Wachsstücke aus dem Honig herausgefiltert oder genauer gesagt gesiebt werden.
Genaue Qualitätsbeurteilung nur nach einer Laboranalyse möglich
Der Wassergehalt ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal des Honigs. Es wird ein möglichst niedriger Wassergehalt von unter 18 Prozent angestrebt. Denn erst dann ist der Honig richtig reif und vor dem Verderb geschützt. Heidehonig stellt diesbezüglich eine Ausnahme dar, denn Heidehonig gilt mit einem Wasseranteil von 21,5 Prozent noch als sehr hochwertig.
Hydroxymethylfurfural, kurz HMF, entsteht temperatur- und zeitabhängig aus Zucker. HMF ist in gutem und naturbelassenem Honig nur in geringen Mengen enthalten. Wird der Honig lange gelagert oder hohen Temperaturen ausgesetzt, wird deutlich mehr HMF gebildet. Deshalb ist ein hoher HMF-Gehalt ein Anzeichen für schlechte Qualität und kann darauf hindeuten, dass der Honig erhitzt wurde. HMF gilt in höheren Konzentrationen als potentiell krebserregend.
Invertase ist ein natürlicherweise im Honig enthaltenes Enzym, das Saccharose in die Einfachzucker Glucose und Fructose spaltet. Die Aktivität der Invertase sollte recht hoch sein und dient als weiteres Qualitätsmerkmal für Honig. Denn Invertase ist bereits ab Temperaturen von 40 °C instabil. Wenn die Invertase-Aktivität hoch ist, kann der Honig folglich nicht stark erhitzt worden sein.
Qualitätsmerkmale von Honig
ausreichender Reifegrad (geringer Wassergehalt von maximal 18 % bzw. bei Heidehonig 21,5 %)
HMF-Gehalt von maximal 10 mg/kg
keine zu hohe Erhitzung
keine Feinfilterung
hohe Invertase-Aktivität
stärkere Kontrollen bei Bio-Honig
hochwertiger, naturbelassener Honig wird nach einiger Zeit fest
So wird Honig richtig aufbewahrt
Honig sollte man kühl, trocken und dunkel lagern.
Um die Qualität nicht nachträglich zu verschlechtern, ist die richtige Lagerung sehr bedeutend. Honig sollte an einem kühlen (unter 18 °C), trockenen und dunklen Ort aufbewahrt werden. Zudem sollte das Glas immer fest verschlossen sein, weil der hygroskopische Honig sonst Wasser aus der Luft anzieht. Durch den höheren Wassergehalt kann der Honig dann gären und verderben. Außerdem sollte der Honig nur mit sauberen Gegenständen entnommen werden, um Verunreinigungen zu vermeiden. Bei richtiger Lagerung hält sich der Honig jahrelang.
Ist Bio-Honig noch besser?
Honig aus einer ökologischen Imkerei hat viele Vorteile (hochwertiger Honig kann hier gekauft werden). Imker können sicherlich nicht zu 100 Prozent garantieren, dass ihre Bienen keine Blüten auf konventionell betriebenen Feldern anfliegen und deren Nektar in den Honig gelangt. Dennoch darf von Honig aus ökologisch betriebenen Imkereien auch als „Bio-Honig“ gesprochen werden. Denn Bio-Imker müssen den Standort ihrer Bienenvölker so wählen, dass der Nektaranteil aus konventionellem Anbau möglichst gering gehalten wird. Dafür müssen Bio-Imker nachweislich sicher sein, dass sich innerhalb von drei Kilometern überwiegend Pflanzen aus ökologischem Anbau oder wild wachsende Pflanzen befinden. Außerdem dürfen sich keine Autobahnen oder andere schadstoffausstoßenden Quellen in der Nähe befinden.79
Daher ist Bio-Honig meist weniger pestizid- und schadstoffbelastet (Artikel über Schadstoffe im Honig) als anderer Honig. Es kann zwar keine Pestizidfreiheit garantiert werden, dennoch ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Bio-Honig weniger Pestizide und Schadstoffe enthält.80, 81 Denn zusätzlich zum Standort wird kontrolliert, dass auch am Bienenstock selbst keine Pestizide, Schadstoffe sowie chemisch-synthetische Mittel und Medikamente zum Einsatz kommen und den Honig belasten könnten. Bio-Imker dürfen Säuren wie Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure und Essigsäure verwenden, die ohnehin natürlicherweise im Honig enthalten sind. Darüber hinaus dürfen sie noch ätherische Öle wie Menthol, Thymol, Eukalyptol und Kampfer einsetzen.79, 82 Mit diesen Mitteln bekämpfen sie die Varroamilbe, die als Parasit der Honigbiene die größte Bedrohung für Bienenvölker darstellt. Ansonsten setzten Bio-Imker auf vorbeugende Maßnahmen, um ihre Bienen gesund zu halten. Dazu beachten sie etwa bei der Wahl des Standorts ihrer Bienenstöcke möglichst optimale klimatische Verhältnisse in jeder Jahreszeit.79
Bio-Honig: bessere Behandlung von Bienenvölkern und Umwelt
Beim Bio-Honig geht es aber nicht nur um ein gesünderes oder schadstoffärmeres Lebensmittel. Es spielt zudem eine wesentliche Rolle, wie die Imker ihre Bienen behandeln und wie die Umwelt beeinflusst wird.
Im Gegensatz zur konventionellen Bienenhaltung dürfen Bio-Imker die Flügel der Bienenkönigin nicht beschneiden und die Bienen auch in keiner anderen Weise verstümmeln.79 Einige konventionelle Imker kürzen die Flügel der Königin. Dadurch wollen sie verhindern, dass die Bienen zur Gründung eines neuen Volkes ausschwärmen. So behält der Imker die volle Kontrolle. Einige Ökoverbände wie Naturland streben ausdrücklich eine Vermehrung der Bienenvölker aus dem Schwarmtrieb heraus an.83
Außerdem darf den Bienen in der ökologischen Imkerei lediglich die Menge an Honig abgenommen werden, die die Bienen für ihre eigenen, ganzjährigen Bedürfnisse nicht benötigen. Bio-Imker dürfen nur dann mit Bio-Zuckerwasser oder Bio-Honigprodukten zufüttern, wenn die Überwinterung der Bienen aufgrund der Wetterlage gefährdet ist. Dies erfolgt also ausschließlich im Zeitraum nach der letzten Honigernte und bevor die Bienen das erste Mal nach der Winterruhe wieder mit der Nektarsammlung beginnen.79
Für die Honiggewinnung dürfen darüber hinaus ausschließlich Waben genutzt werden, die keine Brut enthalten. Zudem darf die männliche Brut nicht einfach getötet werden.82 Außerdem besteht die Behausung des Bienenvolkes, die sogenannte Beute, in der Bio-Imkerei aus natürlichen Materialien wie Holz, Stroh oder Lehm.
Nur auf das Bio-Siegel verlassen?
Das EU-Bio-Siegel garantiert eine kontrollierte ökologische Bienenhaltung und dient dem Verbraucher als schnelle Orientierungshilfe. Das gilt vor allem für Honig aus dem Ausland, über den man ansonsten nicht so leicht zuverlässige Informationen erhält. Doch das Bio-Siegel ist nicht alles.
Gerade bei kleinen Imkereien in der eigenen Region ist es oftmals lohnenswert, sich über deren genauen Haltungsbedingungen und Praktiken zu informieren. Denn einige besitzen zwar kein Bio-Zertifikat, unterscheiden sich aber dennoch kaum von einer Bio-Imkerei. Schließlich erzeugt solch eine Bio-Zertifizierung einige Zusatzkosten für den Imker, die sich erst ab einer gewissen Betriebsgröße lohnen.
Des Weiteren gibt es einen Unterschied zwischen konventionellen Imkern in Mitteleuropa und industriellen Großbetrieben, die hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent zu finden sind. Während die konventionellen Imker nicht alle in einen Topf geworfen werden können, kann von Honig aus industriellem Großbetrieb keine besonders hohe Qualität erwartet werden.
Vorteile der Bio-Imkerei für Mensch, Bienen und Umwelt:
geringere oder keine Pestizid- und Schadstoffbelastung
keine Rückstände von chemisch-synthetischen Medikamenten
keine Beschneidung der Flügel von Bienenköniginnen
den Bienen bleibt in der Regel genügend Honig für die eigene Versorgung erhalten
Waben mit der Brut dürfen nicht zur Honiggewinnung verwendet werden
männliche Brut darf nicht getötet werden
natürliche Materialien für die Behausung des Bienenvolkes
möglichst geringe Belastung für Bienen und Umwelt
Durch den Kauf von Bio-Honig kann man sich bezüglich seiner eigenen Gesundheit recht sicher fühlen und man unterstützt gleichzeitig einen respektvolleren Umgang mit Tieren und Umwelt.
Welche Risiken birgt Honig?
Es sind kaum Risiken von gutem Honig bekannt. Allerdings lässt sich aufgrund der enormen Vielfältigkeit keine allgemeingültige Aussage treffen. Schließlich gibt es Honig, der schon in gängigen Verzehrmengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Dazu gehört beispielsweise der Tollhonig84 und neuseeländischer Honig mit Anteilen der dort heimischen Tutu-Pflanze85.
Der hohe Zuckergehalt von Honig sollte selbstverständlich berücksichtigt werden. Zu viel Zucker kann auch in Form von Honig aufgenommen werden. Von Manuka-Honig behaupten Wissenschaftler aber immerhin, dass er eine stärkere antibakterielle als kariesfördernde Wirkung hat.86 Daher könnten die Zähne von Honig sogar trotz des hohen Zuckergehaltes profitieren.
Fazit – Honig ist gesund?
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Es spricht vieles dafür, dass Honig einige Vorteile für die Gesundheit bietet. Nach heutigem Kenntnisstand ist Honig zumindest gesünder als raffinierter Zucker. Dabei spielt die Menge selbstverständlich eine entscheidende Rolle und vermutlich auch, wie zuckerhaltig die übrige Ernährung ist. Am gesündesten ist es sicherlich, auf raffinierten Zucker vollständig zu verzichten und nur in Maßen Honig zu sich zu nehmen. Bei einigen gesundheitlichen Beschwerden kann es sich jedoch durchaus lohnen, Honig zur akuten Behandlung auszutesten. Wichtig ist in jedem Fall, auf eine hohe Qualität des Honigs zu achten und lieber dem guten Imker in der Nähe vertrauen als billigen Importhonig im Supermarkt zu kaufen (hochwertiger Honig kann hier gekauft werden).
Quellenverzeichnis
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2. Bobis, et al.(2018) Honey and Diabetes: The Importance of Natural Simple Sugars in Diet for Preventing and Treating Different Type of Diabetes. Oxidative medicine and cellular longevity.2018:4757893. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5817209/
3. Solayman, et al.(2016) Physicochemical Properties, Minerals, Trace Elements, and Heavy Metals in Honey of Different Origins: A Comprehensive Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety.15(1):219-33. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1541-4337.12182
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Manuka-Honig erfreut sich wachsender Beliebtheit – bei einem Preis, der die Bezeichnung „Bienengold“ rechtfertigt. Bienen brauchen dafür die Blüten des neuseeländischen Manuka-Strauches. Das darin enthaltene MGO macht diese Honigsorte einzigartig und bringt eine Reihe gesundheitlicher Vorteile mit sich. Unser Diplom-Biologe Dr. Harald Stephan erklärt, was es mit Herkunft, Nutzen und Anwendung von Manuka-Honig auf sich hat und ob er wirklich ein Wundermittel ist.
Manuka-Honig – Das Wichtigste auf einen Blick!
Manuka-Honig ist so teuer, weil Bienen ihn vom in der Südsee endemischen Manuka-Strauch sammeln.
Der Nektar enthält Methylglyoxal (MGO); das ihn so wertvoll und gesund macht.
Für die innerliche oder äußerliche Anwendung reichen kleine Mengen Manuka-Honig aus.
Er hat eine desinfizierende, entzündungshemmende und die Wundheilung fördernde Wirkung (sogar bei chronischen Wunden) und tötet auch multiresistente Keime.
Abgesehen von allergischen Reaktionen gegen Inhaltsstoffe ist die Einnahme von Manuka-Honig ungefährlich, auch in der Schwangerschaft; nur Säuglinge dürfen ihn wegen einer möglichen Belastung mit Keimen nicht essen.
Beim Kauf solltest Du auf seriöse Anbieter und hohen MGO-Gehalt achten.
Unabhängig davon, was die Werbung verspricht: Es gibt keine Wundermittel. Manuka-Honig hat sich in vielen Untersuchungen als wirksam erwiesen, aber weitere klinische Studien wären wünschenswert.
Wo kommt Manuka-Honig her?
Den Namen hat der Manuka-Honig von der Südseemyrthe (Leptospermum scoparium), die nur in Neuseeland und im Südosten Australiens wächst. Der von den Maori Manuka genannte Strauch ist mit dem Teebaum verwandt; wie dieser bildet er ätherische Öle, von denen sich kleine Mengen auch in den Blüten finden. Der Nektar enthält den Wirkstoff Methylglyoxal (MGO), der Manuka-Honig seine einzigartigen desinfizierenden und wundheilenden Eigenschaften verleiht.
Für was ist Manuka-Honig gut?
Schon die Maori kannten die vielfältigen gesundheitlichen Vorteile von Manuka-Honig und nutzen ihn seit Jahrhunderten in ihrer Naturheilkunde:
Antibakterielle Wirkung. MGO ist keimtötend und desinfizierend. Die bakteriziden Eigenschaften von Manuka-Honig scheren sich noch nicht einmal an der Antibiotika-Resistenz multiresistenter Keime.
Wundheilung. Manuka-Honig hält Wunden frei von Bakterien und fördert zudem die Regeneration des Gewebes. Das gilt sogar für chronische Wunden wie Dekubitus und Ulcus cruris, die damit schneller verheilen.
Entzündungshemmende Wirkung. Die Einnahme von Manuka-Honig kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren, etwa bei Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Unterstützung des Immunsystems. Der regelmäßige Verzehr von Manuka-Honig kann die Immunabwehr stärken: Die darin enthaltenen Antioxidantien können dabei helfen, Erkältungen und Infektionen in Schach zu halten.
Hautpflege. In vielen Kosmetika ist Manuka-Honig enthalten; seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpfen entzündliche Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme oder Schuppenflechte.
Was bedeutet MGO bei Manuka-Honig?
Faustregel: Je höher der MGO-Gehalt im Manuka-Honig, desto teurer ist die neuseeländische Rarität. Dabei hängt die Zusammensetzung von Standort, Wetter und Jahreszeit ab. Hochwertigen Manuka-Honig kannst du hier bestellen.
Die Angabe „MGO 200+“ auf dem Etikett bedeutet „mindestens 200 Milligramm pro Kilo“; entsprechendes gilt für MGO 400+, 800+ und so weiter. Ein niedriger MGO-Gehalt wie 30+ eignet sich als Süßungsmittel, höhere Konzentrationen empfehlen sich für medizinische Zwecke.
Wie kann man Manuka-Honig verwenden?
Du kannst Manuka-Honig vielfältig in Ernährung und tägliche Pflegeroutine einbeziehen. Hier eine kurze Liste von möglichen Anwendungen:
als Süßungsmittel in Tee, Smoothies und Müsli,
als Brotaufstrich,
zur Linderung von Halsschmerzen bei Husten und Erkältungen (auch als Manuka-Bonbons),
zur Behandlung von Hauterkrankungen und Wunden,
zur Hautpflege, etwa in Gesichtsmasken oder als Lippenbalsam.
Bei Allergie gegen Pollen oder Bienengift sollte man lieber auf Manuka-Honig verzichten. Nebenwirkungen in Form von Kreuzreaktionen sind bei Heuschnupfen nicht auszuschließen.
Der neuseeländische Honig wirkt dank MGO antiseptisch und antioxidativ; zugleich ist er entzündungshemmend und wundheilend. Er lässt sich innerlich und äußerlich anwenden, entweder direkt aufgetragen, in Form von Manuka-Bonbons, Nahrungsergänzungsmitteln oder Pflegeprodukten mit Manuka.
Bei alledem sollte man nicht vergessen, dass Honig vor allem aus Glukose und Fruktose besteht – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine maximale Tageszufuhr von weniger als 50 Gramm Zucker, und Zucker können Karies verursachen. Beim Preis von Manuka-Honig und in Anbetracht unserer sonstigen Ernährung dürfte das aber das geringste Problem sein.
Beim Preis von Manuka-Honig kommt einiges zusammen: Die Südseemyrthe wächst nur wild in Neuseeland und Teilen Australiens, blüht nur kurz und liefert begrenzte Mengen Nektar; dazu kommt die aufwändige Bestimmung des MGO-Gehaltes.
Geringer Ertrag, hohe Laborkosten und lange Transportwege machen Manuka-Honig so teuer. Die leichte Verpackung aus Plastik reduziert wenigstens den CO2-Abdruck.
Hohe Preise locken Betrüger an, die gefälschten Manuka-Honig verdächtig billig anbieten. Solche Angebote sind oft nicht authentisch oder enthalten nicht die angegebenen MGO-Mengen. Daher solltest Du vor allem im Internet beim Kaufen von Manuka-Honig auf seriöse Hersteller achten, etwa solche, die das zertifizierte UMF-Siegel (Unique Manuka Factor) vergeben.
Beim Kaufen solltest Du auf Manuka-Honig mit mindestens 150 Milligramm Gehalt (MGO 150+) achten, damit er auch tatsächlich wirkt und sich die Ausgabe rentiert.
„Normaler“ Honig enthält weniger als 20 Milligramm MGO pro Kilo.
Bei Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln solltest Du Dich an die in der Packungsbeilage empfohlene Dosierung halten.
Für die innere Anwendung reichen zwei- bis dreimal am Tag ein Teelöffel Manuka-Honig, etwa bei Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden oder zur Stärkung des Immunsystems.
Äußerlich trägt man ihn dünn auf Schnitt- und Schürfwunden, Pickel und Akne oder Fußpilz auf.
Auch bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis kann Manuka-Honig Studien zufolge helfen.
Die Behandlung chronischer Wunden sollte grundsätzlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen; gerade hier erweist sich der neuseeländische Honig oft als extrem wertvoll.
Bei rissigen Lippen hilft etwas Manuka-Honig besser als jeder käufliche Lippenbalsam.
Kein Problem – wie jeder Honig ist auch Manuka für Schwangere geeignet und eine natürliche Alternative zu Medikamenten bei vielen der üblichen Beschwerden (unbedingt vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten). Einreiben der Brustwarzen mit Honig, um den Säugling zum Trinken anzuregen, ist dagegen nicht empfehlenswert.
Manuka-Honig Info Grafik
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