Honig gegen Pickel? Ein Biologe klärt auf!

Honig gegen Pickel
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Mit Haut und Haaren: Honig ist ein uraltes Hausmittel, das heutzutage in zahlreichen Pflegeprodukten enthalten ist. Bücher und Internetforen empfehlen ihn häufig, um lästige Pickel und Akne loszuwerden. Ist an dieser Empfehlung etwas dran oder handelt es sich dabei nur um ein Märchen? In diesem Artikel klärt ein promovierter Biologe umfassend über Honig gegen Pickel auf. So viel vorweg: Verkehrt ist der Einsatz des Bienengoldes bei den lästigen Hautunreinheiten nicht, und zugleich ist die Anwendung einfach und unschlagbar billig.

Tatort Talgdrüse: Warum die Haut feucht und elastisch sein muss

Die Haut ist ein Schutzpanzer, der für uns überlebenswichtig ist. Ohne sie hätten uns Bakterien zum Fressen gerne – im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Körperinneres bietet ihnen Feuchtigkeit, Wärme und jede Menge Nahrung. Das sieht man, wenn die Hautbarriere durch Wunden oder Verbrennungen verletzt ist, Mikroorganismen eindringen und sich eine Infektion ausbreitet.

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Auch bei einem gesunden Menschen ist es wichtig, dass die Hautbarriere elastisch bleibt und nicht austrocknet. Vor allem Talgdrüsen halten die Haut geschmeidig und verhindern, dass diese rissig wird. Sie münden in die Trichter der Haare und geben fettartige Substanzen ab. Dieser Talg verteilt sich auf der Oberfläche und sorgt dafür, dass die Hornschicht nicht austrocknet und flexibel bleibt.1, 2

Verstopfung und Mitesser

Die Haartrichter der Haut sind reichlich eng, sodass bei hoher Talgproduktion der Ausgang leicht verstopft. Teenager in der Pubertät können ein Lied davon singen. Fahren die Hormone Achterbahn, steigt die Menge des von den Talgdrüsen abgegebenen Fetts dramatisch an. Kann dieses nicht abfließen, sammelt es sich und bildet Mitesser. Was sich zunächst mit einem dicken, weiß-gelben Stippen auf der Haut zeigt, wird mit der Zeit durch Oxidation und Schmutzpartikel immer dunkler.

Entzündungen sorgen für Pickel und Akne

Einige auf der Haut natürlich vorkommenden Bakterien können sich in dieser Ansammlung von Talg vermehren. Propionibacterium acnes und Staphylococcus epidermidis rufen die Immunabwehr auf den Plan, sorgen für Entzündungen und bilden Eiter, der aus aus toten weißen Blutkörperchen und Bakterien besteht.

Der blockierte Haartrichter schwillt an, die Umgebung rötet sich und aus dem Mitesser wird ein Pickel.3 Passiert das gehäuft, spricht man von Akne (Acne vulgaris).4 Ausdrücken ist keine gute Idee, denn dadurch verteilt man die Bakterien in der Umgebung. Zudem gelangen sie unterhalb der Oberfläche weiter ins Gewebe und verschlimmern die Sache zusätzlich.5

Honig als Bakterienkiller, Entzündungshemmer und Weichmacher

Hier kommt Honig ins Spiel. Er macht die Haut weich, da sein hoher Zuckergehalt Feuchtigkeit aus tieferen Schichten anzieht und damit die verhornten Zellen aufweicht. Diese Erweichung sorgt dafür, dass die durch Eiter angeschwollenen Pickel leichter aufgehen und ihr Inhalt ungehindert abfließt.

Damit nicht genug: Was an Bakterien zurückbleibt, geht am Honig zugrunde. Die Beseitigung der Infektion ist die Grundvoraussetzung für das Zurückgehen der Entzündungen und Rötungen. Zudem senkt er die Bildung von Prostaglandinen, speziellen Gewebshormonen, die einige weiße Blutkörperchen vermehrt ausschütten. Dadurch blockiert er die weitere Ausbreitung der Entzündungsreaktion.1, 6

Honig hat eine stark bakterizide Wirkung. Sie beruht auf Enzymen aus dem Honigmagen der Biene, die für die Bildung von desinfizierendem Wasserstoffperoxid sorgen. Noch dramatischer ist dieser Effekt bei Manuka-Honig, einer speziellen Honigsorte aus Neuseeland.7 Hierfür ist der Gehalt an Methylglyoxal (MGO) verantwortlich.8 Seine keimtötende Wirkung ist so stark, dass sich damit sogar chronische Wunden wie Druckgeschwüre,9 Unterschenkelgeschwüre10 oder ein diabetisches Fußsyndrom11 heilen lassen. Im Vergleich dazu sind Pickel und Akne eine der leichteren Übungen.

Honig zur Hautpflege und Behandlung von Hauterkrankungen

Das ist auch der Grund, warum Honig als Zusatz in vielen Shampoos und Produkten zur Pflege von Haut und Haaren enthalten ist. Er macht die Haut weich und elastisch, entfernt wie ein sanftes Peeling abgestorbene Hautschuppen und sorgt bei Haaren für mehr Glanz und Spannkraft.

Unreine und gereizte Haut lässt sich mit Honig hervorragend behandeln.12 Sogar bei einigen dermatologischen Erkrankungen setzt man ihn erfolgreich ein, etwa bei Neurodermitis13 und Psoriasis.14 Hier sind die Unterdrückung der Entzündungsreaktion und das Verhindern einer bakteriellen Infektion besonders wichtig.

Hilft Honig essen gegen Pickel und Akne?

Es wäre zu schön, wenn sich Mitesser, Pickel und Akne beim Frühstück mit Honig auf dem Brötchen beseitigen ließen. Leider gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keine Hinweise dafür, dass das so einfach möglich ist. Was aber auf jeden Fall hilft, ist eine lokale Anwendung. In der Medizin bezeichnet man damit den Einsatz an Ort und Stelle – sprich genau dort, wo das Problem mit den Hautunreinheiten auftritt.

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Honig auf der Haut: Die ultimative Waffe gegen Pickel

Honig zur Hautpflege zu verwenden ist eigentlich einfach. Man tupft ihn mit dem Finger oder einem Wattestäbchen auf, wenn es sich lediglich um einen einzelnen Pickel handelt. Danach lässt man ihn eine halbe Stunde einwirken, damit die Haut weich wird und er seine bakterizide Wirkung entfalten kann. Das wiederholt man zwei oder dreimal am Tag, bis das lästige Ding verschwunden ist.

Gerade in der Pubertät treten Pickel und Akne häufig ausgerechnet im Gesicht auf. Hier heißt die Lösung Honig-Maske. Im einfachsten Fall trägt man dazu mit den Fingern eine Portion Honig auf und verteilt ihn vorsichtig. Hochwertigen und leckeren Honig in BIO Qualität könnt ihr hier kaufen. Die Augen sollte man dabei lieber aussparen, denn das brennt. Nach einer halben Stunde lässt er sich ganz einfach mit einem nassen Waschlappen oder unter der Dusche entfernen.

Dieses Rezept hilft ebenso vorbeugend bei unreiner und fettiger Haut, die neben der Ernährung häufig die Ursache für die Bildung von Mitessern und Pickeln ist. Die Anwendung ist natürlich nicht nur im Gesicht, sondern gleichermaßen an anderen Stellen des Körpers möglich.

Hinweis
Bei starker Akne sollte unbedingt ein Dermatologe aufgesucht werden und keine Behandlung in Eigenregie erfolgen.

Mit Honig, Zimt und Quark gegen Akne

Honig und Zimt gegen Pickel

Eine klinische Studie konnte nachweisen, dass die Verbindung von Honig und Zimt besonders effektiv gegen Akne hilft. Im Zimt unterdrückt Zimtaldehyd die Entzündungsreaktion, weitere Inhaltsstoffe das Wachstum der Bakterien.15 Am einfachsten ist es, Honig mit einer Prise Zimtpulver zu mischen und diese Mixtur auf die Haut aufzutragen. Es gibt auch schon Honig mit Zimt zu kaufen.

Wer vor dem Gebrauch der klebrigen Masse im Gesicht zurückschreckt, kann anstelle von purem Honig eine Honig-Quark-Maske ausprobieren. Der Quark sorgt für mehr Feuchtigkeit und lässt sich besser verteilen. Zudem löst die darin enthaltene Milchsäure Hautschuppen ab, Zink hemmt Bakterien und fördert die Wundheilung.

Für die Anwendung verrührt man einen Becher Quark mit einem Löffel Honig und nach Belieben mit einem hautpflegenden Öl, das zusätzliche Elastizität verleiht und einen schützenden Film hinterlässt. Besonders gut geeignet sind Arganöl und Jojobaöl, aber auch Olivenöl, Kokosöl und sogar simples Sonnenblumenöl erfüllen ihren Zweck.16 Tipp am Rande: Auf Zimmertemperatur gebracht oder leicht angewärmt wirkt die Mischung wesentlich schneller und besser als frisch aus dem Kühlschrank.

Quellen, Links und weiterführende Literatur
(1) Burlando, B.; Cornara, L. Honey in Dermatology and Skin Care: A Review. J. Cosmet. Dermatol. 2013, 12 (4), 306–313. https://doi.org/10.1111/jocd.12058.
(2) Draelos, Z. D. The Science behind Skin Care: Moisturizers. J. Cosmet. Dermatol. 2018, 17 (2), 138–144. https://doi.org/10.1111/jocd.12490.
(3) Patient Perspectives: What Is Acne and Why Do I Have Pimples? Pediatr. Dermatol. 2015, 32 (6), e316-317. https://doi.org/10.1111/pde.12747.
(4) Aydemir, E. H. Acne Vulgaris. Turk Pediatri Arsivi 2014, 49 (1), 13–16. https://doi.org/10.5152/tpa.2014.1943.
(5) Moradi Tuchayi, S.; Makrantonaki, E.; Ganceviciene, R.; Dessinioti, C.; Feldman, S. R.; Zouboulis, C. C. Acne Vulgaris. Nat. Rev. Dis. Primer 2015, 1, 15029. https://doi.org/10.1038/nrdp.2015.29.
(6) Eteraf-Oskouei, T.; Najafi, M.; Gharehbagheri, A. Natural Honey: A New and Potent Anti-Angiogenic Agent in the Air-Pouch Model of Inflammation. Drug Res. 2014, 64 (10), 530–536. https://doi.org/10.1055/s-0033-1363229.
(7) Johnston, M.; McBride, M.; Dahiya, D.; Owusu-Apenten, R.; Nigam, P. S. Antibacterial Activity of Manuka Honey and Its Components: An Overview. AIMS Microbiol. 2018, 4 (4), 655–664. https://doi.org/10.3934/microbiol.2018.4.655.
(8) Alvarez-Suarez, J. M.; Gasparrini, M.; Forbes-Hernández, T. Y.; Mazzoni, L.; Giampieri, F. The Composition and Biological Activity of Honey: A Focus on Manuka Honey. Foods Basel Switz. 2014, 3 (3), 420–432. https://doi.org/10.3390/foods3030420.
(9) White, R. Manuka Honey in Wound Management: Greater than the Sum of Its Parts? J. Wound Care 2016, 25 (9), 539–543. https://doi.org/10.12968/jowc.2016.25.9.539.
(10) Gethin, G.; Cowman, S. Case Series of Use of Manuka Honey in Leg Ulceration. Int. Wound J. 2005, 2 (1), 10–15. https://doi.org/10.1111/j.1742-4801.2005.00078.x.
(11) Kamaratos, A. V.; Tzirogiannis, K. N.; Iraklianou, S. A.; Panoutsopoulos, G. I.; Kanellos, I. E.; Melidonis, A. I. Manuka Honey-Impregnated Dressings in the Treatment of Neuropathic Diabetic Foot Ulcers. Int. Wound J. 2014, 11 (3), 259–263. https://doi.org/10.1111/j.1742-481X.2012.01082.x.
(12) Ediriweera, E. R. H. S. S.; Premarathna, N. Y. S. Medicinal and Cosmetic Uses of Bee’s Honey – A Review. Ayu 2012, 33 (2), 178–182. https://doi.org/10.4103/0974-8520.105233.
(13) Hussain, Z.; Thu, H. E.; Shuid, A. N.; Kesharwani, P.; Khan, S.; Hussain, F. Phytotherapeutic Potential of Natural Herbal Medicines for the Treatment of Mild-to-Severe Atopic Dermatitis: A Review of Human Clinical Studies. Biomed. Pharmacother. Biomedecine Pharmacother. 2017, 93, 596–608. https://doi.org/10.1016/j.biopha.2017.06.087.
(14) Al-Waili, N. S. Topical Application of Natural Honey, Beeswax and Olive Oil Mixture for Atopic Dermatitis or Psoriasis: Partially Controlled, Single-Blinded Study. Complement. Ther. Med. 2003, 11 (4), 226–234.
(15) Julianti, E.; Rajah, K. K.; Fidrianny, I. Antibacterial Activity of Ethanolic Extract of Cinnamon Bark, Honey, and Their Combination Effects against Acne-Causing Bacteria. Sci. Pharm. 2017, 85 (2). https://doi.org/10.3390/scipharm85020019.
(16) Vaughn, A. R.; Clark, A. K.; Sivamani, R. K.; Shi, V. Y. Natural Oils for Skin-Barrier Repair: Ancient Compounds Now Backed by Modern Science. Am. J. Clin. Dermatol. 2018, 19 (1), 103–117. https://doi.org/10.1007/s40257-017-0301-1.
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