Lavendelhonig als köstliche Delikatesse

Lavendelhonig
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Lavendelhonig ist ein sortenreiner Blütenhonig, der typischerweise von den großen Lavendelfeldern der Provence abstammt. Er schmeckt mild aromatisch und hat eine cremige Konsistenz. Lavendelhonig ist in erster Linie eine Delikatesse, die das Frühstück versüßt oder dem Dessert eine ganz besondere Note beschert. Erfahre in diesem Artikel alles Wissenswerte über Lavendelhonig von einer promovierten Biologin.

Herkunft und Herstellung von Lavendelhonig

Lavendel Feld

Für die Gewinnung von sortenreinem Lavendelhonig sind große Lavendelfelder notwendig. Nur so ist gewährleistet, dass der Nektar für die Honigherstellung überwiegend von Lavendel stammt. Solche Lavendelfelder sind vor allem in Südfrankreich und anderen südlichen Ländern zu finden, wo Lavendel hauptsächlich der Produktion von Lavendelöl dient. Oft arbeiten die Lavendelbauern Hand in Hand mit den Imkern. Die Imker positionieren ihre Bienenvölker in direkte Nähe zu den Lavendelfeldern und die Bauern warten mit der Lavendelernte möglichst lange, damit die Bienen viel Nektar aus den Blüten der Lavendelpflanzen sammeln können. Lavendel blüht in der Regel von Juni bis August und stellt dabei eine gute Nahrungsquelle für die Bienen dar. Bei der Herstellung von Lavendelhonig muss jedoch auch das Wetter mitspielen. Es darf weder zu trocken, noch zu kalt sein noch zu viel regnen. Diese anspruchsvollen Herausforderungen machen Lavendelhonig zu einer eher seltenen Delikatesse.

Lavendelhonig ist ein heller und frisch schmeckender Blütenhonig

Lavendelhonig Konsistenz

Lavendelhonig schmeckt frisch, fruchtig und mild aromatisch mit einer nicht zu starken Süße. Außerdem hat er einen niedrigen pH-Wert und ist damit etwas säuerlicher.1 Feinschmecker mögen Lavendelhonig vor allem aufgrund der leichten Lavendelnote, die allerdings nicht jeder herausschmeckt. Unter anderem hängt der Geschmack auch davon ab, von welcher Lavendelart der Nektar stammt. So kann Honig aus dem Nektar des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) zum Beispiel besonders aromatisch schmecken. Lavendelhonig gehört zu den hellen Honigsorten, die nur kurze Zeit flüssig sind und dann eine cremige bis feste Konsistenz annehmen.

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Zusammensetzung und Inhaltsstoffe von Lavendelhonig

Der Hauptbestandteil von Lavendelhonig ist Zucker, wie es für Honig üblich ist. Dementsprechend hoch ist auch der Kaloriengehalt. 100 Gramm Lavendelhonig haben ungefähr 300 Kilokalorien. Der Zuckeranteil von Lavendelhonig setzt sich im Wesentlichen aus durchschnittlich 36 Prozent Fruchtzucker (Fruktose) und 31 Prozent Traubenzucker (Glukose) zusammen.2 Damit enthält Lavendelhonig vergleichsweise wenig von diesen Einfachzuckern. Dafür weist Lavendelhonig einen etwas höheren Gehalt am Zweifachzucker Saccharose von durchschnittlich ungefähr 6 Prozent auf. Dies berücksichtigt die deutsche Honigverordnung, indem sie bei Lavendelhonig einen Saccharosegehalt bis zu 15 Prozent erlaubt.3 Bei anderen Honigsorten liegt die Grenze bei unter 5 Prozent. Die übrigen Bestandteile von Lavendelhonig sind zu knapp 20 Prozent Wasser und zu geringen Anteilen verschiedene weitere Inhaltsstoffe wie:

  • organische Säuren
  • Enzyme
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Vitamine
  • Phenolverbindungen

Allerdings ist Lavendelhonig eine Honigsorte, die im Vergleich zu anderen eher geringe Mengen an Mineralstoffen und Phenolverbindungen aufweist.1, 4, 5 Die genaue Zusammensetzung aller Bestandteile variiert jedoch, da es sich um ein Naturprodukt handelt und Lavendelhonig von unterschiedlichen Lavendelarten abstammen kann.

Nützliche medizinische Eigenschaften von Lavendelhonig

Lavendelhonig wirkt weniger antimikrobiell und weniger antioxidativ als andere Honigsorten, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.1 Sie nehmen an, dass das am geringen Gehalt an Phenolverbindungen liegt. Dennoch kann auch Lavendelhonig Bakterien und Pilze abtöten.1, 6 Darüber hinaus besitzt Lavendelhonig laut einer Studie wie anderer Honig die Eigenschaft, das Immunsystem bei der Wundheilung zu unterstützen.7 Allerdings sollte bei einer Behandlung von Wunden ausschließlich sterilisierter Honig Verwendung finden. Ob insbesondere Lavendelhonig einen weiteren medizinischen Nutzen hat, ist zumindest nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass Lavendelhonig zwar über ähnliche Vorteile und Eigenschaften verfügt wie Honig im Allgemeinen, aber vermutlich in schwächerer Form.

Lavendelhonig als Hausmittel?

Wer Honig als Hausmittel bei Beschwerden wie Erkältungssymptomen und Zahnfleischentzündungen verwenden möchte, kann zu diesem Zweck sicherlich jeden hochwertigen Honig und somit auch Lavendelhonig einmal ausprobieren. Das ist vor allem dann einen Versuch wert, wenn Lavendelhonig gerade der einzige verfügbare Honig ist. Stehen allerdings verschiedene Honigsorten zur Auswahl, scheinen nach bisherigem Forschungsstand andere Honigsorten erfolgsversprechender zu sein. Dazu zählt beispielsweise Honigtauhonig (beispielsweise Tannenhonig). Andere Produkte der Lavendelpflanze wie etwa Lavendelöl haben hingegen weitere Einsatzmöglichkeiten als Hausmittel. So kann Lavendelöl beruhigend wirken und womöglich sogar bei Einschlafproblemen und Unruhezuständen helfen.8 Es gibt zudem Hinweise, dass Lavendelöl schmerzlindernd und krampflösend wirken kann.8 Die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe sind jedoch in Lavendelhonig nicht in ausreichender Menge enthalten, um diesem eine ähnliche Wirksamkeit vermitteln zu können.

Lavendelhonig selbst herstellen?

Nur Bienen können richtigen Lavendelhonig herstellen, für einen Menschen ist das kaum zu schaffen. Es ist aber möglich, Honig mit Lavendel anzureichern. Wer das Lavendelaroma liebt, kann einfach je nach Geschmack ein bis drei Esslöffel getrocknete oder frische Lavendelblüten in Honig einrühren und das Gemisch anschließend gut verschlossen für ein paar Wochen stehen lassen. Dazu eignet sich am besten ein flüssiger Honig, der recht neutral schmeckt. Dieser nimmt dann das Aroma der Lavendelblüten an und so entsteht eine ganz einzigartige Delikatesse, die sich auch von echtem Lavendelhonig unterscheidet. Die Blüten können mitgegessen oder vor dem Verzehr herausgesiebt werden.

Lavendelhonig kaufen: Worauf achten?

Gerade bei Lavendelhonig kann es vorkommen, dass zwar „Lavendelhonig“ auf dem Etikett steht, aber kein sortenreiner Lavendelhonig im Glas ist. Daher ist es empfehlenswert, besonders auf die oben beschriebene Farbe und Konsistenz von Lavendelhonig sowie das angegebene Herkunftsland zu achten (hochwertigen und leckeren Lavendelhonig gibt es hier). Stammt der entsprechende Honig aus der französischen Provence, ist die Chance sehr groß, dass es sich wirklich um Lavendelhonig handelt. Darüber hinaus lohnt es sich, Lavendelhonig in Bio-Qualität zu kaufen. Ein Bio-Siegel sagt zwar nichts über die botanische Abstammung aus, jedoch vermindert es das Risiko, dass der Honig unerwünschte Rückstände von Pestiziden, Antibiotika und Ähnlichem enthält. Auf Regionalität Wert zu legen, dürfte bei Lavendelhonig in Deutschland ziemlich frustrierend sein. Schließlich gibt es hierzulande so gut wie keine Lavendelfelder von ausreichender Größe. Wer ausschließlich regionalen Honig kaufen und dabei nicht auf ein Lavendelaroma verzichten möchte, stellt wohl am besten selbst ein Gemisch aus Honig und Lavendelblüten her.

Fazit zu Lavendelhonig

Lavendelhonig ist eine Köstlichkeit, die häufig aus der französischen Provence kommt. Der Geschmack ist wie immer bei Honig einzigartig, erinnert jedoch nicht jeden an Lavendel. Liebhaber eines intensiveren Lavendelaromas können sich selbst einen Honig ihrer Wahl mit Lavendelblüten mischen. Als Hausmittel ist Lavendelhonig dem aktuellen Wissensstand nach etwas weniger geeignet als manch andere Honigsorten. Lavendelhonig besitzt auch nicht die gleichen Eigenschaften, für die Lavendel als Heilpflanze bekannt ist. Eine beruhigende, schmerzstillende und krampflösende Wirkung ist von Lavendelhonig also eher nicht zu erwarten.

Quellen, Links und weiterführende Literatur
1. Alzahrani et al. (2012) Antibacterial and antioxidant potency of floral honeys from different botanical and geographical origins. Molecules.17(9):10540-10549. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22948516
2. Oddo et al. (2004) Main European unifloral honeys: descriptive sheets. Apidologie.35(Suppl. 1):S38-S81.
3. https://www.gesetze-im-internet.de/honigv_2004/BJNR009200004.html (abgerufen am 02.03.2020)
4. Solayman et al. (2016) Physicochemical Properties, Minerals, Trace Elements, and Heavy Metals in Honey of Different Origins: A Comprehensive Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety.15(1):219-233. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1541-4337.12182
5. Can et al. (2015) An investigation of Turkish honeys: their physico-chemical properties, antioxidant capacities and phenolic profiles. Food Chemistry.180:133-141.
6. Estevinho et al. (2011) Antifungal effect of lavender honey against Candida albicans , Candida krusei and Cryptococcus neoformans. J Food Sci Technol.48(5):640-643. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23572800
7. Lusby et al. (2006) A comparison of wound healing following treatment with Lavandula x allardii honey or essential oil. Phytother Res.20(9):755-757. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16807876
8. Cavanagh et al. (2002) Biological activities of lavender essential oil. Phytotherapy research.16(4):301-308.
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