Interview mit beegut – Start-up setzt sich für Bienen ein

beegut
Die beiden beegut Gründer Samuel Ilg und Hannes Borst.

Vor über zwei Jahren gründeten Hannes Borst und Samuel Ilg die Firma beegut, mit dem Ziel Bienenprodukte wieder bekannter zu machen. Mittlerweile ist beegut zu einem beliebten Online-Shop für Bienenprodukte gewachsen. Das Sortiment wurde um eigens entwickelte Naturkosmetika erweitert und Partnerschaften mit Imker-Kooperativen aus ganz Europa eingegangen. David von Bienen.info durfte die beiden Gründer interviewen.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hey David! Danke erst mal für das Interview und die Möglichkeit, beegut deinen Lesern vorzustellen!

Wir sind ein junges E-Commerce- oder sollten wir sagen “BEE-Commerce” 😉 -Unternehmen. Uns gibt es nun seit bald 2,5 Jahren. Gegründet wurde das Projekt von Hannes und mir (Samuel) – zwei alten Freunden.

Mittlerweile arbeiten wir mit 5 Festangestellten und 2–3 freien Mitarbeitern- verteilt in ganz Deutschland, ein festes Büro haben wir nicht.

Wir haben uns ganz Naturprodukten aus den Rohstoffen der Biene verschrieben.

Wir bieten in unserem Onlineshop beegut.de klassische Bienenprodukte wie Bienenwachs, Propolis und natürlich auch Honige an.

Daneben entwickeln wir (zusammen mit Partnern) eigene Rezepturen und neue Produkte im Bereich Nahrungsergänzung, Naturkosmetik und Haushaltsartikel.

Wir wollen den Leuten zeigen, was in Bienenprodukten steckt. Uns begleitet dabei auch die Mission, diese Art der Naturprodukte wieder bekannter zu machen.

Bei beegut gibt es hochwertige Bienenprodukte wie Honig, Propolis, Bienenwachs, Blütenpollen, Bienenwachstücher etc. in BIO QualitätJetzt hier kaufen!
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Was unterscheidet euch von anderen Anbietern? Was macht ihr anders?

Als wir gestartet sind, gab es natürlich einige (auch sehr gute) Anbieter in der Branche.

Auf uns machten jedoch viele den Eindruck, als ob die Zeit die letzten 10 Jahre stillstand. Auch die verwendete Verpackung bestand oft ausschließlich aus Plastik und teilweise befanden sich Inhaltsstoffe in den Produkten, welche schon länger in der Kritik standen.

Da haben wir angesetzt. Neben zeitgemäßem Design, viel Informationen & Transparenz und qualitativen Produkten haben wir stark auf nachhaltige Verpackungen gesetzt und sind hier teilweise auch ganz neue Wege gegangen. Wir waren z.B. eine der Ersten in der Branche, welche auf Graspapier als Material in der Verpackung setzten.

Gleichzeitig sind wir sehr stark kundenorientiert, alle Produkte entstanden der direkten Nachfrage. Also wir haben geschaut, was wollen die Leute überhaupt und haben daraufhin die Produkte entwickelt und auch geändert. Wir suchen auch fortlaufend den direkten Austausch mit unseren Kunden. Wir glauben, nur so können wir auch langfristig bestehen.

Beegut Produkte
Eine kleine Produktauswahl von beegut.

Bei den Lieferanten & Imkern unserer Produkte versuchen wir immer möglichst direkt und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Uns liegt viel daran, dass unsere Philosophie einer nachhaltigen und ökologischen Bienenhaltung mit Wertschätzung des Tieres auch von den Partnern gelebt wird.

Was war eure größte Herausforderung bisher?

Eigentlich bestanden die letzten zwei Jahre aus täglichen Auf und Abs. Viele kleine Erfolge, aber auch Rückschläge. Aber meistens lernt man ja daraus 😉

Die größte Herausforderung war wohl Anfang 2019, als die Nachfrage nach Bienenwachstüchern uns förmlich überrollt hatte. Wir haben die Tücher damals von einer sehr kleinen Manufaktur bezogen, welche unsere Nachfrage nicht mal mehr im Ansatz decken konnten. Als dann auch noch Firmenkunden vermehrt nach größeren Auflagen anfragten und wir gleichzeitig keinen geeigneten Hersteller fanden, wussten wir, dass wir selber eine Lösung bauen mussten.

Wie es der Zufall wollte, war einer meiner damaligen WG-Mitbewohner ein begnadeter Maschinenbauer, welcher das Ganze als spannende Herausforderung verstand und uns innerhalb weniger Wochen einen ersten Maschinen-Prototyp baute.

Es folgten viele Wochen des Experimentierens und Entwicklung, insgesamt ein großer Kraftakt. Gemeinsam haben wir dann Mitte 2019 eine Firma ausgegründet (die bergtuch GmbH), welche mittlerweile auf knapp 200 qm im wunderschönen Allgäu Bienenwachstücher für uns und viele weitere Kunden fertigt.

Spielt der Bienenschutz bei euch eine besondere (wenn Ja, welche) Rolle?

Absolut! Immerhin ist die Biene die Basis unseres kleinen Unternehmens 😉

Seit einiger Zeit sammeln wir von jedem Produktverkauf 10 Cent, welche jeden Monat in verschiedene Projekte investiert werden. Im Fokus hierbei steht immer der Schutz & Förderung der Wild- und Honigbienen. Projekte sind z.B. “beetrees” von den beiden Bienenforschern Benjamin Rutschmann und Patrick Kohl von der Universität Würzburg.

Im Fokus hierbei steht immer der Schutz & Förderung der Wild- und Honigbienen.Samuel Ilg von beegut

Wir sind der Überzeugung, dass jeder Konsument (also jeder von uns) eine enorme Macht besitzt. Eine Macht, das Angebot und auch die Bedingungen dahinter maßgeblich zu beeinflussen. Auf unseren Fall angewendet heißt das: Wenn wir mehr Leute überzeugen können, auf nachhaltig produzierte Bienenprodukte zu setzen, wird unweigerlich das Angebot dahingehend reagieren. Also bestehende Imkereien werden weitere Bienenvölker aufstellen und nicht-BIO Imker werden auf BIO Imkerei umstellen – wenn es der Kunde will!

Das allein bedeutet schon einen gewaltigen Schutz des Bestands an Honigbienen.

Was meist jedoch vergessen wird, sind die Wildbienen, diese bedürfen einen gesonderten Schutz. Hier engagieren wir uns u.a. mit der Schaffung von Blühflächen und Bildungsmaßnahmen, welche von uns unterstützte Vereine & Stiftungen umsetzen.

Bienen sind einer der Umwelt-Hypes der letzten Jahre. Gibt es auch Schattenseiten dieser Entwicklung?

Uns hat dieser Hype natürlich geholfen, Fuß zu fassen. Wir sehen die Popularität der Biene daher sehr positiv. Beobachten aber auch einige Begleiterscheinungen, welche man doch kritisch sehen könnte wie z.B. “Bienenweide”-Samentüten im Discounter, welche sich bei näherem Hinsehen aus Pflanzen zusammensetzen, welche in unseren Gefilden eher weniger heimisch sind.

Gibt es auch Kritik und wie geht ihr damit um?

Klar gibt es auch Kritiker an Bienenprodukten und an uns direkt. Wir respektieren die Meinung der Kritiker, auch wenn wir sie nicht teilen. Ich selber z.B. esse kein Fleisch, sehe aber die Nutzung von Honig und Bienenprodukten nicht als Ausbeutung (sondern eher einer Koexistenz oder Partnerschaft von Mensch und Tier) an. Konsequente Veganer sind da anderer Meinung und kommunizieren das auch entsprechend.

Neben dieser Grundsatzkritik gibt es aber auch immer wieder kleine Kritik-Zuschriften an uns, für welche wir sehr dankbar sind und dank welcher wir schon viele kleine Dinge verbessern konnten!

Wo soll die Reise hingehen?

Wir sind laufend am planen und experimentieren neuer Produkte (derzeit u.a. einer Hartseife mit Manuka Honig & Propolis). Auch versuchen wir, etwas mehr in die “Offline-Welt” einzutauchen, also verstärkt auf Messen (sofern wieder möglich) zu gehen und beegut in ausgewählte lokale Läden zu bringen. Es bleibt also spannend 😉

Vielen Dank für das Interview!

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